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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung
BUCH 1 - SIEHE, ICH KOMME BALD! (OFFENBARUNG 1:1 - 3:22)
Teil 1.2 Die erste Vision und ihre Konsequenzen auf der Erde: Die Erscheinung des Menschen-sohnes zur Heiligung seiner Gemeinden (Offenbarung 1:9 - 3:22)
TEIL 1.2.3 Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt (Offenbarung 3:22)

Einleitung: Lies die Offenbarung betend


OFFENBARUNG 3:22
Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt

Wer im „Gnomon“ von Johann Albrecht Bengel liest, findet zwischen den kurzen Bemerkungen zu den einzelnen Begriffen der Sendschreiben immer wieder Stoßgebete, in denen er den Text und seine Auslegung zusammenfaßte und auf sich selbst anwandte. Seine Demut und sein Dank ermutigen uns zum Nacheifern. Am Schluß des Christusbriefes an den Gemeindeleiter von Laodizea betete Bengel kurz: Herr Jesu, gib mir Gold, weiße Kleider und Augensalbe! Dieser große und fromme Mann hielt es nicht für abwegig, sich mit dem widerlichen Geldanbeter in Laodizea auf eine Stufe zu stellen und Heil, Reinigung und Erkenntnis für sich zu erbitten. Wie Bengel sollten wir die Sendschreiben betend lesen, so würden wir klarer hören, was der Geist den Gemeinden sagt. Wer die sieben letzten Briefe Jesu noch einmal durchbetet und anbetend liest, kann dabei sieben seelsorgerliche Elemente in den Antworten des lebendigen Herrn an die Gemeindeleiter und an alle Gemeinden hören:

1. Der siebenfache Befehl Jesu zum Schreiben:

Jesus hat dem Gebet des isolierten Apostels Johannes entsprochen und ihm gnädig gezeigt, wie er sich um jede einzelne seiner verlassenen Gemeinden in Kleinasien kümmert. Die sieben Sendschreiben sind eine Antwort Jesu Christi, des guten Hirten, auf die Fürbitte des deportierten Apostels, der darunter litt, auf der öden Insel Patmos zum Nichtstun verurteilt zu sein. Seine Fürbitte in der Einsamkeit richtete am Ende weit mehr aus, als er selbst vor Ort hätte tun können. Der Herr handelte an seiner Stelle. Johannes lernte, stille zu sein, zu glauben und zu hoffen. Seine anhaltenden Gebete bewegten den Arm des Herrn.

Die sieben Briefe Jesu wurden verbalinspiriert in der Form eines Herrendiktates. Dabei stellte sich Jesus als der Lebendige, Regierende und Handelnde vor. Er urteilte und befahl, lobte und strafte, ermutigte und gewährte jedem einzelnen der sieben Prediger atemberaubende Verheißungen, falls sie sich vom Heiligen Geist überwinden ließen.

Die sieben Sendschreiben stellen keine philosophische oder geistlose theologische Abhandlung dar, die systematisch die notvolle Situation der Gemeinden in Kleinasien analysiert und dazu theoretische Lösungen anbietet. Nein, die Sendschreiben sind im Grund genommen Liebesbriefe des lebendigen Herrn an seine sieben Gemeindeleiter. Der gute Hirte hatte jeden einzelnen von ihnen beobachtet und begleitet. Jetzt schrieb er jedem seine Beurteilung mit Lob, Kritik, Drohung, Ermutigung und einer Aufforderung zum Überwinden der inneren und äußeren Nöte in seinem Leben und in seiner Gemeinde. Dazu ermutigte er jeden einzelnen seiner Gesandten mit gezielten Verheißungen. Wir lesen hier persönliche Briefe des Sohnes Gottes, niedergeschrieben von Johannes, dem letzten der Apostel, an die Gemeindeleiter in Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea.

Die Briefe waren nicht allein für die verantwortlichen Seelsorger der Ortsgemeinden bestimmt. Sie sollten auch in allen sieben Gemeinden den Gemeindegliedern Wort um Wort vorgelesen und mit ihnen durchgebetet werden. Die Gemeinden sollten erkennen, wie der lebendige Herr mit den einzelnen Vorstehern umgeht, damit sie selbst auch in Buße, Glauben, Liebe und Hoffnung wüchsen.

2. Die verschiedenen Selbst-vorstellungen des Absenders

Wer die einleitenden Selbstvorstellungen des auferstandenen Herrn in jedem seiner Briefe mit der vorhergehenden Gesamtvision des verherrlichten Menschensohnes vor Johannes vergleicht (Offb. 1,12-20), kann erstaunt geistliche Prinzipien in dieser Selbstoffenbarung Jesu Christi erkennen.

Jesus war Johannes auf Patmos nicht nur erschienen, um ihm seine Herrlichkeit und seine neue Seinsweise zu offenbaren, vielmehr stellten die einzelnen Eigenschaften seiner Selbstoffenbarung bereits die treffenden Antworten auf die jeweilige Situation der sieben Gemeinden dar. Jesus offenbarte sich nicht um seiner selbst willen, sondern als „Mittel zum Zweck“ für den Gemeindeaufbau.

Er hielt die sieben Sterne in seiner rechten Hand, obwohl zwei von ihnen schon verblaßten und beinahe erloschen waren (Offb. 1,16+20; vgl. 2,1; 3,1).

