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EPHESER - Werdet voll Geistes!
Meditationen, Gebete und Fragen zum Brief des Apostels Paulus an die Gemeinden in und um Ephesus

Teil 3 - Eine Einführung in die Ethik des Apostels Epheser 4:1 – 6:20)
B - Die christliche Haustafel (Epheser 5:21 - 6:9)

Die schwierige Situation christlicher Sklaven und ihrer Arbeitgeber (Epheser 6:5-9)


Epheser 6:5-9
5 „Ihr Sklaven, seid gehorsam euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern, in der Einfalt eures Herzens, als dem Herrn Christus; 6 nicht mit Dienst allein vor Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern als Knechte Christi, die den Willen Gottes tun von Herzen. 7 Tut euren Dienst mit gutem Willen als dem Herrn und nicht den Menschen; 8 denn ihr wisst: Was ein jeder Gutes tut, das wird er vom Herrn empfangen, er sei Sklave oder Freier. 9 Und ihr Herren, tut ihnen gegenüber das gleiche und lasst das Drohen; denn ihr wisst, dass euer und ihr Herr im Himmel ist, und bei ihm gilt kein Ansehen der Person“.

Unter gläubigen Bibellesern gibt es manche, die die Anweisungen und Verheißungen des Paulus an Sklaven, die Christen geworden sind, nicht verstehen und zornig ablehnen. Sie können nicht verstehen, dass jeder bessere Haushalt damals ein Dutzend oder mehr Sklaven besaß, verpflegte und beschäftigte, so wie wir heute zahlreiche elektrische Geräte in Küche, Heizung und in unseren Autos benützen. Als in Rom ein Aufstand vieler Sklaven stattfand, wurden diese von gut ausgerüsteten Armeen geschlagen und anschließend Zehntausende von ihnen gekreuzigt! Bei den muslimischen Omayyaden in Damaskus mussten jährlich dreißig Tausend geraubte Christen aus Italien und Spanien den regierenden Kalifen als Beute Allahs abgeliefert werde. Sklaven werden auch heute noch als „Gnadengaben Allahs“ unter den Muslimen im Sudan gehandelt. Paulus riet den Sklaven seiner Zeit zu keinem Aufstand, weil dieser die Kreuzigung der Aufständischen mit sich gebracht hätte. Er ermutigte sie jedoch zur Sanftmut und zum Liebesdienst ihren Herren und Damen gegenüber, um etliche von den Sklavenhaltern für Jesus zu gewinnen. In manchen Hauskreisen im Mittelmeerraum kamen anfangs mehr Sklaven in die Bibelstunden als Freie und Reiche.

Paulus forderte von den christlichen Sklaven eine bedingungslose Unterordnung unter ihre Besitzer, und mahnte sie, damit Achtung, Respekt, Furcht und Zittern in ihren einfältigen Herzen wohne. Ihr Dienst, diesen stolzen Herren und ihren Frauen gegenüber, sei ein Dienst für Jesus. Der Herr Jesus habe erlaubt, dass sie als Sklaven gefangen und verkauft wurden, jetzt sollten sie als „seine“ Sklaven an ihrem Ort und Arbeitsplatz ihren irdischen Herren dienen. Solche Sätze können wir heutzutage kaum noch verstehen, aber der Apostel glaubte an die absolute Kontrolle eines jeden Geschehens durch den alles kontrollierenden Herrn. Die christlichen Sklaven waren für Paulus Hinweise aus dem Heilsplan Jesu, dass er den hochnäsigen Herrschaften einen gläubigen Diener ins Haus schickte, damit der Segen Gottes sie berühre. Deshalb sagte er den ausgenützten Unterdrückten, dass sie gehorsam ihren Herren gegenüber sein sollten und nicht nur dann fleißig arbeiten, wenn diese anwesend waren, sondern ständig in der Gegenwart ihres unsichtbaren Herrn Jesus den Willen Gottes tun.

