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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung

BUCH 4 - DEIN REICH KOMME (OFFENBARUNG 10:1 - 12:17) - Die zwei Zeugen der Endzeit und das Blasen der letzten Posaune
TEIL 4.3 - EXKURS: DAS GEHEIMNIS GOTTES IN SEINER VOLLENDUNG. DAS VERHÄLTNIS DES REICHES GOTTES ZUR GEMEINDE JESU CHRISTI

3. Die Entfaltung des Geheimnisses Gottes im Einssein Christi mit seiner Gemeinde


Wer in der Bibel nach Aussagen über das Reich Gottes und über die Gemeinde Christi forscht, findet eigenartige Beziehungen.

Im Alten Testament bezeugen etwa 20 Verse das Reich Gottes ( besonders bei David und Daniel ), während im Neuen Testament etwa 125 Verse von diesem Thema sprechen. Dabei erscheinen in den drei ersten Evangelien das „Reich Gottes“ oder das „Himmelreich“ mehr als 90- mal, im Johannes-Evangelium jedoch nur fünfmal.

Als Ergänzung dessen, was die drei ersten Evangelien über Gottes Reich sagen, betont Johannes die Rede Jesu vor Pilatus, in welcher er Pilatus dreimal versichert, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist (Joh. 18, 36) Außerdem berichtet Johannes über den Besuch des Ratsherrn Nikodemus, dem Jesus sagte, dass niemand das Reich Gottes sehen oder in dasselbe eintreten könne, wenn er nicht von neuem geboren werde (Joh. 3, 3. 5).

In der Apostelgeschichte und in den Briefen des Paulus und anderer Apostel sowie in der Offenbarung Christi finden sich weitere 31 Verse, die vom Reich Gottes reden.

Warum tritt die Verkündigung vom Reich Gottes in den Schriften der Apostel nach Jesu Himmelfahrt im Verhältnis zu seinen Evangelien so stark zurück? Jesus redete dreimal öfters vom Reich als alle seine Apostel zusammen!

Der Sohn Gottes war gekommen, um die Früchte des Weinberges für seinen Vater einzusammeln (Mt. 21, 37-38; 22, 2; Mk. 12, 6; Lk. 20, 13-14). Er wollte sein ganzes Volk retten und als eine Einheit in das Reich seines Vaters eingliedern (Mt. 1, 21; 23, 37; Lk. 13, 34). Die meisten Juden aber lehnten ihren König ab und ließen ihn durch die Römern kreuzigen. Als der wahre Hohepriester bat der Gekreuzigte seinen Vater, um die Vergebung ihrer Schuld, denn sie wussten nicht was sie taten (Lk. 23, 34). Als die Mehrheit der Juden sich jedoch nach Jesu Auferstehung und Himmelfahrt gegen die Kraft des Heiligen Geistes im Zeugnis der Apostel verstockte, wurde das Reich Gottes von ihnen genommen und den unreinen Völkern angeboten (Mt. 21, 43; Apg. 13, 45-49; Kap. 28, 23-28). Seither dominiert das Prinzip der Gemeinde (Ekklesia) über die Predigt vom Reich Gottes!

Im Neuen Testament finden sich mehr als 135 Verse, in denen das Wort Gemeinde''' zu finden ist. Darunter steht dieser Begriff in den Evangelien jedoch nur viermal in drei Versen (Mt. 9, 18; Kap. 16,18; und Kap. 18,17). Die Gemeinde der Herausgerufenen aus den Völkern war nicht das zentrale Thema noch Ziel in der Verkündigung Jesu Christi, denn Jesus war gekommen, um als Sohn Davids das Reich Gottes in Israel aufzubauen. Erst nach der Ausgießung des Heiligen Geistes, finden wir in der Apostelgeschichte, in den Briefen und in der Offenbarung mehr Verse, die von der Gemeinde reden, als solche die vom Reich Gottes sprechen.

Wer das Vorkommen des Wortes „Gemeinde“ mit dem Begriff „Reich Gottes“ im Neuen Testament vergleicht, findet also überraschende Perspektiven:.

Namen der Bücher „Reich Gottes“ „Gemeinde“

Die vier Evangelien 95 Verse! 3 Verse

Die Apostelgeschichte 8 Verse 27 Verse

Alle Paulusbriefe 14 Verse 84 Verse!

