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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung

BUCH 6 - DIE HURE BABYLON UND DIE ANBETUNG GOTTES (OFFENBARUNG 17: 1 - 19: 10) - Das Ende der großen Verführerin und Vorbereitungen zur Hochzeit des Lammes
TEIL 6.1 Das Gericht Gottes über die Hure Babylon (Offenbarung 17, 1 - 18,24)

11. Die aufrichtige Klage des Engels über den Fall Babylons
(Offenbarung 18, 21-24)


18, 21 - Und ein starker Engel hob einen Stein auf, groß wie ein Mühlstein, warf ihn ins Meer und sprach: So wird in einem Sturm niedergeworfen die große Stadt Babylon und nicht mehr gefunden werden.

22 - Und die Stimme der Sänger und Saitenspieler, Flötenspieler und Posaunenbläser soll nicht mehr in dir gehört werden, und kein Handwerker irgendeines Handwerks soll mehr in dir gefunden werden, und das Geräusch der Mühle soll nicht mehr in dir gehört werden,

23 - und das Licht der Lampe soll nicht mehr in dir leuchten, und die Stimme des Bräutigams und der Braut soll nicht mehr in dir gehört werden. Denn deine Kaufleute waren Fürsten auf Erden, und durch deine Zauberei sind verführt worden alle Völker;

24 - und das Blut der Propheten und der Heiligen ist in ihr gefunden worden, und das Blut aller derer, die auf Erden umgebracht worden sind.

Wie die große Stadt unwiederbringlich zerstört wird
(Offb. 18, 21-23a)

Ein großer Mahlstein zum Zerwalzen von Oliven muss von einem oder zwei Eseln angetrieben werden. Er unterscheidet sich wesentlich von dem kleinen Stein einer Handmühle zum Mahlen von Getreide, den eine Frau leicht drehen und heben kann.

Der Engel warf einen solchen großen Mahlstein mit Wucht ins Meer, dass niemand und nichts seinen sofortigen Untergang aufhalten konnte (Offenbarung 18, 21). Schnell sank er in die letzte Tiefe des finsteren Meeres hinab (Jeremia 51, 63-64) Kein Mensch kann diesen Stein je wieder ans Tageslicht bringen.

Mit dieser Symbolhandlung beschrieb der Engel den unaufhaltsamen, schnellen und endgültigen Untergang der Großstadt Babylon. Ob damit das ehemalige Babel gemeint ist oder das römische und später das christliche Rom, die Weltstadt New York oder der Zankapfel Jerusalem, dies wird in der Offenbarung nicht erklärt. Allen gottwidrigen Zentren unserer Erde steht der sichere und unaufhaltsame Untergang bevor.

Die Formulierung, dass Babylon "nimmermehr" wiedererstehen werde, findet sich im 18. Kapitel der Offenbarung in den Versen 14 und 21-23 siebenmal, zum Zeichen dafür, dass das Verderben Babylons unwiderruflich und endgültig ist.

Das göttliche Aus für diese Stadt betrifft besonders fünf Kulturgebiete:

Zunächst wird die Kunst genannt, mit hervorragenden Sängen und Sängerinnen, die von Harfenspielern, Flötisten und Trompetern begleitet wurden (Offenbarung 18, 22a). Künstler sind von Gott dazu befähigt worden, ihn zu verherrlichen und ihre Zuhörer zu ermutigen, indem sie bibeltreue Texte vertonen. Sobald sie jedoch die Melodien des Antichristen und der Mutter aller Hurerei anstimmen, werden sie zu Verführern der Massen. Der Engel sagte: Die Stimmen der Künstler sollen nimmermehr in dieser Stadt erklingen, da sie der großen Verführerin ihre Begabung zur Verfügung stellten.

Danach sprach der Engel vom Handwerk (Offenbarung 18, 22b). In orientalischen Bazarstraßen reihen sich kleine Werkstätten aneinander: Schreiner, Schnitzer, Schneider, Strickerinnen, Eisenschmiede, Weber, Fleischer, Bäcker, Töpfer, Glasbläser, Spezialisten zur Herstellung von Musikinstrumenten, Glaswarenhändler, Flaschner, Buchhändler, Gold- und Silberschmiede. Die meisten Berufsgruppen bieten ihre Waren zu Überpreisen an, die herabgehandelt werden müssen. Diese Meister ihres Faches müssen sich fragen lassen, ob sie Gott oder dem Mammon gedient haben. Ehrten sie Christus, oder trugen sie das Zeichen des Antichristen? Konnte der Heilige Geist sie inspirieren und in alle Wahrheit führen, oder machten die Lügen des falschen Propheten viele von ihnen zu gefährlichen Fanatikern? Bei Johannes lesen wir die Antwort: Der Geist dieser Stadt hatte sie alle verseucht. Ihre Handwerkskünste sollen nie wieder in Babylon gefunden werden.

