Waters of Life

Biblical Studies in Multiple Languages

Search in "German":

Home -- German -- Offenbarung -- 139 ( Das Lamm Gottes inmitten seiner 144.000 Blutzeugen aus Israel )

This page in: -- Arabic -- Armenian -- Bulgarian -- English -- French? -- GERMAN -- Indonesian? -- Polish? -- Russian -- Yiddish

Previous Lesson -- Next Lesson

OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung

BUCH 5 - DER ANTICHRIST UND DAS LAMM GOTTES (OFFENBARUNG 13:1 - 16:21) - Christus inmitten seiner Märtyrer trotz des Antichristen und der Zornschalengerichte
TEIL 5.4 Das Lamm Gottes inmitten seiner 144.000 Blutzeugen aus Israel (Offenbarung 14, 1-5)

Die Geborgenheit der Erlösten im Lamm Gottes

1 Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm hundertvierundvierzig Tausend, die hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben auf ihrer Stirn.

2 Und ich hörte eine Stimme vom Himmel, wie die Stimme eines großen Wassers und wie die Stimme eines großen Donners, und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielen.

3 Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Gestalten und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen außer den hundertvierundvierzig Tausend, die erkauft sind von der Erde.

4 Diese sind´s, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; die folgen dem Lamme nach, wohin es geht. Diese sind erkauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm,

5 und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig.

Die Treue des Lammes Gottes

Nach den bedrückenden und belastenden Visionen über den mächtigen Antichristen und seinen intelligenten Propheten, empfing Johannes einen trostvollen Lichtblick. Er schaute die Herrlichkeit des Lammes Gottes und sah seine Liebe zu den Blutzeugen, die um seines Namens willen Qualen und Tod erlitten. Seitdem der inthronisierte Gekreuzigte das siebte Siegel aufgebrochen hatte (Offb. 8, 1), war in 99 Versen des Buches der Offenbarung mit ihren erschütternden Posaunengerichten, nichts mehr vom Lamm Gottes gesagt worden. Jetzt aber verschlug es Johannes beinahe die Sprache, so dass er nur noch stammelnd sagen konnte: Ich sah, - siehe das Lamm!! Jetzt trat der Heiland selbst aus seiner Verborgenheit hervor.

Das Lamm Gottes ist der Trost und die Kraftquelle für die Christusgläubigen in allen Zeiten. Während der falsche Prophet als Lamm mit seiner Drachenstimme auftrat und das siebenköpfige Monster aus dem Meer eine Todeswunde ähnlich dem wahren Lamm Gottes trug, erschien das echte Gotteslamm in seiner heiligen Liebe, Demut und Hoheit.

Jesus hatte den Thron seines Vaters verlassen, um seine Blutzeugen aus der Verfolgung durch den Sohn des Bösen, im Zentrum Jerusalems, abzuholen. Johannes sah ihn auf dem Berg Zion in ihrer Mitte stehen. Wo das Lamm Gottes auftritt, dort existiert ein Raum der Geborgenheit, in den kein Feind eindringen kann.

Um die Zeugen herum, im unheiligen Land, tobte der Antichrist. Er thronte im dritten Tempel mitten auf dem Berg Zion und lästerte Gott, sein Lamm und seine Gemeinde. Seine giftigen und hasserfüllten Worte aber trafen die 144.000 Auserwählten aus Israel nicht mehr, denn sie ruhen in Christus. Sie stehen in der Gegenwart des Lammes Gottes und sind allem Leid entronnen. Das wahre Zion existiert mitten im teuflischen Zion und wird von dem Sohn des Verderbens nicht erkannt, noch zerstört werden. Die bewahrende Macht des auferstandenen Christus ist größer als wir ahnen. Bei ihm herrschen Friede, Geborgenheit, Ruhe und heilige Freude. Christus ist unser Bergungsort (Psalm 23, 4-5).

Die 144.000 Erlösten sind voller Lob und Dank und erkennen, dass ihr Festhalten am Glauben in der Verfolgung und im Tod keine Fiktion war, sondern auf einer ewigen Realität beruht: Jesus lebt und regiert! Das Lamm Gottes hat sich in seinem mitleidenden, stellvertretenden und fürbittenden Charakter nicht verändert. Die ihm übertragene Machtfülle hat ihn nicht stolz gemacht. Jesus steht inmitten der Schar der vollendeten Judenchristen aus Israel. Er ist voller Freude, seine durch Leiden geläuterte Brautgemeinde zu sehen, mit ihr zu reden und sie zu trösten. Wie Jesus mit seinen Jüngern auf Erden wandelte, so sah Johannes seinen Herrn inmitten seiner Nachfolger auf dem sagenumwobenen Berg Zion stehen.

