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 der aus den Völkern Herausgerufenen 
vor dem Thron Gottes und seines Lammes)

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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung

BUCH 3 - DIE HERAUSGERUFENEN AUS ISRAEL UND DEN VÖLKERN ANGESICHTS DER SIEBEN POSAUNENGERICHTE (OFFENBARUNG 7:1 - 9:21)
TEIL 3.1- DAS LAMM GOTTES UND SEINE GEMEINDE AUS ISRAEL UND DEN VÖLKERN (OFFENBARUNG 7:1-17)

3. Die unübersehbar große Zahl
 der aus den Völkern Herausgerufenen 
vor dem Thron Gottes und seines Lammes (Offenbarung 7:9-17)


OFFENBARUNG 7:13-17
Die Deutung 
der unzählbaren Zeugenschar: 13 Und einer der Ältesten fing an und sprach zu mir: Wer sind diese, die mit den weißen Kleidern angetan sind, und woher sind sie gekommen? 14 Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind's, die gekommen sind aus der großen Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes. 15 Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen. 16 Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze; 17 denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.

Benommen von dem Triumphgesang der Engelchöre stand der Seher Johannes an der Schwelle des Himmels und starrte atemlos auf die unzählbare Menge der Zeugen des Lammes vor dem Thron. Er mag sich gefragt haben: Wer sind diese alle? Woher kommen sie? Vielleicht realisierte er plötzlich, daß diese schwachen, kleinen, unbeachteten und ungelehrten Menschen die wahren Sieger waren (Kap. 2,9.24-29; 3,8.21; 1. Kor. 1,18-31). Jesus hatte mehrfach versichert: „Die Ersten werden die Letzten und die Letzten die Ersten sein!“ (Mt. 19,30; 20,16; Mk. 10,31; Lk. 13,30). Das Sichtbarwerden der Glaubenskraft und Hoffnungsglut dieser von der Gesellschaft Belächelten, die gegen den Strom geschwommen waren, ließ im Herzen des Johannes einen Sturm von Fragen aufsteigen. Er schwieg jedoch und schaute, zutiefst beeindruckt von der himmlischen Wirklichkeit, weiterhin gespannt auf den Thron Gottes.

Einer der Ältesten aus dem Kreis der 24 Patriarchen – vielleicht Adam, der Vater der Menschheit, oder Paulus, der Missionar der Völker – erbarmte sich über den sprachlosen Greis und sprach die Frage aus, die dieser in seinem Herzen bewegte: Wer sind diese Menschen mit den weißen Kleidern? Der Älteste half Johannes, sich seiner Gedanken bewußt zu werden, und ermutigte ihn, sein Herz auszuschütten. Dem Seher aber schien der Anblick der großen Schar von Zeugen zu großartig und zu neu, als daß ein Mensch ihn hätte beurteilen können. Er gab deshalb die Frage an den Ältesten zurück und bat ihn um eine geistgewirkte und vor Gott gültige Antwort.

Durcheinandergebracht von dessen Herrlichkeit sprach Johannes den Ältesten mit dem Hoheitstitel „mein Herr“ an. Der Älteste ging nicht auf das Stammeln des erregten Apostels ein, sondern erhellte ihm das Geheimnis der unübersehbaren Zeugenschar.

Die Antwort des Ältesten ist nicht in der normalen Vergangenheitsform der griechischen Sprache formuliert, die übersetzt etwa so lautete: „Das sind diejenigen, die gekommen sind...“ Er verwandte vielmehr jene Gegenwartsform des Griechischen, die in die Zukunft hineinreicht, und erklärte damit: „Das sind die Kommenden, die bereits gekommen sind, die jetzt ankommen und die noch kommen werden!“

Der Patriarch im Himmel zeigte dem irdischen Patriarchen die vollendete Gemeinde Jesu Christi, als eine trostvolle Vorausschau, damit Johannes angesichts der fragwürdigen Situation seiner Gemeinden (Kap. 2-3) nicht depressiv werde. Er möge nicht verzweifeln trotz der in Kleinasien beginnenden Drangsal, die mit Verfolgung, Verrat, Folter und Tod über seine unfertigen und unzulänglichen Gemeinden hereinbrach.

