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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung
BUCH 1 - SIEHE, ICH KOMME BALD! (OFFENBARUNG 1:1 - 3:22)
Teil 1.2 Die erste Vision und ihre Konsequenzen auf der Erde: Die Erscheinung des Menschen-sohnes zur Heiligung seiner Gemeinden (Offenbarung 1:9 - 3:22)
Teil 1.2.2. Die Briefe Jesu Christi an seine sieben Gemeinden in Kleinasien (Offenbarung 2:1 - 3:21)

7. Der Brief Jesu Christi an den 
Gemeindeleiter in Laodizea (3:14-21)


OFFENBARUNG 3:20-21
20 Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. 21 Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron.

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir: Jesus sagte zu dem Gemeindevorsteher in Laodizea, daß er bereits auf dem Weg zu ihm sei, schon seinen Ort erreicht habe, in sein Haus eingetreten sei und vor der Wohnzimmertüre stehe! Dort sei er allerdings zum Stehen gekommen, weil die Tür verschlossen war. Der Prediger hatte seine Herzenstür für den kommenden Heiland nicht offengehalten. Er lebte ohne Naherwartung. Es war ihm unwichtig, ob und wann der Herr komme. Er meinte alles zu haben, was er brauchte. Er wartete auf keinen Heiland.

Jesus drang nicht als der göttliche Gerichtsvollzieher mit Gewalt in das Haus und Herz dieses Mannes ein. Der Herr der Welten stand demütig vor der Tür und klopfte! Er drückte die Türe nicht ein. Er rief deutlich den Namen des Besitzers und - wartete. Die Türe hatte von außen keine Klinke. Sie konnte nur von innen geöffnet werden. Die islamische Idee von der doppelten Prädestination findet in Jesus ihr Ende. Im Evangelium sagt der Herr nicht „sei“, dann ist es (Sure 3,47), vielmehr wartet der Herr auf die Entscheidung eines fragwürdigen Gemeindeleiters. Jesus erzieht keine Sklaven, die sich ihm bedingungslos unterwerfen, sondern ruft Kinder Gottes ins Leben, die ihm mit vollem Willen im Geist der Liebe gehorchen.

Das Bild vom Herrn, der an der Tür unserer Welt klopft, hat im Islam ein starkes Echo gefunden. Die Stunde des Weltgerichts heißt im Qur’an auch „die Klopfende“ (Sure 13,31; 69,4), die sich als Endzeitkatastrophe anmeldet und über alle hereinbrechen wird.

Was für ein Unterschied zur Offenbarung Jesu im Brief an den Gemeindeleiter in Laodizea! Der Herr der Welten stand vor der Herzenstür des geschäftstüchtigen Predigers und klopfte an. Er rief seinen Namen und wartete. Sein Kommen bedeutete keinen Weltuntergang und keine Katastrophe, sondern war Ausdruck der „ersten Liebe“ des Sohnes Gottes zu seinem ihm widerlich gewordenen Gesandten. Der Herr zerstörte ihn nicht, sondern rang um seine Rettung und um den Bestand seiner Gemeinde.

Die siebte Verheißung vom Kommen Jesu Christi hat wiederum keinen Gerichtsvollzug zum Ziel, sondern beabsichtigt einen verweltlichten Gemeindeleiter von seinem Geldgott zu retten.

Jesus hoffte, daß die Stimme seiner Liebe das Herz des gleichgültigen Predigers erreiche und hineindringe, damit dieser Mann endlich stehenbleibe, horche und ihm seine Herzenstüre weit auftue. Es ist eine große Gnade, wenn ein Mensch die Stimme Christi hört, die Wellenlänge des himmlischen Senders genau eingestellt hat und begreift, was sein Herr von ihm will. Jesus ist bereit, in jedes büßende Herz einzuziehen, das sich ihm bei seiner Ankunft öffnet.

Jesus lädt sich selbst bei uns als Gast ein. Er will zu uns kommen und mit seinem Vater und dem Heiligen Geist Wohnung in uns machen. Das Kommen Jesu in uns bedeutet die Einwohnung des Geistes Gottes im Menschen, das Kommen des Ewigen ins Sterbliche und die Gemeinschaft des Heiligen mit Sündern (Joh. 14,23).

Der römische Hauptmann in Kapernaum hatte bekannt: „Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehst“ (Mt. 8,8; Luk. 7,6). So wie er ist kein Mensch würdig, Jesus zu empfangen. Dieser himmlische Gast aber reinigt und heiligt uns, damit wir würdig werden, ihn aufzunehmen. Der Gast bringt dabei das Abendmahl mit sich. Er bietet sich selbst als Speise an: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben“ (Joh. 6,54). Christen sind keine Menschenfresser, wie ihnen auf Grund dieses Verses bisweilen vorgeworfen wird. Jesus will jedoch so in uns hineinkommen, wie das Brot und der Wein beim Abendmahl in den Leib des Menschen eingehen und dort Kraft zum Leben werden.

Wo zeigt sich unsere Vorbereitung, unser Warten auf diesen heiligen Gast und unsere innige Liebe für ihn? Sind wir ihm dankbar für sein Kommen und beten wir ihn an?

Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron:

Dem Gemeindeleiter in Laodizea, dem widerlichen Versager, bot Jesus die höchste Verheißung an! Dem, der keine Liebe verdiente, schenkte er seine ganze Liebe! Diese Verheißung Jesu Christi ist in der Lage, das kälteste Herz schmelzen zu lassen und auch einen gleichgültigen Satten zu erwärmen. Die Liebe Jesu ist stärker als Sünde und Tod.

Der Gang durch das Nadelöhr der Selbstverleugnung und das Ausziehen des alten Menschen wird jedoch keinem erspart. Nur wer sich selbst und seine Liebe zum Geld in der Kraft Christi überwindet, hat das Recht, dessen Zusage wörtlich zu nehmen. Der Tod des stolzen Ichs und die Befreiung zum Du im Geiste Christi nimmt unsere Auferstehung vorweg. Jesus betete in seinem hohenpriesterlichen Gebet: „Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast“ (Joh. 17,24). Die unbegreiflich große Ehre, die dem satten Gemeindeleiter in Laodizea angeboten wurde, enthält ein Angebot an alle Gemeindeleiter der Erde, denn da ist keiner der Gutes tue, auch nicht einer (Ps. 14,1; Röm. 3,9-18+23-24).

Jesus machte seine eigene Überwindung zum Maßstab unserer Überwindung. Er hatte Glauben geopfert, daß sein Heilandswerk trotz seines Todes am Kreuz vollendet sei. Er hatte seine Feinde geliebt und um die Vergebung ihrer Sünden gebeten, als er ans Kreuz genagelt wurde. Am Kreuz überwand er den Zorn Gottes, die letzte Versuchung Satans und das Recht des Todes an ihm und an uns. Christus ist Sieger! Von seiner Überwindung empfangen wir die Kraft zum Überwinden. In uns ist nur Schwachheit und Versagen. Er aber versichert uns: „Meine Gnade genügt für dich, denn meine Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung“ (2. Kor. 12,9). Deshalb konnte Johannes bezeugen: „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“ (1. Joh. 5,4).

Jesus bezeugte sein Leiden, sein Sterben und sein Siegen. Er bezeugte auch seine Auferstehung und seine Himmelfahrt und seine glorreiche Einsetzung in den Thron seines Vaters, so wie es der Heilige Geist schon tausend Jahre zuvor durch David bezeugt hatte: „Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache“ (Ps. 110,1). Diese Verheißung schließt auch den Islam mit ein.

Throne sind im Orient oft breite Couchen, so daß der Herrscher Ehrengäste neben sich setzen kann, um sie scheinbar am Mitherrschen und an seiner Ehre zu beteiligen.

In der Zentrale der Weltgeschichte verhält es sich jedoch anders. Dort hat der Vater dem Sohn tatsächlich alle Gewalt im Himmel und auf Erden übergeben. Er fürchtet nicht, daß sein Sohn mit dieser Vollmacht einen Aufruhr im Himmel gegen ihn anzetteln könnte, denn Jesus ist sanftmütig und von Herzen demütig (Mt. 11,29).

Alle Herrlichkeit, Macht, Reichtum, Weisheit, Stärke, Ehre, Ruhm, Lob und Segen sind in dem, der auf dem Thron sitzt, und im Lamm konzentriert (Offb. 5,12). Jesus nannte in dieser letzten seiner Verheißungen an die Gemeinden Kleinasiens, Gott aufs neue seinen Vater! Die Strahlkraft der Sonne verblaßt neben der Herrlichkeit des Vaters und des Sohnes. Muhammad leugnet zwar im Qur’an 17mal die Gottessohnschaft Christi. Das aber ändert nichts an der Tatsache, daß der Sohn mit seinem Vater zusammen auf einem Thron sitzt und die Weltgeschichte fest in seinen Händen hält.

Die verborgene Herrlichkeit des Thrones Gottes erhellt sich, wenn wir begreifen, wie Jesus den Gemeindeleiter von Laodizea behandelte, leitete und ermutigte: Dem gleichgültigen Prediger, der mit seiner Liebe zum Geld eine große Schuld auf sich geladen hatte, der das schärfste Drohwort aus dem Munde seines Herrn hörte und den der dringendste Bußruf erreichte, diesem Versager bot Jesus seine innigste Liebe und seine höchste Verheißung an! Dieser Elende sollte mit Jesus zusammen auf seinem Thron sitzen, mit ihm herrschen, richten und seine Herrlichkeit sehen.

Der Thron Gottes und seines Lammes bedeutet also nicht allein Herrlichkeit, Macht, Hoheit und Gericht, sondern vor allem die Liebe Gottes, die alles menschliche Denken übersteigt. Die Heilige Dreieinigkeit ist bereit, jeden zerbrochenen Sünder anzunehmen und ihn in sich aufzunehmen, wenn er dem Zug der Liebe Christi gehorcht und sich von seiner Bosheit, seiner Lüge und seinem Stolz lösen läßt (Joh. 17,20-24).

Jesus ringt um jeden seiner Nachfolger. Keiner ist für ihn zu schlecht. Er gibt auch dich nicht auf. Die Seile seiner Liebe ziehen an jedem verlorenen Sohn und jeder verlorenen Tochter und ganz besonders an jedem schuldig gewordenen Gemeindeleiter.

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