Der Berg Zion einst und morgen

Der Berg Zion wird 154 Mal im Alten Testament und sieben Mal im Neuen Testament genannt. Er bedeutet zuerst die alte Stadt Davids am Südostabhang des heutigen Jerusalems. Bald aber wurde das ganze Jerusalem und auch Israel insgesamt als Zion verstanden (Jes. 46, 13; Zef. 3, 14-15; Psalm 149, 2 u.a.). Meistens wird jedoch mit diesem Begriff der Tempelberg, samt dem Tempel und seinen Gottesdiensten bezeichnet (Psalm 84, 8; Jer. 31, 6; Jes. 8, 18; 24, 23; 31, 4; Micha 4, 7 u.a.). Dort war der Ort der Versöhnung und der Anbetung. Im übertragenen Sinn ist dies der Ort, wo die Gläubigen ihrem Herrn begegnen und der Raum, wo sie bei ihm geborgen sind (Hebr. 12, 12). Letztlich wird dabei strenggenommen an das himmlische Jerusalem gedacht (Gal. 4, 25-26; Eph. 2, 6; Phil. 3, 20; Offb. 21, 2). Johannes spezifiziert jedoch den Begriff ”Zion” in seiner Vision nicht, so dass er alle genannten Bedeutungen enthalten kann!

Im irdischen Zion wird nach dem Offenbarungsbuch am Ende der Zeit der Antichrist herrschen, dem Lamm Gottes drohen und ihm sein Recht streitig machen. Falls Johannes mit Zion das von den Römern zerstörte und heute wieder aufgebaute Jerusalem meint, wäre Jesus mitten in den Machtbereich Satans eingebrochen und hätte seine treuen Zeugen tot oder lebendig erlöst und in seine Gegenwart gezogen. Ist damit aber das himmlische Jerusalem gemeint, so hat Jesus seinen Thron verlassen, um seine Blutzeugen persönlich zu empfangen, da sie ihn im Leben und im Sterben verherrlichten und zu ihm gehören (Jes. 43, 1).

Die 144.000 Versiegelten aus den Stämmen Israels (Offb. 7, 1-8) haben ihre Prüfung bestanden. Sie sind durch die Leiden, Qualen und Versuchungen der Endzeit hindurchgegangen, obwohl der Antichrist und sein falscher Prophet von Jerusalem aus regieren, verführen und töten werden. Die letzten Tage der Zeit drehen sich um den Berg Zion, weshalb vor anderen Nachfolgern Christi die Judenchristen zuerst verfolgt und getötet werden. Die vollkommene Zahl der Auserwählten aber zeigt, dass Jesus keinen einzigen seiner versiegelten Nachfolger verlieren wird. Kein Stamm von den elf Stämmen Israels (ohne Dan in sich selbst), wird dabei unheilige oder fruchtlose Versager stellen, denn alle leben von der Gnade, Kraft und Liebe des Lammes. Die Tatsache, dass Jesus 144.000 seiner Nachfolger aus Israel zur Vollendung bringt, zeigt die Vollmacht seines Namens: Er heißt Jesus, denn er wird sein Volk retten von seinen Sünden (Mt. 1, 21). Die Mission unter Juden in den letzten Tagen wird trotz des antichristlichen Terrors zu ihrem Ziel führen. Auch die innere Zerrissenheit der messianischen Gemeinden mit ihren gegensätzlichen Ansichten in Glaubensfragen, wird den Siegeszug des Evangeliums in Israel nicht aufhalten. Sie bekennen immer wieder mit Paulus: Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist die Kraft Gottes zum Heil für alle die daran glauben, zuerst für die Juden – und gleicherweise für die Völker (Röm. 1, 16).

