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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung

BUCH 4 - DEIN REICH KOMME (OFFENBARUNG 10:1 - 12:17) - Die zwei Zeugen der Endzeit und das Blasen der letzten Posaune
TEIL 4.5 Entscheidende Entwicklungen nach dem Blasen der siebten Posaune (OFFENBARUNG 12: 1-17)

1. 
Die mit der Sonne bekleidete Frau (Kap. 12, 1-2)


Der unaufhaltsame Sieg des Lammes Gottes

In der ersten Hälfte der Offenbarung Jesu Christi an seinen Apostel in der Deportation auf der Insel Patmos lesen wir von den Erscheinungen Gottes und seines Lammes mit dem Ziel, seine Gemeinde, Israel und die Völker zur sofortigen Buße zu rufen. Mit Liebe und Strenge, mit Lockrufen und harten Gerichtsschlägen, will der Allmächtige seinen Menschen helfen umzukehren, ihre Sünden zu lassen und mit ihm zu leben. Er will sie aus Gnaden rechtfertigen und sie durch seinen Geist heiligen. Aber nur wenige folgten seinem Ruf.

So müssen die Siegel- und Posaunengerichte kommen, um die Völker zu erschüttern. Doch die Menschheit bekehrt sich trotzdem nicht! Der Herr gewährt ihnen immer wieder Zeit und Raum zur Buße. Aber Israel und der Rest der Welt wollen seiner Stimme nicht gehorchen. Die Versiegelung einer Auswahl aus den Stämmen Israels und allen Völkern signalisiert die Verhärtung der großen Mehrheit.

Die Geduld Gottes hat jedoch ein Ende. Mit dem Blasen der siebten Posaune ändert sich die Rechtslage. Ab diesem Moment beginnt der Angriff Gottes und seines Lammes auf die verstockte Welt. Der Herr ruft jetzt nicht mehr allein zum Heil aus Gnade, sondern setzt seine Macht ein und setzt den Sieg Christi am Kreuz durch. Die Offenbarung Christi tritt damit in eine entscheidende Phase. Alle früheren Visionen und Ereignisse erscheinen damit als Vorbereitung des Höhepunktes im sichtbar werdenden Endkampf. Der Vater legt dem Sohn alle seine Feinde zum Schemel seiner Füsse (Ps. 110, 1).

Die mit der Sonne bekleidete Frau(Kap. 12, 1-2)

1 Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: Eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. 2 Und sie war schwanger und schrie in Kindsnöten und hatte große Qual bei der Geburt.

Johannes hatte eine neue Vision, welche er anders beschrieb als alle Gesichte zuvor. Er erkannte plötzlich Zeichen und Symbole am Himmel, bildhafte Gleichnisse für langfristige Entwicklungen, so wie Jesus durch seine sich ergänzenden Gleichnisse das Reich Gottes Fernstehenden erklärte.

Das erste Bild, das Johannes sah, war, groß, bedeutsam, herrlich, und faszinierend. Eine Frau, bekleidet mit der Macht der strahlenden Sonne, erschien mit einem Diadem von zwölf blinkenden Sternen auf ihrem Haupt. Der Mond war unter ihre Füße gelegt worden.

Katholische Ausleger deuteten früher dieses Zeichen auf Maria, die Himmelskönigin, wie sie auch heute noch vielerorts auf Bildern oder als Statuen zu sehen ist. Neuerdings zwingt jedoch die sorgfältige Beobachtung der folgenden Verse auch die katholischen Ausleger dazu, bei der Deutung dieses Zeichens nicht länger von Maria zu reden.

Andere Kommentatoren sehen in dieser Frau die Gemeinde Jesu Christi, die durch ihr Bekenntnis ihren Herrn in unsere Welt hineintragen soll (J. Zink, Lilje, Zahn, Lohmaier u. a.). Auch diese Deutung zeigt Mängel und wird den nächsten Versen nicht gerecht.


Manche Freunde Israels verstehen das Himmelszeichen, der mit der Sonne bekleideten Frau als Hinweis auf Israel, da das alttestamentliche Volk Israel in der Bibel bisweilen als Frau, Jungfrau oder als Hure dargestellt wird (Jes. 50, 1; Kap. 54, 4-5; Hos. 1, 1 - 2, 18; Offb. 19, 8; 21, 2 u. a.).

Pohl sieht in dieser Frau in mit der strahlenden Sonne das auf seinen Messias wartende Jerusalem, dessen Bewohner von den Wehen des kommenden Messias geplagt würden.

A. Fuhr meint, dass von zwei verschiedenen Frauen die Rede sei, nämlich von einer Frau im Himmel, (mit der Sonne) und von einer zweiten Frau auf der Erde (die das Kind gebiert und in die Wüste flieht). Erst beide zusammen würden die Einheit darstellen. Diejenigen Juden, die ihren Messias in Jesus aus Nazareth erkannt und bekannt hätten, seien bereits der Frau im Himmel in Herrlichkeit zugerechnet, während diejenigen, die heute noch auf das Kommen des Messias warteten, auf Erden viel Wehen erleiden müssten, bis sie im Sohn der Maria den Sohn Gottes erkennen.