Der Engel redete weiter vom Knirschen der Handmühlen, die von Hausfrauen oder Sklavinnen angetrieben wurden, um täglich aus frisch gemahlenem Mehl Brotfladen für ihre Familien zu backen (Offenbarung 18, 22c). Das reibende Geräusch machte die Mühe und Fürsorge der Hausfrauen deutlich, die sich für das Wohlergehen ihrer Männer, Kinder und Sklaven verantwortlich fühlten. Doch wen beteten diese Frauen an? Waren sie von Gott und seinem Lamm begeistert oder von dem Sohn des Bösen? Der Engel verkündete, das Geräusch der Handmühlen werde nimmermehr in Babylon zu hören sein. Alle Haushalte dieser Stadt würden mit ihren Angehörigen vernichtet.

Als nächstes wurde in der Vision des Johannes vom Licht der Leuchte geredet, von den Öllämpchen in den Häusern, auf den Fluren, in Sälen und Hallen (Offenbarung 18, 23a). Babylon war bekannt für sein Lichtermeer, das die Stadt bei Nacht erhellte. An heißen Tagen brachten die Nächte etwas Abkühlung. In den hell erleuchteten Nächten erwachte das Leben. So entstand später im Umfeld Bagdads das Buch "Tausend und eine Nacht". Was aber beleuchteten die Lampen in den Räumen, Sälen und Erkern? Wurden sie Zeugen ernsthafter Studien und fürsorglicher Familiengespräche, oder beleuchteten sie Sünde, Betrug und Verführung? Die Antwort gibt indirekt der Engel, der wehmütig feststellen musste, das Licht der Leuchten werde in dieser Stadt nimmermehr angezündet.

Zum Schluss erinnerte der Engel an die Stimmen des Bräutigams und seiner Braut, die in ihrem Hof oder Haus meistens mit Freudentrillern gefeiert wurden (Offenbarung 18, 23a). Schon Jeremia hatte vom fröhlichen Hochzeitslärm berichtet als dem Inbegriff menschlicher Freude (Jeremia 7, 34; 16, 9; 33, 11). Doch waren die babylonischen Ehen in Gottes Namen und in Christi Gegenwart geschlossen worden oder auf Grund eines Ehevertrages im Namen des Antichristen? War die Liebe der Liebenden biblisch auf die Gebote und Verheißungen Gottes ausgerichtet worden oder ideologisch auf die grenzenlosen Freiheiten des Bösen? Traurig gab der Engel bekannt, dass die Stimmen des Bräutigams und der Braut nie wieder in dieser Stadt gehört werden sollten. Kein neues Leben werde die Zukunft dieser bösen Stadt beleben. Denn für alle, die ohne Gott und sein Lamm leben und sterben wollen, besteht keine Hoffnung.

Die Anklage des Engels
(Offb. 18, 23b-24)

Nach diesem fünffachen wehmütigen Nachruf auf Babylon und seine Bewohner lüftete der Engel den Schleier des Geheimnisses, der über dieser Großstadt lag, welche die ganze Welt verführt hatte: Er offenbarte, dass die Großhändler der Stadt die Macht über die ganze Erde in ihren Händen hielten (Offenbarung 18, 23b). Sie bestimmten die Preise. Sie nutzten die Nöte armer Erzeuger aus. Sie wählten die Schwerpunkte der Werbung. Sie "schmierten" mit Spenden die Räder der Machtpolitik und spielten mit Fürsten. Ihr Gott war der Gewinn, und ihre Aktivitäten spiegelten ihre rücksichtslose Interessensvertretung wider. Die Kaufleute von Babel waren kosmopolitisch eingestellt. Sie saugten die Völker aus und brachten Reichtum und Luxus nach Babel. - Falls jedoch rücksichtsloses Kaufmannskalkül ein Kennzeichen von Babel ist, wo ist dann auf unserer Erde kein Babylon?