Der Inhalt des Siegels auf den Stirnen der Märtyrer

Johannes konnte in dieser strahlenden und ermutigenden Vision sogar den Inhalt des Siegels entziffern, das der Engel auf ihre Stirn eingeprägt hatte. Es ist der Name des Lammes und der Name Gottes des Vaters. Eine Taufe im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes ist keine leere routinemäßige Handlung, sondern die Vermittlung von Ewigkeitsrechten und Vollmachten, die sich im Glauben bewusster Christusnachfolger realisieren. Die 144.000 aus Israel bekennen mit diesem Doppelnamen, dass sie von Natur aus verdorbene und verlorene Sünder sind und allein das Blut des Gotteslammes sie von allen Sünden reinigte. Jesus hat diese Sünder aus Israel mit seinem Blut als ewiges Eigentum erkauft. Sie gehören nicht mehr sich selbst, sondern dem Lamm Gottes. Das Siegel auf ihren Stirnen bezeugt rechtskräftig und unveränderlich seinen Rechtsanspruch.

Der Seher erkannte deutlich, dass nicht nur der Name Jesu Christi, des Lammes Gottes, auf ihrer Stirn zu lesen ist, sondern auch der Name Gottes seines Vaters. Dieser Vers ist eine der wichtigen Stellen im Buch der Offenbarung, in der Gott als der Vater Jesu Christi bekannt wird (Offb. 1, 6; 2, 28; 3, 5 und 21; 14, 1). Johannes will uns mit dieser Erkenntnis einprägen, dass der allmächtige Schöpfer, der Herr und Richter der Welten, nicht zuerst “unser” Vater, sondern der Vater Jesu Christi ist. Keiner von uns ist würdig Gott seinen Vater zu nennen (Lk. 15, 21). Allein durch den Sühnetod und die Fürbitte Jesu Christi hat er uns in sein Sohnesrecht eingesetzt. Er erlaubte und befahl uns, seinen Vater auch unseren Vater zu nennen (Mt. 6, 9)! Jesus ist nicht von Gott adoptiert oder wiedergeboren worden, vielmehr ist er vor aller Zeit aus ihm hervorgegangen, wie das Wort aus dem Mund hervorgeht. Jesus ist Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt (geboren) und nicht geschaffen, mit dem Vater in einem Wesen. Wir aber sind unwürdig unsere Augen zu Gott aufzuheben (Lk. 18, 13-15). Allein durch die Gnade des Opfers Jesu Christi wurden wir adoptiert und durch die Kraft seines Heiligen Geistes wiedergeboren. Seither bezeugt uns der Heilige Geist, dass wir Gottes Kinder sind und ruft in uns: Abba, lieber Vater! (Röm. 8, 15-16). Johannes beschreibt dieses Geheimnis in seinem Gemeindebrief: Welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch! ... Wir sind Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn er offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen (Röm. 8, 17; Phil. 3, 21; Kol. 3, 4; 1. Joh. 3, 1-2 u.a.).

Nicht nur den Christen aus den unreinen Völkern gilt dieses doppelte Vorrecht, dass sie durch Christi Blut mit Gott versöhnt und seine eigenen Kinder geworden sind. Dieses Recht gilt zuerst den Judenchristen, die in ihren Anfechtungen und Leiden erkannten und glaubten, dass Jahwe, nicht nur der Vater ihres Volkes im rechtlichen Sinne ist (5. Mose 32, 6; 2. Sam. 7, 14; 1. Kor. 17, 13; 22, 10; 28, 6; Psalm 68, 6; 89, 27; Jes. 9, 5; 63, 16; 64, 7; Jer. 3, 4 und 19; 31, 9; Mal. 1, 6; 2, 10 u.a.), sondern der Vater Jesu Christi und durch ihn auch ihr Vater. Sie bekennen damit, dass Jahwe, der Bundesgott, ihr persönlicher Vater geworden ist. Dieses Zeugnis ist der Fels auf den Jesus Christus seine Gemeinde aufbaut. Die Erkenntnis dieses Geheimnisses geschieht bei jeder Person durch eine direkte Inspiration vom Vater (Mt. 16, 16-19)! Wegen der Bejahung dieser Tatsache vor dem Hohen Rat wurde Jesus gekreuzigt (Mt. 26, 63-64). Es ist seelsorgerlich und missionarisch gesehen eine Sensation, dass 144.000 Juden nicht nur den Namen des Lammes, sondern auch den Namen seines Vaters an ihrer Stirn tragen. Wir wollen deshalb mit ihnen zusammen den Vater und den Sohn in der Leitung des Heiligen Geistes anbeten und mit großer Freude anhaltend loben.