Er wandelte zwischen den sieben goldenen Leuchtern, um seine ständige Gegenwart in seinen Gemeinden zu zeigen, obwohl er drohte, den Leuchter der Gemeinde in Ephesus von seiner Stelle zu rücken, falls der dortige Gemeindeleiter sich nicht ändern ließe (Offb. 1,12+20; vgl. 2,1+5).

Jesus stellte sich wie bei Johannes, so auch im zweiten Brief als der Erste und der Letzte vor, der tot war und wieder lebendig wurde, um dem Gemeindeleiter in Smyrna zu versichern, daß sein drohender Märtyrertod nicht sein Ende darstelle, sondern ihn zu seinem lebendigen Herrn emporhebe (Offb. 1,17-18; vgl. 2,8+10).

Dem Prediger in Pergamon stellte sich der Herr als der unbestechliche Richter mit dem scharfen, zweischneidigen Schwert vor, der bereit war, die synkretistische Religionsvermischung in seiner Gemeinde sofort zu richten (Offb. 1,16; vgl. 2,12).

Für die Gemeinde in Thyatira erschien Jesus mit Augen wie Feuerflammen und mit Füßen wie glühendes Messing, um den satanischen Einbruch durch das Medium der Feministin Isebel an Ort und Stelle auszurotten (Offb. 1,14+15; vgl. 3,18,22-24).

Dem Gemeindeleiter von Philadelphia versicherte Jesus, daß er, Jesus, der Besitzer der Schlüssel zur Hölle und dem Tod sei und ihm ein Tor zur Mission unter Juden und Griechen aufgeschlossen habe, das niemand zuschließen könne (Offb. 1,18; vgl. 3,7).

Dem abstoßenden und dennoch geliebten Gemeindeleiter in Laodizea stellte sich Jesus als der treue Zeuge und Anfang einer neuen Schöpfung vor, damit dieser von seinem naiven Vertrauen auf vergängliches Gold und Silber ablasse und ewigkeitsbezogen lebe (Offb. 1,5; vgl. 3,14,18,20-21).

Wer die überirdische Erscheinung des Menschensohnes vor Johannes mit den gezielt ausgewählten Attributen Jesu als dem Absender der sieben Sendschreiben vergleicht, wird bemerken, daß der Herr seiner Gesamtvision vier weitere Namen hinzufügte, um die Gemeindeleiter zum Glauben, Lieben und Hoffen zu ermutigen.

Im Brief an seinen Gesandten in Thyatira offenbarte sich Jesus als der Sohn Gottes (Offb. 2,18). Dieser alarmierende Name, der im gesamten Buch der Offenbarung nur an dieser Stelle vorkommt, ist eines der wenigen Selbstzeugnisse Jesu als Sohn Gottes im Neuen Testament und sollte als ein einzigartiges Kleinod verstanden und bewahrt werden. Nach Psalm 2 ist der Sohn Gottes die Antwort des Bundesgottes auf den Aufstand der Menschheit. Er wird alle antichristlichen Geister in den Völkern zerschlagen und seine Gemeinde (Ekklesia) aus dem tosenden Meer der Aufrührer heraus retten. Der Sohn Gottes regiert. Ihm ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. (Ps. 2,1-12; vgl. Offb. 2,18,26-28)

Im Brief an die Gemeinde in Philadelphia nannte sich Jesus den Heiligen und Wahrhaftigen, um dem Gemeindeleiter zu versichern, daß er in seinem Zeugnis für Christus den belesenen Juden gegenüber nicht falsch liege. Jesus, ist der heilige Schöpfer, der wahre Herrscher und der unbestechliche Richter der Welt. Er ist die Wahrheit in Person. Wer sich ihm nicht freiwillig unterwirft, verharrt im Irrtum und bleibt in der Lüge Satans gebunden. Er stellt sich damit gegen die Wirklichkeit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, so wie die meisten Juden und Muslime bis heute noch verblendet leben (Jes. 6,1-10; vgl. Offb. 3,7).

Dem Gemeindeleiter von Laodizea stellte sich Jesus als der „Amen“ vor, der das Ja Gottes zu allen Verheißungen des Alten Testamentes und den Beginn einer neuen Schöpfung darstellt. Der geschäftstüchtige Prediger sollte begreifen, daß sein irdischer Wohlstand vergänglich, hohl und unwichtig war. Mit Jesu Kommen wird die bisherige Haushaltung Gottes abgeschlossen und Inventur gemacht. Eine neue Schöpfung beginnt, in der nichts Bestand hat, außer, was aus dem Geist geboren ist (2. Kor. 1,20; Kol. 1,15; vgl. Offb. 3,14,18-19).

Wer die Briefeinleitungen Jesu mit seiner Einleitungsvision vergleicht (Offb. 1,12-20), kann erkennen, daß Jesus nicht alle Attribute seiner Herrlichkeit in den Briefköpfen seiner Sendschreiben verwandte. Weder sein herrliches Gewand noch sein Haupt, das wie die Sonne strahlt, wurde in den Briefen erwähnt. Er ist von Herzen demütig und offenbarte seine Vollmacht lediglich als Mittel zum Zweck. Der Sohn Gottes verherrlicht sich nicht selbst. Seine Selbstoffenbarung hatte zum Ziel, die Gemeindeleiter zu retten, zu heiligen, zu stärken, zurechtzubringen und wiederzubeleben. Jesus lebt für seine Gemeinde. Er liebt sie. Er ist die Antwort auf alle ihre Probleme.

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