Die übrigen Briefe 4 Verse 6 Verse

Die Offenbarung Christi 5 Verse 16 Verse


	126 Verse	                                                                                             136 Verse

Jesus proklamierte nach den Evangelien 30- mal öfters das „Reich Gottes“ als die „Gemeinde“! Die Schriften der Apostel dagegen reden viermal mehr von der „Gemeinde“ als vom „Reich“! Den Schwerpunkt setzt hier der Völkermissionar Paulus, der beinahe so häufig von der Gemeinde redet wie Christus vom Reich. Hat also Paulus die Botschaft vom Reich in ein Evangelium von der Gemeinde verwandelt? Sicher nicht! Denn das „Reich“ hat sprachlich und geschichtlich einen anderen Inhalt und ein anderes Ziel als die „Gemeinde“.

Das Wort „Gemeinde“ (Ekklesia) ist kein christliches Wort, sondern bezeichnete schon zur Zeite Alexander des Großen jene Bürger einer Stadt, die zum Tragen der Verantwortung für alle Einwohner bestimmt (herausgerufen) waren. Dieser Ehrentitel „Ekklesia“ bezieht sich auf die entsprechende Bürgerversammlung, die auf dem Hauptplatz einer Stadt (Polis) zusammenkam, um über Projekte Steuern, Krieg und Frieden zu entscheiden. Die „Gemeinde“ war also die gesetzgebende Versammlung einer Stadt, die den Preis für ihre Entscheidungen selbst aufbringen musste.

Seit Jesus und seine Apostel diesen Begriff neu mit dem Evangelium füllten, bedeutet das Wort „Gemeinde“ die aus allen Völkern Herausgerufenen, die den Ruf Christi gehört haben, ihm nun gehorchen und mit den anderen Berufenen zusammen evangelische Dienste in der gesamten Gesellschaft durchführen. Man könnte die Gemeinde eine von Christus zusammengerufene Arbeitsgemeinschaft mit Opfersinn nennen. Jesus aber bezeichnete sie poetischer als „Licht der Welt“ und „Salz der Erde“ (Mt. 5, 13-16). Da die Gemeinde mit seinem Heiligen Geist erfüllt ist, ist sie nicht mehr „von“, sondern nur „in“ der Welt (Joh. 17, 15-19).

Das Wort „Reich“ (Königreich) andererseits wird in semitischen Sprachen von dem Begriff für „Besitz” abgeleitet, wobei der Besitzer ein „König” ist und mit seinem Besitz machen kann, was er will. Eine Demokratie ist im Reich Gottes undenkbar. Der König allein entscheidet, baut, regiert und richtet sein Reich (seinen Besitz), für das er allein die ganze Verantwortung trägt.

Jesus wollte zuerst in Israel, seinem Volk und Eigentum (Jes. 43, 1), seine Königsherrschaft antreten, wurde aber von seinem Volk verworfen und getötet. Er bot danach sein Reich den unreinen Völkern an, reinigte und heiligte alle, die seinem Ruf folgten, und belebte sie mit seinem Geist. So ist die Gemeinde heute die missionarische Kerntruppe des Reiches Christi, die seinen Ruf in alle Welt ausbreiten soll. Das Ziel Christi ist nicht mit der Gemeinde der Herausgerufenen allein erfüllt, vielmehr ist sie ein Mittel zum Zweck, damit die Königsherrschaft Jesu Christi alle Völker, Sprachen und Nationen und insbesondere auch alle Stämme Israels erreiche. Der Gemeinde ergeht es bei ihrem Auftrag ähnlich, wie es Jesus ergangen ist: Sie wird verlacht, bedroht, verfolgt, und einzelne ihrer Glieder werden gar getötet.

Paulus, der Völkermissionar, predigte in seinen Briefen und nach Berichten der Apostelgeschichte fünfmal mehr von der „Gemeinde“ als vom „Reich“ und bezeugte damit, dass die Gemeinde das Thema der Jetztzeit ist. Auf die Gemeinde sollten sich unsere Liebe, Gebete, Opfer und Dienste konzentrieren. Gleichzeitig aber richtete Paulus seinen Blick über den Rand der Gemeinde hinaus, denn er wollte viele Unreine aus den Völkern für Jesus gewinnen. Mehr als ein Fünftel seiner Bemühungen zielte also auf die Weltmission. Die Gemeinden heute sollten ihm nachfolgen und mindestens ein Fünftel ihres Jahresbudgets oder mehr für ihre missionarischen und diakonischen Dienste außerhalb ihrer eigenen Gemeinde einsetzen! Damit würden sie ihre Bestimmung erfüllen. Dieses Prinzip ist eines der Geheimnisse Gottes beim Bau seines Reiches (2. Petr. 2, 5. und 9-10).