Ihr neues Lied vor Gottes Thron

Johannes hörte plötzlich eine Stimme vom Himmel, die wie das Brausen eines großen Wasserfalls in der Ferne ertönte, jedoch lauter wurde und immer mehr dem Grollen und Donnern eines Gewitters ähnelte. Beim genauen Hinhören vernahm der Seher die Stimmen von Sängern, die auf ihren Harfen spielten und mit Eifer und Begeisterung ihre Saiten harften. Die zarten Töne der Harfe wurden dabei so laut und stark, dass sie den ganzen Himmel erfüllten.

Mit dieser Sphärenmusik änderte sich die bisherige Vision. Johannes sah nicht mehr den Berg Zion, sondern stand mitten im Thronsaal des Himmels, wo die 144.000 ihr Dank- und Jubellied dem Vater und dem Lamm in Gegenwart der vier Thronträger und der 24 Ältesten vorspielten. Der Text des Liedes wird in dieser neuen Vision verschwiegen. Niemand kann diese Worte lernen und verstehen, außer den 144.000, die durch unsägliches Leid, Versuchungen, Folter und Tod um Jesu willen gegangen sind.

Wenn wir trotzdem dem Inhalt dieses Lobpreises nachspüren, so hängt dies mit der Anbetung eines Stephanus, Paulus und Johannes zusammen, von denen jeder einige Strophen dieses Liedes in der Leitung des Heiligen Geistes gedichtet haben könnte. Wir denken an die Rede des Stephanus vor dem Hohen Rat (Apg. 7, 1-60) oder an die Rede des Paulus vor König Agrippa (Apg. 26, 1-29), an seinen Hymnus für die Gemeinde in Rom (Röm. 8, 31-39), an sein Bekenntnis zu Israel (Röm. 9, 1-8), an seine stürmische Fürbitte (Eph. 3, 14-21), an seine Christologie (Phil. 2, 5-11) und an seinen Segensgruß (Phil. 4, 7). In ähnlicher Weise bekannte Johannes erstaunt, dass Jesus Gott im Fleisch war (1. Joh. 1, 1-3) und Gott selbst Liebe ist (Joh. 3, 16; 1. Joh. 4, 9-10 und 15-16). Alle Apostel Jesu Christi waren Juden und gehören zu der Gemeinde der Erstlinge. Nur Juden haben uns das Evangelium des Lebens überliefert. Wer ihre Texte auswendig lernt, kann das neue Lied mitsummen.

Die Blutzeugen aus Israel lebten in den Texten der Thora und klammerten sich an die Verheißung der Propheten. Sie sangen die Psalmen auswendig. Sie glaubten an die Herrlichkeit Gottes, hielten an seinem Bund mit seinem halsstarrigen Volk fest und hofften auf die zugesagte Kindschaft (2. Mose 4, 22; 5. Mose 7, 6; Röm. 9, 4-5). Sie empfingen als erste den Heiligen Geist und das ewige Leben. Die Tiefe ihrer Anbetung war nicht nur emotional, sondern basierte auf dem Reichtum der Gnade des Herrn, die vielen Generationen anvertraut worden war. Die Leiden der Endzeit vertieften ihre Liebe zum Vater und seinem Lamm durch die Kraft seines Heiligen Geistes. Das ganze Alte Testament brach in der Erkenntnis und Erfahrung des Neuen Testamentes aus ihnen heraus. Unsere modernen Glaubenslieder sollten wieder mehr aus der Fülle des Wortes Gottes schöpfen, sonst ”modern” sie schnell.

Die Keuschheit der Märtyrer

Die Aussage in Offenbarung 14, 4, dass nur Männer, die keinen Kontakt mit Frauen hatten und tadellose Jungfrauen zu den Auserwählten des Lammes Gottes gehören, ist in der deutschen Übersetzung irreführend. Das Wort ”jungfräulich” ist im griechischen und lateinischen doppelgeschlechtlich und bezeichnet sowohl keusche Männer als auch unberührte Frauen.

