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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung

BUCH 4 - DEIN REICH KOMME (OFFENBARUNG 10:1 - 12:17) - Die zwei Zeugen der Endzeit und das Blasen der letzten Posaune
TEIL 4.4 DIE SIEBTE POSAUNE DRÖHNT (OFFENBARUNG 11:14-19)

3. Der offene Tempel im Himmel (Kapitel. 11, 19)


19 Und der Tempel Gottes im Himmel wurde aufgetan, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar; und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel.

Die siebte Posaune leitet eine Reihe von atemberaubenden Ereignissen ein, die welche die zweite Hälfte des Buches der Offenbarung Jesu Christi füllen (11,15 – 22,5). Die letzte Posaune setzt entscheidende Schwerpunkte in den letzten dreieinhalb Jahren vor dem Ende der Welt. Dabei werden wir immer wieder zurückgeführt auf das in Offb. 11, 15 offenbarte Thema dieses letzten Geschehens, das Ziel und Summe des ganzen Buches der Offenbarung beschreibt: (Offb. 11, 15). Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Der Patriarch Johannes auf der Insel Patmos schaute nach dem sieghaften Ton der siebten Posaune zunächst die Anbetung des Herrn der Welten durch die 24 Ältesten im Himmel. Darauf folgte eine neue Vision, die ihn und alle Israeliten im Innersten erregte: Er Johannes sah im offenen Himmel das Urbild des zerstörten Tempels in Jerusalem. Er erkannte das Gebäude, in dem Gott wohnt und angebetet wird. Das war nicht irgendeiner der vielen Tempel, Moscheen und Dome der Erde, sondern der Tempel Gottes im Himmel.

Dieser Urtempel war nicht zerstört worden wie der Tempel in Jerusalem. Und er war nicht verschlossen; Seine Tore waren weit geöffnet. Johannes sah, was außer den Hohenpriestern kein Israelit je gesehen hat: Er sah im geöffneten Allerheiligsten die seit 587 v.  Chr. verschollenen Bundeslade (Jer. 3, 16)!

Unmittelbar nach dem Ertönen der siebten Gerichtsposaune und der Anbetung der 24 Ältesten wurde folgendes sichtbar: ein offener Himmel, der offene Tempel, darin im offenen Allerheiligsten die Bundeslade, in vollem Licht.

Diese aufregende Vision stellt für alle Juden und Israelis, wie auch für die unreinen Völker, die grundlegenden Ordnungen des Alten Testamens auf den Kopf. Sie eröffnet fundamental neue Perspektiven und umwälzende Erkenntnisse.

Der Tempel in Jerusalem hatte aus zwei Haupträumen bestanden. Im Heiligen standen der siebenarmige Leuchter der Räuchereralter und der Schaubrottisch. Hier brachten die Priester, jeden Morgen und jeden Abend, ihre Räucheropfer dar als Sinnbild für die Gebete des Bundesvolkes. Hinter dem Heiligen, durch einen großen Vorhang getrennt, war das Allerheiligste mit der Bundeslade, in der die Gesetzestafeln Moses liegen sollten. Nur einmal im Jahr am großen Versöhnungstag, am Zehnten des siebten Monats, hatte allein der Hohepriester, das Recht und die Pflicht, ins Allerheiligste einzutreten und sich selbst, das Volk und den Tempel mit dem heiligen Gott zu versöhnen (3. Mose 16, 1-34; Kap. 23, 26-32; 4. Mose 29, 7-11; Hebr. 9, 7-14 u. a.).

Im Zentrum des fensterlosen Allerheiligsten stand im Dunkeln die Bundeslade. Die Bundeslade war eine mit dünnem Feingold überzogene Truhe von 122 cm Länge und je 73 cm Breite und Höhe, die auf vier Füßen stand. Auf der Lade (Truhe) des Bundes, den der Herr mit dem Volk Israel geschlossen hatte, lag eine massive Platte aus reinem Gold, welche von den Flügeln zweier aus Feingold geformter Cherubim, abgeschirmt wurde. Diese Goldplatte war im Alten Testament für das Volk Israel der Sühneort und der Gnadenthron (Kapporeth) und wurde als der Thronsitz des Herrn verstanden. Die Bundeslade bedeutete für die Israelis Gottes Thron und seine Gegenwart in der Mitte seines Bundesvolkes (2. Mose 25, 10-22; Kap. 37, 1-9; 4. Mose 10, 33; 2. Sam. 6, 1-19; 1. Kön. 8, 1-14 u. a.). Jede Annäherung an den Thron Gottes oder gar seine Berührung waren jedem Menschen, außer am großen Versöhnungstag dem Hohenpriester, bei Lebensgefahr und Todesstrafe verboten, da kein Sünder sich dem heiligen Herrn nahen konnte. Die Gottesfurcht und das Entsetzen vor seiner Heiligkeit waren und sind ein Grundelement im Alten Bund und eine der Triebkräfte zum Halten der Gebote und Ordnungen.