Die Offenbarung des göttlichen Geheimnisses

Wer die 20 Verse im Neuen Testament liest, die vom „Geheimnis Gottes“ (1. Kor. 2, 1; 4, 1; Eph. 1, 9; Kap. 3, 9; Kol. 2, 2; Offb. 10, 7), vom „Geheimnis Christi“ (Eph. 3, 4; Kol. 4, 3), vom „Geheimnis des Evangeliums“ (Eph. 6, 19) und oder nur vom „Geheimnis“ (Röm. 16, 6, 25; 1.  Kor. 15, 51; Eph. 3, 3; 5, 32; Kol. 1, 26) reden, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Glaube an Jesus Christus sich nicht zuerst intellektuell ereignet, sondern von einem Geheimnis umgeben ist, das sich der Vernunft, dem Willen und der Logik allein verschließt (Mt. 13, 13; Mk. 4, 11; Lk. 8, 10; 1. Kor. 2, 14; 1. Tim. 3, 9 und Vers .16). Die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott (1. Kor. 3, 19).

Wir lesen, dass das Geheimnis Gottes von ewigen Zeiten her verborgen war (Röm. 16, 25; Eph. 3, 5; 9; Kol. 1, 25-26). Es war Menschen und Engeln ursprünglich nicht zugänglich und wurde ihnen auch nicht kundgemacht (Eph. 3, 5). Gott aber hat seinen Ratschluss stufenweise seinen Propheten angedeutet und ihn mit dem Kommen Jesu Christi seinen Aposteln offenbart (Röm. 16, 26; Eph. 2, 10; 3, 5; 6, 19; Kol. 1, 26).

Die Apostel sind die treuen Haushalter der Geheimnisse Gottes (1. Kor.1. Kor. 4, 1). Nach der Himmelfahrt Christi empfingen sie von ihrem Herrn eigene Direktoffenbarungen und persönliche Leitung in ihrem Dienst (Apg. 5, 19-20; 7, 55-56; 9, 4-6; 10, 10-20; 12, 7-11; 13, 2; 18, 9-10; 27, 23-26 u.a.u. a.). Deshalb baten die Apostel die Gemeinde um Fürbitte, dass der Herr ihnen das rechte Wort und offene Türen schenke, das Geheimnis des Evangeliums mit Freimut zu verkündigen (Eph. 6, 19; Kol. 4, 3). Ihr Geheimnis ist nur wenigen bekannt: Sie sind Sterne in der Hand ihres herrlichen Herrn (Offb. 1, 20).

Wie schon Daniel bekannte (Dan. 2, 19. 28. -29. 30), ist die Mitteilung des Geheimnisses Gottes kein Ergebnis aus analytischen Studien, Gruppendiskussionen oder mystischen Versenkungen, sondern jeweils immer eine Gnade und ein direktes Handeln Gottes (Röm. 16, 25-26; 1. Kor. 3, 18-20). Der Herr hat etwa Paulus Einsicht, Durchblick und bestimmte Worte gegeben (Mt. 13, 11;Mk. 4, 11; Lk. 8, 10; Eph. 1, 1; Kap. 6, 19; Kol. 1, 25).Gottes Offenbarungen erfolgen meist durch den Heiligen Geist (Röm. 16, 25. 26; Eph. 3, 3-5; 1. Kor. 3, 18-20; Kol. 1, 26) oder durch Engel.

Alle Offenbarungsempfänger der Bibel haben die Geheimnisse Gottes nicht an sich gerissen, noch mit Schlauheit erworben und auch nicht durch ihre Frömmigkeit verdient. Sie empfingen die Offenbarungen allein aus der Gnade, die den büßenden Betern, die zerbrochenen Geistes sind, geschenkt werden (Dan. 9, 20-30; Mt. 5, 3; Mt. 16, 17; Eph. 3, 8 u.a.). Ihr Wissen verleiht ihnen im übrigen keine Macht, denn selbst wenn jemand „alle Geheimnisse“ wüssten (was niemand von sich behaupten kann)und, hätte aber der keine Liebe nicht, so wären sein Wissen zu nichts nütze (1. Kor.1. Kor. 13, 2; Kap. 14, 2).