Der Kernsatz des Paulus gilt auch heute noch allen Arbeitern, Dienstboten und Haushaltshilfen, deren Dienste nicht genügend bezahlt werden oder die unfreundliche Arbeitgeber haben: „Tut euren Dienst mit gutem Willen als dem Herrn und nicht den Menschen“. Die schmutzige Arbeit, oder unerträgliche Herren, waren für den Völkermissionar immer noch Chancen das Reich Gottes mit Liebe, Freude und im Frieden auszubreiten. Diese seltenen Möglichkeiten waren von Gott vorbereitet worden und sollten mit gutem Willen durchgeführt werden. Paulus dachte nicht an das Wohlergehen der Geplagten, sondern an die Rettung ihrer Plagegeister! Er hatte sich selbst dieser Arbeitsmethode unterworfen und realisierte sie sogar im Gefängnis.

Den Not leidenden Sklaven konnte der Apostel jedoch zum Trost sagen, dass ihr auferstandener Herr Jesus seinen gerechtfertigten Knechten und Mägden alle ihre treuen Dienste belohnen werde. Im Jüngsten Gericht wird der Richter nicht zuerst nach ihrem Glauben fragen, sondern nach den hilfreichen Taten, die seine Nachfolger den Elenden und Hilfsbedürftigen leisteten. Ihre reichen Herren und Damen waren in den Augen des Apostels Notleidende, weil sie in Wirklichkeit geistlich arm waren und wandelnden Leichen in Prachtgewändern und Kutschen glichen. Was die Nachfolger Christi diesen Verirrten Gutes taten, sollte seinen Knechten in der Ewigkeit belohnt werden (Matthäus 10,42; 25,40; Markus 9,41).

Den wohlhabenden Damen und Herren, die sich Sklaven hielten, bezeugte Paulus jedoch dieselben Worte: „Was ihr den Versklavten Gutes tut, wird euch, falls ihr euch bekehrt, positiv in der Ewigkeit angerechnet werden“. Und was ihr diesen Elenden nicht Gutes tut, wird euch auch zum Gericht angerechnet werden. Seid deshalb nicht gewissenlose Diktatoren, sondern barmherzige Arbeitgeber, denn die Statistik der Ewigkeit registriert jedes Wort, jede Tat und jede Unterlassung und wird euch eine genaue Abrechnung präsentieren. Macht euren Mitarbeitern keine Angst durch Drohen oder Strafen, sondern ermutigt sie ihre Dienste ganz und gern zu tun. Ein Wort des Dankes bewirkt mehr als viele scharfe Warnungen.

Wenn jedoch einer der Sklavenhalter Christ wurde, und Jesus mit seiner Liebe und Gerechtigkeit anzog, wurde für diesen Herrn der Besitz von Sklaven ein Problem. Paulus stellte diese neugläubigen Herren in die Verantwortung vor ihren auferstandenen Heiland. Sie sollten ihr Verhältnis zu den Sklaven neu überdenken und den Elenden dienen, als ob sie ihrem Herrn selbst dienten. Paulus konnte keine Abschaffung der Sklavenhaltung propagieren oder befehlen, da sonst alle Gemeinden ausgerottet werden würden. Er ging den anderen Weg, den Weg der Liebe, dass jeder Herr von innen her Jesus in seinen Sklaven sehen sollte und ihnen diene, als ob sie Gott wären. Bei Jesus gibt es keine differenzierte Bewertung von Reichen und Armen, Freien und Versklavten, Männern und Frauen, vielmehr hat das Lamm Gottes alle erlöst und ihre Sünden gesühnt. Jetzt geht es darum, ob sie seine Liebe erkennen, sie annehmen und in ihrem Leben in geistliche Früchte umsetzen.

Gebet: Vater im Himmel, wir leiden unter der Ungerechtigkeit und Ungeduld von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im praktischen Alltag. Lass doch Beiden deine Liebe und deine Gerechtigkeit erkennbar werden, damit eine Revolution der Liebe die Atmosphäre in Betrieben und Haushalten verbessert und deine Kinder ihren Retter Jesus auch an ihrem Arbeitsplatz, in Schulen und in ihrer Freizeit bezeugen können. Amen.

Fragen:

  1. Was denkst du über die seelsorgerlichen Anweisungen des Paulus an die Sklaven im Mittelmeerraum in seiner Zeit?
  2. Was bedeuten die Worte des Apostels für die Arbeitgeber heute?

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