Die Eheordnung der Bibel stammt aus dem Paradies vor dem Sündenfall und ist eine gute Gabe Gottes (1. Mose 1, 27; 2, 18-25; Mt. 19, 4-6; Mark. 10, 6-8 u.a.). Außerdem sind alle Männer, auch die ehelos blieben, Sünder und werden nicht gerecht aus sich selbst, sondern allein durch die Gnade des Gotteslammes. Dasselbe gilt auch für alle Diakonissen, Nonnen und ledige Frauen. Kein Mensch wird aus eigenem Verdienst gerecht, sondern allein durch das Sühneopfer Jesu Christi (1. Mose 6, 12; Psalm 14, 3; Röm. 3, 10-24 u.a.). Asketen sind nicht heiliger als gerechtfertigte Sünder (Röm. 3, 28; Gal. 2, 60 u.a.). Der Mönch Luther hat diese geistliche Realität am eigenen Leib und Gewissen erlitten und eine Nonne geheiratet, um alle Ehre dem Lamm Gottes zu geben.

Dieser geistliche Grundsatz schließt nicht aus, dass einzelne Menschen wie Paulus von Jesus zur Ehelosigkeit berufen sind, um ihre ganze Zeit, Kraft und Verdienst für Jesus einzusetzen (Mt. 19, 12; 1. Kor. 7, 7 u.a.). Gerecht aber werden wir alle allein durch Christi Blut und Gerechtigkeit, was von Paulus überdeutlich herausgestellt wurde.

Hinter der geheimnisvollen Rede von der Reinheit und Keuschheit der 144.000 Judenchristen steht der biblische Sprachgebrauch, dass die Auserwählten Jesu Christi sich von jedem Götzendienst ferngehalten und das Bild des Drachensohnes auch unter Druck und Todesdrohung nicht angebetet haben (Jer. 3, 6-13; 13, 27; Hos. 2, 4; Kap. 3, 1; Mt. 12, 39; Kap. 16, 11; 2. Petr. 3, 14; Jak. 1, 27 u.a.). Sie haben sich allein dem Lamm Gottes anvertraut und keinem multikulturellen oder synkretistischem Gottesdienst geöffnet. Einige Ausleger meinen, dass die Anbeter auf dem Berg Zion keine Kontakte mit der ”Hure Babylon” pflegten. Sie öffneten sich keinem anderen Geist, als allein dem Geist des Lammes, der der Geist des Vaters und des Sohnes ist (Joh. 16, 13-15; 17, 10 u.a.). Sie lieben allein Jesus, ihren Messias und seinen Vater, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit allen ihren Kräften (Mt. 22, 37; Mark. 12, 30, 33; Lk. 10, 27 u.a.). Sie waren in das Lämmlein in Gottes Thron verliebt und opferten ihm ihre Ehre, ihre Familie, ihren Besitz, ihre Zeit und ihr Leben. Das war ihr reiner und unbefleckter Gottesdienst.

Der Weg dem Lamme nach

Den 144.000 wird bescheinigt, dass sie dem Lamm Gottes folgen wohin es geht. Jesus hatte die schwerwiegende Einladung ausgesprochen: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach (Mt. 16, 24-26; Kap. 10, 38-39; Mark. 8, 34-38; Lk. 9, 23-26; 1. Petr. 2, 20-21 u.a.). Jesus appelliert an den Willen des Menschen, sich ihm ganz auszuliefern und mit ihm durch dick und dünn zu gehen. Das aber verlangt das Gegenteil einer Selbstverwirklichung, sodass wir uns nicht mehr wichtig nehmen, bemitleiden und uns um uns selbst drehen, sondern allein Jesus als Mitte und Ziel unseres Lebens akzeptieren. Dazu kommt, das “Auf-sich-nehmen-des-eigenen-Kreuzes”. Da in Rom entlaufene Sklaven und Aufrührer gekreuzigt wurden, bedeutet der Befehl Christi, dass wir uns durch Gottes Geist als Aufrührer und Dienstverweigerer bekennen und durchrichten lassen. Wir alle tun nicht, was wir tun sollen, und tun, was wir nicht tun wollen (Röm. 7, 15-20). Deshalb haben wir eine Kreuzigung verdient. Unser stolzes Ich muss in der Nachfolge Christi zerbrechen und sterben, damit Er in uns leben kann (Gal. 2, 19-20).