Der Gekreuzigte in uns und wir in ihm

Paulus bezeugte den herrlichen Reichtum dieses Geheimnisses Gottes (Kol. 1, 27) und seine mannigfaltige Weisheit (1. Kor. 2, 10; Eph. 3, 10; 1. Kor. 2, 10). In Gottes Geheimnis verbirgt sich der ewige Vorsatz Gottes und sein geheimer Ratschluss. (Am. 3, 7; Eph. 1, 9; Kap. 3, 9 u.a.) Das Geheimnisses Gottes konzentriert sich letztlich auf eine einzige Person: Jesus Christus, seinen geliebten Sohn. Jesus Christus ist das Geheimnis Gottes und die Verwirklichung seines Vorsatzes (Eph. 3, 11). Er ist offenbart im Fleisch (Joh. 1, 14), gerechtfertigt im Geist (Röm. 1, 3-4), erschienen den Engeln (Offb. 5, 11-12 u.a.u. a.), gepredigt den Völkern (Apg. 28, 28), aufgenommen in die Herrlichkeit (Offb. 3, 21; Joh. 17, 24). Das Geheimnis dieser Glaubensaussagen ist groß (1. Tim.1. Tim. 3, 16), denn in Jesus Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis (Kol. 2, 1-34).

Der Apostel der Völker sprach in seinen Predigten jedoch nicht besonders viel zuerst von dem Reichtum der Herrlichkeit seines Herrn, sondern stellte als Kern des Geheimnisses Gottes den gekreuzigten Messias heraus (1. Kor. 2, 1-5). Im Kreuz Christi offenbart sich die Tiefe des Geheimnisses Gottes. Fanatische Semiten werden bei einer solchen Predigt wütend, während „gebildete” Europäer über die Torheit solcher Gedanken lächeln. Die Weisheit Gottes bleibt für viele ein Geheimnis (1. Kor. 2, 6-10). Starke, Kluge und Fromme können dieses Geheimnis von sich aus nicht erkennen. Den Unmündigen und Zerschlagenen aber offenbart es Gott durch seinen Geist (Mt. 11, 25-30; 1. Kor. 2, 10 u. a.). Wem aber der Heilige Geist beim Hören des Geheimnisses Gottes die Augen des Herzens öffnen kann, der erkennt im Gekreuzigten das neue Recht, die Kraft Gottes und die höchste Weisheit (1. Kor. 1, 23-24).

Paulus verkündigte keinen fernen abstrakten Heiland, sondern erklärte den Reichtum des Geheimnisses Gottes als die Einwohnung des Heiligen Geistes in jedem wiedergeborenen Gläubigen (Joh. 14, 23). Er bekannte deshalb:

Christus in euch ist die Hoffnung der Herrlichkeit (Kol. 1, 26-27; Eph. 3, 14-17; Kol. 1, 26-27).

Mit anderen Worten beschrieb er dasselbe Geheimnis: In (Jesus Christus) wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und in dieser Fülle habt ihr teil in ihm (Kol. 2, 98-10).

Muslime laufen Sturm gegen dieses Bekenntnis. Ihr Qur’an leugnet in über 50 Versen die Gottheit Christi und verneint außerdem den Zweck und das Ziel seiner Inkarnation, nämlich seine Kreuzigung (Sure 4, 157). Damit offenbart sich der Islam als das Produkt eines antichristlichen Geistes, der den Vater und den Sohn samt seiner Erlösung leugnet und bekämpft (1. Joh.1. Joh. 2, 22-25; 4, 1-5). Alle, die denken, eine Harmonisierung der Religionen sei möglich, gehen an dieser Realität vorbei. Der Heilige Geist verbirgt das Geheimnis Christi vor den Unbußfertigen.

In seine Gemeinden aber konnte Paulus das Geheimnis des Evangeliums entfalten. Er bezeugte, dass wir nicht nur Christus durch seinen Heiligen Geist in uns tragen, sondern dass er umgekehrt uns auch in sich hineinzieht, damit wir aktive und gehorsame Glieder an seinem geistlichen Leibe werden (Röm. 12, 3-8; 1. Kor. 12, 12-13; Eph. 3, 6; Kap. 4, 15-16 u.a.). Wer sind wir, dass unser Herr sich über uns erbarmt und uns in seinen Leib aufnimmt (einverleibt) und uns erlaubt, als seine Glieder mit ihm zu dienen, zu fühlen und zu leiden?

Paulus wagte es, die geistig-leibliche Einheit von Mann und Frau in der Ehe als Bild für die Einheit zwischen Christus und seiner Gemeinde zu werten, bekannte jedoch, dass dieses Geheimnis groß sei (Eph. 5, 21-32). Wer auch nur ein wenig von diesem Geheimnis der Liebe Gottes begreift, betet den Vater und den Sohn in der Kraft des Heiligen Geistes an.

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