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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung

BUCH 2 - DIE INTHRONISIERUNG JESU CHRISTI NACH SEINER HIMMELFAHRT (OFFENBARUNG 4:1 - 6:17)
TEIL 2.3 DAS LAMM GOTTES ÖFFNET DIE SIEBEN SIEGEL (OFFENBARUNG 6:1-17)

3. Das dritte Siegel: Der Reiter auf dem schwarzen Pferd (Offenbarung 6:5-6)


OFFENBARUNG 6:5-6
6,5 Und als es das dritte Siegel auftat, hörte ich die dritte Gestalt sagen: Komm! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. 6,6 Und ich hörte eine Stimme mitten unter den vier Gestalten sagen: Ein Maß Weizen für einen Silbergroschen und drei Maß Gerste für einen Silbergroschen; aber dem Öl und Wein tu keinen Schaden!

Das Lamm Gottes hält die Geschicke der Welt in seiner Hand. Er befiehlt dem Segen und läßt Gerichte herbeirufen. Nachdem die Völker samt Israel trotz ver-heerender Weltkriege keine Buße taten und nur einzelne umkehrten, mußte der Herr weiter an der Existenz der Menschen rütteln, um sie begreifen zu lassen: Wir sind von der Liebe des Lammes abhängig. Wir leben von seiner Gnade! Er hat uns nicht nur mit Gott versöhnt, er gebietet auch Wind und Regen, Sommer und Winter, Krieg und Frieden. Ohne ihn sind wir nichts.

Hunger und Reichtum

Der dritte Reiter galoppierte auf einem glänzenden Rappen in die Arena der Welt. Er brachte eine Waage mit sich zum Zeichen der Lebensmittelverknappung, der Teuerung und des Hungers. Die Reichen konnten zwar weiterhin Wein und Öl kaufen, aber die Tage-löhner brauchten ihren gesamten Tageslohn für das tägliche Brot oder für das Futter ihres Esels oder Pfer-des. Alles wurde teuer. Das Geld wurde knapp. Viel-leicht hatte es lange nicht mehr geregnet, oder der Nil brachte kein Hochwasser und damit keinen Schlamm mit sich. Vielleicht drangen wegen blutiger Kriege Flüchtlingsströme ins Land, oder Heuschrecken fraßen die Ernte auf; die Grundnahrungsmittel wurden knapp, die Menschheit litt erhebliche Not.

Endlose Flüchtlingsströme

In unserem Jahrhundert wurde durch Kriege, Um-stürze und Revolutionen eine stumme Völkerwande-rung in Gang gesetzt. Von Indien nach Pakistan und umgekehrt flohen 16 Millionen; von den Ostgebieten nach Westdeutschland entwichen über 12 Millionen; in Afrika und im Nahen Osten schossen Flüchtlingslager wie Pilze aus dem Boden. Nur wenige Bessergestellte konnten sich eine neue Existenz schaffen. Aus Kam-bodscha und Vietnam floh, wer fliehen konnte. Das Entsetzen über einen versuchten Völkermord oder die Umerziehung der Stämme durch Funktionäre ließen einzelne und ganze Sippen über die Berge oder über das Meer entweichen. Nach Israel flohen zwei Millionen Juden vor den Gaskammern Hitlers. Von den Palästinensern floh eine ähnliche Zahl in die arabischen Nachbarländer. Über 100 Millionen Flücht-linge irrten in unserem Jahrhundert von Land zu Land. Dabei verhungerten Hunderttausende in den Gulags Stalins.

Ob im Balkan oder in der Türkei, im Iran oder in Aserbaidschan, in Ruanda oder im Sudan, in Liberia oder in Sierra Leone, überall gibt es Hunderttausende Entwurzelte ohne Land, ohne Arbeit, ohne Verwandte und ohne eine Verständigungsmöglichkeit in ihrer eigenen Sprache. Die Hilfsprogramme der Vereinten Nationen sind begrenzt. Viele Augen starren ohne Hoffnung und voller Angst in die Zukunft. Alle warten auf den Reiter auf dem weißen Pferd, daß er ihnen Brot und Frieden bringe.

Arme Völker - reiche Völker

Es gibt heute auf der Erde reiche und arme Völker. In 36 Ländern beträgt das Bruttosozialprodukt pro Kopf und Jahr weniger als 365 US Dollar! Zu diesen Ländern, die unter dem Existenzminimum vegetieren, gehören Afghanistan, Bangladesch, China, Indien, Kenia, Nigeria und der Sudan.

Noch eine Stufe tiefer stehen Äthiopien, Malawi, Burundi, Rwanda, Sierra Leone, der Tschad, Tansania und Mauretanien. Das Bruttosozialprodukt in diesen ärmsten Ländern der Erde beträgt pro Kopf weniger als 180 US Dollar im Jahr, das ist pro Person weniger als einen halben Dollar am Tag! Wir können uns das Elend, den Hunger, die Resignation, aber auch den Haß bei diesem Drittel der Weltbevölkerung kaum vorstellen. Der Hunger nagt Tag und Nacht.