Jesus sagte des weiteren: Meine Schafe hören meine Stimme, ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben und sie werden nimmermehr umkommen und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen (Joh. 10, 27-28). Das Hören der Stimme Christi und das Unterscheiden seiner Stimme in der Kakophonie unserer Zeit ist das Geheimnis der Nachfolge Christi. Wir hören Christi Stimme beim Lesen seines Evangeliums und beim Beten über seinem Wort. Zum Hören muss jedoch der Glaubensgehorsam kommen, sonst wird das Hören zur Schuld!

Jesus sagt: Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so (und nur so) werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen (Mt. 11, 29). Jesus will uns in seinen Lammescharakter verändern! Das Lamm Gottes offenbart sich als der gute Hirte, damit die Hirten in der Gemeinde Lämmer werden! Buße heißt Sinnesänderung. Besonders die Heiligen und Aktiven brauchen eine tägliche Hinwendung zum Lamm Gottes. Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen (Mt. 5, 5). ”In jedem Haus ein Lamm” ist einer der besten Wege zum Frieden in einer Familie und in einem Wohnblock.

Paulus schreibt: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe. Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat (Psalm 44, 23; Röm. 8, 36-37). Das Zeugnis des Paulus bekennt die große Veränderung in seinem Leben: Der Stürmer und Draufgänger, der Rechtsfanatiker und Verfolger der Gemeinde, wurde in der Nachfolge Christi ein Lamm! Fritz Binde hat in seinem Buch: ”Der Weg dem Lamme nach” aufgezeigt, welches die Stationen in der Umwandlung unseres bösen Ichs in der Nachfolge des guten Hirten sein können.

Sendet Jesus seine Zeugen in den Tod?

Jesus sagte: Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe (Mt. 10, 16-26). Wie lange wird ein Schaf leben, wenn es in ein Wolfsrudel hineingeworfen wird? Keine Minute! Die Wölfe werden es noch in der Luft zerreißen. Wie kann dann Jesus seine Nachfolger mitten unter Wölfe senden? ER schließt ihnen ihr Maul, dass sie nicht zubeißen und zerreißen können. Kein Mensch oder Dämon vermag einem treuen Zeugen Christi zu schaden, bis er sein Zeugnis vollendet hat (Offb. 11, 3-7; Mt. 28, 20). Nicht alle Nachfolger Christi müssen in ihrem Dienst für Jesu sterben wie die Kirchengeschichte häufig zeigt. Jakobus, der Bruder des Johannes, Jakobus, der Bruder Jesu Christi, Petrus und Paulus, sowie andere Apostel, haben jedoch ihr Zeugnis für Gottes Lamm mit ihrem Tod besiegelt. Sie folgten dabei dem Lamme nach, das nichts von uns verlangt, was es nicht selbst durchlebt und durchlitten hat. In der Zeit des Antichristen wird die Zahl der Nachfolger des Lammes, die ihren Glauben mit ihrem Tod bezeugen, sprunghaft wachsen.

Eine krönende Beschreibung der Nachfolge Christi heißt: ”Durch Tod zum Leben und durch Leiden in die Herrlichkeit”. Jesus holt die 144.000 auf dem Berg Zion ab, um sie vor den Thron Gottes zu führen, wo sie ihren Lobgesang Gott und seinem Lamm darbringen. Das Leben, das der gute Hirte ihnen gab, ist ewig. Obwohl sie sterben, leben sie weiter. Ihr ewiges Leben ist kein Dahinvegetieren in Angst und Bedrohung (Psalm 23, 4-5), denn sie werden in das Spiegelbild des Lammes und seines Vaters verwandelt (1. Mose 1, 27; Röm. 8, 29-30 u.a.).

Ein anderes Geheimnis in der Nachfolge Christi ist das Mitleiden mit allen Verlorenen. Jesus jammerte das zerstreute Volk, das keine Hirten hatte (Mt. 9, 36-38). Er senkt sein Erbarmen, die Liebe Gottes und sein Mitleiden in die Herzen seiner Nachfolger (Lk. 6, 36; Röm. 5, 5; 2. Mose 19, 6; 1. Petr. 2, 9; Offb. 1, 6; Kap. 5, 9-12 u.a.). Das Mitleiden Christi und die Liebe Gottes sind die Kräfte, die seinen Heilsplan vorantreiben. Die 144.000 folgen auch in der Ewigkeit dem Lamme Gottes als seine Königspriester nach.