Trotz ihrer vermeintlichen “Sicherheiten” sind viele Mächtige und Reiche ohne eine Bindung an den wahren Gott unsicher im Blick auf die Zukunft. Manche gehen zum Wahrsager, lassen sich Horoskope ausstellen oder hängen “zur Ableitung des Bösen Blickes” blaue Schutzschilder mit einem Auge in der Mitte in ihren Autos oder Häusern auf. Wo ein Mensch sich nicht im lebendigen Gott gegründet und bewahrt weiß, sucht er bei Geistern, Götzen oder Zauberern Hilfe und Leitung. Satansmessen, Tischrücken, Kaffeesatzlesen, Geisterbefragung und schwarze Magie vermehren sich schnell, wo Gott und sein Lamm abgelehnt werden; Filme werden dann von Teufeln inspiriert, und Bücher und Magazine sind Sprachrohre unreiner Geister. Doch auch ohne diese Medien waren schon in Babylon jede Form der Zauberei und des Okkultismus zu Hause. Die Stadt war besessen von einer Unzahl von Teufeln.

Der Engel sagte, dass Reichtum und Okkultismus zur Tötung von Dienern Gottes führen können, wenn diese die Sünden ihrer Stadt aufdecken und jedermann zur Buße rufen (Offenbarung 18, 24a). Vielleicht gab es im modernen Babylon mutige Zeugen Jesu sowie thoratreue Juden, die in keinen Betrug einwilligten und dunkle Geschäfte zum Platzen brachten. Heilige in Christus werden von gottlosen Geistern gehasst, da sie mit ihrem Glauben, Lieben und Hoffen das Hervorbrechen des Reiches der Finsternis aufhalten. Die durch Christi Blut Geheiligten sind das Salz der Erde und das Licht der Welt (Matthäus 5, 13-14). Mit den vom Bösen Verführten stehen sie in einem geistlichen Ringkampf. Im römischen Reich wurden Zehntausende von Christen ermordet, weil sie die Cäsaren nicht anbeteten. Von der Inquisition oder in den Kriegen der Gegenreformation wiederum wurden Hunderttausende von Waldensern, Hugenotten und Protestanten getötet, sodass J. A. Bengel zu Offenbarung 18, 24 notierte: "Rom ist zur Schlachtbank der Schafe Christi geworden!"

Mit der Aussage, dass in Babylon das Blut aller Menschen gefunden werde, die jemals getötet wurden (Offenbarung 18, 24b), gibt der Engel uns einen Hinweis auf den “Mörder von Anfang an” (Johannes 8, 44), der seit Anbeginn der Zeiten immer wieder Fanatiker, Machtbesessene und Drogenabhängige inspiriert hat, ihre Ideen, Gesetze und Ziele mit Gewalt durchzusetzen. Als besonders tragisch sind Religionskriege und Strafen aus religiösen Gründen zu bewerten, weil sie auf dämonisch gesteuerte Verirrungen der betreffenden Religionen und Kirchen hinweisen. Jesus hat selbst keinen Menschen getötet und auch keinen töten lassen, obwohl er das Recht dazu besaß. Er zog vor, anstelle aller Menschen selbst zu sterben, um sie von Gottes Zorn und Gericht zu retten. Dem Sprecher seiner Jünger, Petrus, hatte er befohlen: "Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen." (Matthäus 26, 52) Wehe also jener Kirche, die im Namen ihres Dogmas Andersdenkende tötet! Sie stellt sich damit in den Dunstkreis Babylons und wird unausweichlich vernichtet werden. Gott selbst wird das Ende einer solchen entchristlichten Kirche herbeiführen, wenn sie nicht offen und ganz Buße tut.

Babel hatte ursprünglich das "Tor zu Gott" geheißen. Es wurde aber zur Tür für Satan und verseuchte alle Welt. Aus einer religiösen Zielsetzung kann schnell eine satanisch besessene Verirrung entstehen, wenn Hochmut, Gewinndenken und eigene Ehre damit verknüpft sind. Der Antichrist, der falsche Prophet und die Hure Babylon lauern jeder Chance auf.

Wir sollten nicht vergessen, dass Jesus besonders Jerusalem anklagte, seine Bewohner hätten die Propheten getötet und die Gesandten Gottes gesteinigt (Matthäus 23, 37). Der Sohn Gottes hatte dabei seinen eigenen Tod am Kreuz vor Augen, der in Jerusalem geschehen musste. Auch die zwei Zeugen der Endzeit werden in Jerusalem getötet werden (Offenbarung 11, 3-13; 18, 20.24). Sollte Babylon in der Endzeit seinen Mantel auch über Jerusalem werfen, sodass die ehemals “Heilige Stadt” sehr unheilig würde, da sie ihr antichristlich verdunkeltes Herz nicht ändern lassen wollte? Was hat Babylon mit Jerusalem zu tun? Beide gehören in der Endzeit unauflöslich zusammen.

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