Gleichzeitig gibt es auf unserer Erde 52 reiche Länder mit einer hochentwickelten Technik, in denen über zehnmal mehr als bei den Bewohnern des Ar-menhauses der Erde verdient wird. Hier sind elek-trischer Strom, fließend Wasser und geteerte Straßen selbstverständlich. Ebenso erhält jedes Kind eine Schulausbildung und ärztliche Versorgung.

Von diesen 52 reichen Ländern gehören 9 bereits zu den wohlhabenden, die zwischen 16.000 $ Dollar und 20.000 $ Dollar Bruttosozialprodukt pro Jahr und Kopf vorweisen können. Dazu gehören Israel, Kuwait, Brunei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Australien, England, Italien, Kanada und Finnland. Die Menschen dort verdienen 30 bis 50 mal soviel wie die in den armen Ländern mit ihren weniger als 365 $ Dollar pro Kopf im Jahr.

Die Klasse der superreichen Staaten der Erde be-ginnt bei 25.000 $ Dollar Bruttosozialprodukt. Einige von ihnen erreichen sogar 40.000 $ Dollar im Jahr. Dazu gehören Island, Schweden, Frankreich, Singa-pur, Belgien, Österreich, Deutschland, die U.S.A., Dänemark, Norwegen, Japan, die Schweiz und Luxemburg. Sie verdienen 100 mal und einige bis zu 200 mal mehr als die Menschen in den armen und ärmsten Ländern. Sie leben im Überfluß - und haben immer noch nicht genug.

Das Problem der Wirtschaftsasylanten, die ver-zweifelt in die reichen Länder hineindrängen, wird in dem Maße zunehmen, wie der Hunger in den Ent-wicklungsländern wächst. Der Sog dieser modernen Völkerwanderung wird zusehends stärker. Wir sollten uns auf diese Entwicklung vorbereiten.

Warum sind die einen reich
 und die anderen arm?

Es gibt Hunderte von Ursachen für die Ein-kommensungleichheit zwischen Hungernden und Satten, zwischen Armen und Reichen. Vielen Men-schen in der Dritten Welt fehlt es an Fleiß, Verant-wortungsbewußtsein und Gewissenhaftigkeit. Das Klima im Norden ist kühl und kalt und zwingt zur Aktivität. Die Länder nördlich und südlich des Äquators aber leiden bisweilen unter erheblicher Hitze, die träge macht und Parasiten gedeihen läßt. Auch der Einfluß des Evangeliums ist unverkennbar. Es befreit den Menschen zu Aktivität, zum Dienen und Denken, während der Islam zu Fatalismus verleitet und zu starrem Auswendiglernen erzieht.

Der Reiter auf dem schwarzen Pferd trägt die Waage nicht nur wegen der Teuerung, sondern auch zum Zeichen dafür, daß er genau abwägt, ob die reichen Völker wirklich umdenken, das Verzichten und Opfern lernen und den armen Völkern Hilfe zur Selbsthilfe anbieten. Die Gewerkschaften in den Industrienationen treiben jedoch die Löhne immer mehr in die Höhe, anstatt Abzüge für die Entwick-lungsländer vorzuschlagen. Das führt zu einer zuneh-menden Automation der Betriebe, da die hohen Löhne und Steuern nicht mehr bezahlt werden können. Die wachsende Arbeitslosigkeit, gerade in den Industrie-nationen mit ihren Depressionen, ist letztlich das Ergebnis einer antichristlichen Lehre, die den Traum von einem Arbeiterparadies wachhält, das uns nach der Bibel nicht verheißen ist.

Ohne Gehorsam dem Evangelium gegenüber kann es kein Umdenken, keinen Verzicht und keinen Kultur-umbruch geben. Dabei schreibt uns Jakobus ein gra-vierendes Wort ins Stammbuch: „Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut‘s nicht, dem ist‘s Sünde“ (Jak. 4,17).

Der Reiter auf dem weißen und der Reiter auf dem schwarzen Roß galoppieren durch die Länder der Erde und treiben sich die Massen gegenseitig zu.

Es ist skandalös, daß nach den Angaben der UNICEF in Entwicklungsländern 250 Millionen Kinder zum Teil schwer arbeiten müssen und zwei Millionen Minderjährige zur Prostitution gezwungen werden. Der Sextourismus blüht. Gleichzeitig werden für Rüstungsausgaben Milliarden verplant und investiert. Für einen Panzer weniger könnten 1000 Kinder in armen Ländern eine Schulausbildung erhalten. Ein Kampfflugzeug weniger würde den Bau von mehr als 100 Krankenhäusern und Schulen im Elendsdrittel unserer Welt ermöglichen.

Die Mehrheit der Reichen und die Masse der Armen jedoch lassen sich nicht vom Geist des Lam-mes inspirieren. Deshalb fallen sie den Reitern auf ihren weißen, roten und schwarzen Pferden zum Opfer. Die Welt braucht mehr denn je das Evangelium, Glaubensgehorsam und die Verwirklichung der Liebe des Lammes in allen Lebensbereichen. Wenn das nicht geschieht, werden Hunger, Haß und Verzweif-lung zunehmen, wie ein wildes Meer brausen und toben und die Wohlstandsgesellschaft mit einer riesi-gen Flutwelle gleich einem Tsunami überfluten.

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