Wir schließen uns J. A. Bengel an, der in der Sonnen-Frau die Heilsgemeinde Gottes sowohl aus dem Alten als auch aus dem Neuen Bund sieht. Beide „Gruppen“ sind in Christus eine untrennbare Einheit geworden (Gal. 3, 28; Eph. 2, 11-22; u. a.), denn beide leben aus der Kraft seines Blutes in der Leitung seines Geistes. Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

Nicht wenige Ausleger sehen in der Gemeinde zwar den geistlichen „Leib“ Christi, verstehen aber als seine „Braut“ das christusgläubige Israel. Wir glauben jedoch, dass alle wiedergeborenen Nachfolger Christi, Juden wie Heiden, lebendige Steine in demselben geistlichen Tempels Gottes sind (1. Petr. 2, 5.9-10; Eph. 3, 6; ). Es gibt keine zwei getrennten Tempel für den einen Heiligen Geist. Auch Jesus hat in seinen Gleichnissen verschiedene Bilder für ein und denselben Sachverhalt benützt, um sein Reich von verschiedenen Seiten her zu beleuchten. Die willentliche Einverleibung von Judenchristen in den einen Leib des Auferstandenen, zeigt ihre geistliche Reife. Wollen sie sich jedoch als „Braut“ gegen den „Leib“ abgrenzen, so stehen sie in Gefahr, sich zu einer Sekte unter dem Gesetz zurückzuentwickeln (Apg. 15, 7-11; Röm. 10, 1-4).

Die Bekleidung der Frau mit der Sonne zeigt wie die Heilsgemeinde von der Herrlichkeit Gottes umgeben und durchdrungen ist (Hoheslied 6, 10; Jes. 60, 1; 61, 10 u. a.) und der Glanz Jesu Christi sich in ihr widerspiegelt. Jeder von Christus Geprägte ist berufen, den neuen Menschen anzuziehen (Eph. 4, 22-24). Durch unsere Glaubensverbindung mit dem Lamm Gottes werden wir von ihm erfüllt (Kol. 2, 9-10). Christus in euch ist die Hoffnung der Herrlichkeit (Kol. 1, 27; Röm. 8, 29; 1. Joh.1. Joh. 3, 1-3; Richt. 5, 31), jubelt Paulus, dessen Fürbitte auf den Knien um ein Erfülltwerden seiner Gemeinde mit der Fülle Gottes der vereinigten Gemeinde in Ephesus galt, die aus Judenchristen und Heidenchristen zusammengefügt war (Eph. 3, 14-21).

Die Bekleidung der Frau durch die Sonne, ist auch ein Symbol für ihren Schutz durch die Vollmacht des dreieinigen Gottes. Durch ihre Nähe zu ihm ist sie in ihm geborgen. Allein kann sie nicht existieren. Sie braucht ihren Herrn Tag und Nacht. Nur in ihm und mit ihm ist sie im geistlichen Sinn lebensfähig und berufen, neues Leben zu gebären.

Die zwölf Sterne in dem Diadem der Frau in der Sonne deuten auf die zwölf Stämme Israels. Von Natur aus sind die 12 Stämme Israels sündig und finster wie der Rest der Welt. In den zwölf Aposteln jedoch, ebenso in den Märtyrern der Urgemeinde, in Paulus, Barnabas und Silas und in den 144.000 Versiegelten beginnen die Namen der zwölf Stämme wieder wie Sterne hell zu leuchten und zu blinken - außer dem Stern Dan, der sich dem organisierten Götzendienst zuwandte (Richt. 18, 1-31).

Der Mond unter den Füßen der Frau im Himmel wird von J. A. Bengel als der unterworfene Islam angesehen, der auf allen Moscheen der Welt als sein Emblem die Mondsichel trägt. De r Islam wollte und will alle Länder der Erde mit Gewalt erobern und beherrschen, wird aber letztlich am Lamm Gottes zerbrechen, wie Jesus sagt: Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich (samt seinem Trabanten, dem Mond), besitzen (Mt. 5, 5).

Die Frau in Geburtswehen

Unerwartet ändert sich das prächtige Zeiche. Die mit der Herrlichkeit Gottes bekleidete Frau ist schwanger, schreit in ihren Geburtswehen und leidet große Qualen. Sie erscheint jetzt auf der Erde (Offb. 12, 5-6).

Die himmlischen Wirklichkeit des Gottesvolkes zeigt sich auf der Erde häufig als Seufzen, Enttäuschung, Leiden, Unterdrückung und Verzweiflung. Das auserwählte Israel erscheint in der Bibel meistens als leidendes Volk Gottes, und die Gemeinde Jesu Christi wird weltweit immer wieder verachtet, und verfolgt. Die Heilsgemeinde Gottes ist in dieser Welt ein Fremdkörper, der von den Gefolgsleuten des Fürsten dieser Welt gehasst, bedrückt und ausgeschlossen wird. Der Islam hat die Bedrückung und Unterwerfung der Christen im Qur‘an als ein Gebot Allahs festgeschrieben (Sure 9, 29-30).

Einige Ausleger sehen in den Geburtswehen der Frau den leidvollen Durchbruch der Erkenntnis im alttestamentlichen Volk, dass der verachtete und gekreuzigte Nazarener tatsächlich der verheißene Messias ist, was die Mehrheit der Juden bis heute weder begreifen kann noch will. Die Juden wissen, dass sie mit der Bejahung dieser Tatsache alle als Blinde, Verirrte, Verlorene und Verdammte dastünden und nichts mehr zu bieten hätten, außer der Gnade des Gekreuzigten, der ihre einzige Hoffnung und ihr Recht bliebe (Jes. 45, 23-25; Jer. 23, 5-6; 33, 15-16; ). Auch Johannes hat die Erkenntnis der Juden im Blick, wenn er am Anfang seiner Offenbarung schreibt: Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und auch alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen. (Offb. 1, 7).

Falls katholischen Theologen früher zu Recht von der Himmelskönigin Maria als der Frau mit der Sonne gesprochen hätten, würde der Hinweis auf die ausdrücklich schmerzhaften Presswehen und die qualvolle Geburt ihres Sohnes zumindest die katholische und orthodoxe Auffassung von einer schmerzlosen Geburt Christi annullieren.

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