Der Patriarch Johannes aber sah die Tore des Tempels im Himmel weit geöffnet! Der Vorhang zum Allerheiligsten war entfernt, und jeder konnte die Bundeslade sehen. Diese Offenbarung glich einem umstürzendes Erdbeben; jeder Israeli sollte erkennen, dass das Alte vergangen war und etwas Neues begonnen hatte. Sie spürten und begriffen :

- Der Zorn Gottes ist von seinem Volk gewichen. Er hat seinen Tempel im Himmel wieder geöffnet. Er hat sein Volk nicht länger verstoßen, sondern wieder angenommen. Er will wieder in ihrer Mitte wohnen.

- Der Weg zum Allerheiligsten steht weit offen. Seit der trennende Vorhang beim Sühnetod Jesu von oben bis unten zerriss (Mt. 27, 51; Mk. 15, 38), ist der Weg zum Vater für jedermann frei, der durch Christi Blut entsündigt wurde. Paulus bestätigt dieses einmalige Vorrecht für Juden und Christen, falls sie Jesus nachfolgen (Eph. 2, 18-22; 3, 12; Hebr. 4, 16).

- Der Thron Gottes erschien im Himmel, nicht auf der Erde, auch nicht in Israel. Das bedeutet den Beginn des vernichtenden Strafgerichtes für alle, die sich nicht durch Christi Blut heiligen und von seinem Geist beleben ließen. Der lebendige Gott kommt zum Gericht, und es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen (Hebr. 10, 31). Er kommt zum Gericht. Die sichtbare Bundeslade bedeutet einen Angriff Gottes auf die verdorbene Welt.

- Paulus versichert uns, dass die Person Jesu Christi der wahre „Gnadenthron“ des Neuen Bundes ist (Röm. 3, 24-25), in welchem uns Gott begegnet und durch den er uns mit sich selbst versöhnt hat (2. Kor.2. Kor. 5, 19-21).

Diese einzigartige Vision des Johannes von der hell erleuchteten Bundeslade im offenen Tempel Gottes sollte die judenchristlichen Gemeindeglieder in den hellenistischen Kirchen Kleinasiens trösten und sie für die begonnenen Verfolgungen stärken. Diese Offenbarung gilt aber auch den Gläubigen aus den Völkern, weil die Tür zum Allerheiligsten für jedermann offen steht, der sich von Christus überkleiden lässt.

Die Vision des offenen Tempels im Himmel macht deutlich: Der Endkampf der Geschichte wird sich auf das unheilige Heilige Land im Nahen Osten konzentrierten und der verheerende Wirbelsturm der letzten Jahre sich um Jerusalem drehen. Der Drehpunkt wird dabei der Ort des verschwundenen Thrones Gottes aus dem Alten Bund sein, sowie der „Gnadenstuhl“ des Kreuzes, dem Sühneort des Neuen Testaments. In dem dritten Tempel aber, der in Jerusalem erbaut werden soll, wird der Antichrist auf dem Thron Gottes Platz nehmen, um dem Allmächtigen die Anbetung streitig zu machen (2. Thess. 2, 4; Dan. 11, 36; Mt. 24, 15).

Der letzte Satz im elften Kapitel der Offenbarung spricht davon, dass die Entwicklung im Heiligen Land und um Jerusalem von Blitzen, Stimmen, Donnern, Erdbeben und großem Hagel begleitet wird. In moderner Sprache ausgedrückt bedeuten diese Worte, dass es immer wieder Terrorakte, vergebliche Friedensbemühungen und ohrenbetäubender Kanonendonner geben wird. Immer wieder werden, atomare Sprengköpfe, und vernichtende Bombenteppiche und ferngelenkten Raketen wie Hagel vom Himmel fallen. Wer vom „Frieden im Nahen Osten“ redet, träumt naiv von einem unrealistischen Märchen.

Allen jedoch, die an den Sieg Gottes und seines Lammes glauben, empfehlen wir, die Siegesproklamation der Stimmen im Himmel auswendig zu lernen und entgegen allen negativen Entwicklungen in unserer Welt immer wieder zu bekennen:

Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit (Offb. 11, 15).

Mit diesem Glaubenszeugnis will uns der Herr an der Überwindung der antichristlichen Mächte in der Zukunft beteiligen (1. Joh. 5, 4). 


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