Auch wir sind berufen in die Schar der Barmherzigen einzutreten, die die Verfehlungen ihrer Nachbarn, Kollegen und Verwandten nicht oberflächlich verurteilen, sondern priesterlich die Sünder vor Gottes Thron vertreten und anhaltend beten, dass sie sich bekehren, in die Herde Christi eintreten und von ihrer Wolfsnatur in das Bild des Lammes Gottes verwandelt werden. Das Zeugnis Jesu in Lk. 4, 18 sollte von jedem seiner Nachfolger wiederholt und praktiziert werden.

Muhammad hat in seinem Qur’an festgestellt, dass es verschiedene Arten von Christen gibt: Schüler (Jünger), Helfer zum Sieg (Kämpfer), gläubige Beter, hingegebene Muslime, Nachfolger Christi und Blutzeugen. Er bestätigt mehrer Male, dass die “Nachfolger Christi” eine besondere Klasse von Christen sind, da sie ihre Feinde lieben, und Mitleid mit ihnen haben (Suren 3, 52, 55; Sure 5, 82; Sure 57, 27 u.a.). Muhammad hat die Christen genau beobachtet und die Nachfolger des Lammes erkannt und beschrieben. Er war jedoch nicht bereit, seine Wolfsnatur abzulegen und wurde einer der großen Antichristen und falschen Propheten.

Erstlinge für Gott und sein Lamm

Den 144.000 wird bescheinigt, dass sie Erstlinge für Gott und sein Lamm sind. Das Pfingstfest war das Dankfest für die ersten Garben! Die Geistbegabten waren das Angeld für weitere Geistbegabten. Sie gaben das Evangelium und seine Kraft weiter. Ein Glied in der Stafette der von ihnen Erweckten, waren die 144.000. Sie stellen die Erstlinge aus dem Volk des Alten Testamentes dar, das nach 1.878-jähriger Zerstreuung (70-1948 n.Chr.) heute wieder in seine Heimat zurückkehrte. Der Geist des Drachensohnes aber kann die Geistgeborenen unter ihnen nicht tolerieren. Sie müssen sterben. Aber sie leben, beten und glauben weiter. Sie ringen mit Gott um die Errettung ihres verlorenen Volkes (Röm. 9, 1-3; Offb. 3, 7-13). Ihnen ist zugesagt, dass kurz vor der Wiederkunft Christi noch eine Erweckung in ihrem besessenen Volk aufflamme, dessen Feuer kein Antichrist, noch ein falscher Prophet löschen könne (Apg. 15, 13-18; Amos 9, 11-12; Jer. 31, 31-34; Hes. 36, 24-32; Kap. 37, 1-14; Joël 3, 1-5; Sach. 12, 10; Joh. 19, 37; Offb. 1, 7 u.a.).

Johannes hörte in seiner Vision (Kap. 14, 5), dass die 144.000 Märtyrer in der Öffentlichkeit und in Verhören, in der Verfolgung und bis in den Tod die Wahrheit über das Lamm Gottes und seinen Vater bezeugten. Sie heuchelten nicht, obwohl die Versuchung, mehr Jude als Christ zu sein, auch an ihren Herzen nagte. Der Geist des Lammes überwand ihre Zweifel, Feigheit und den Versuch den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, so dass sie in Weisheit das ganze Evangelium ihrem antichristlich beeinflussten Volk bezeugten.

Die 144.000 aus Israel sollten jedoch nicht idealisiert werden, denn sie leben wie wir von der Vergebung und Begnadigung durch das Blut des Lammes. Aber der Heilige Geist treibt sie, die Verheißungen Jesu trotz wachsenden Widerstandes und Hasses zu glauben und zu erfüllen (Mt. 10, 19-42; Joh. 16, 1-4 u.a.). Um der Treue Jesu willen können sie und wir treu sein. Den 144.000 wird durch den Heiligen Geist bezeugt, dass sie untadelig sind. Die Gnade Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes hat bei diesen Schlachtschafen der Endzeit ihr Ziel erreicht (2. Kor. 13, 13; Offb. 7, 14-17 und Offb. 12, 11).

www.Waters-of-Life.net

Page last modified on April 24, 2013, at 10:53 AM | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)