Der Älteste stärkte Johannes mit einem schlichten Verb: Sie kommen! Sie brechen durch! Im Unterliegen erstarken und siegen sie, so wie ihr Herr seinen größten Triumph erlebte, als er in der Gottverlassenheit und in der Erstarrung seines gekreuzigten Körpers starb. Der Älteste wollte den deportierten Apostel trösten: Fürchte dich nicht! Deine Gebete sind erhört. Es bedeutet keinen ewigen Verlust, wenn einige Gemeindeglieder in Kleinasien in der Verfolgung sterben. Nein, sie tragen bereits Siegespalmen. Mit dieser Erklärung tröstet der Älteste auch uns: Die verfolgte Gemeinde tritt in die ewige Welt ein und steht in der Herrlichkeit des Thronsaales Gottes.

Die Drangsal der Endzeit: Die unüberschaubare Zahl der Verfolgten kommt aus der großen Drangsal heraus, die schon Daniel erkannt hatte (Dan. 12,1) und die von Jesus bestätigt wurde (Mt. 24,21). Der Herr redete in diesem Hinweis über eine besondere Bedrängnis, die vermutlich über die Bewohner Jerusalems und Israels nach seiner Himmelfahrt hereinbrechen und sich in den letzten Tagen wiederholen werde (Mt. 24,15-28).

Das andere Wort Jesu in der Offenbarung, das von großer Trübsal handelt (2,22), bezieht sich auf ein Gericht des Herrn über die spiritistische Feministin. Die Warnungen Jesu in Mt. 24,9-14 und Offb. 3,10 dagegen weisen auf eine globale Versuchung aller Menschen hin. Auch der Apostel Paulus hat eindringlich vor dem großen Abfall von Gott und seinem Messias gewarnt und die Herrschaft des Sohnes des Bösen als die Ursache hierfür bezeichnet (2. Thess. 2,3-12).

Der Kampf zwischen Gott und Satan, zwischen Christus und Antichristus, zwischen Heiligem Geist und unreinem Geist zieht sich durch alle Generationen unserer Erde hindurch. Jede Gemeinde wird in diese Spannung hineingezogen. Judenchristen werden in den letzten Tagen zwischen Gesetz und Evangelium beinahe zerrissen. Der Haß multikulturell gesinnter Synkretisten, wie auch die Wut spitzfindiger Gesetzesfanatiker, werden sich zynisch und lästernd, ja brutal über alle entladen, die Jesus Christus als den einzigen Weg, das gültige Recht und die Quelle des Lebens bekennen. Verfolgungen und Drangsal gab es schon immer in der Kirchengeschichte. Wir können nicht ausloten, was unter den römischen Cäsaren, nach der Invasion des Islams, bei den Kreuzzügen, den Mongolenstürmen, der Türkenherrschaft, dem Sklavenhandel, in den zwei Weltkriegen, unter dem Bolschewismus und in den vielen Diktaturen gelitten wurde. Kein Mensch kann das Ausmaß dieses Leidens ertragen – außer Jesus, der am Kreuz von der Sünde der Welt erdrückt und zermalmt wurde. Die Bibel warnt uns vor dem konzentrierten Auftreten der personifizierten Bosheit in den letzten Tagen vor Jesu Wiederkunft. Die Herrschaft des Lammes Gottes zwingt den Bösen hervorzutreten. Die Leiden, die seine Bosheit den Christusnachfolgern verursachen wird, kann sich niemand ausmalen. Seine Greueltaten aber sind Zeichen seiner Schwachheit, da er als geschlagener Fürst dieser Welt keine Argumente mehr besitzt, außer Lügen und Gewalt (Joh. 12,31; 14,30; 16,11). Luther hatte seinen Geist gerochen, als er sang:

Groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist!

Jesus sendet seine Schafe mitten unter die Wölfe (Mt. 10,16)! Wie er selbst als Lamm siegte, können sie nur durch seinen Lammesgeist den Bösen überwinden. Ob sie dabei am Leben bleiben, ist nicht entscheidend, sondern ob sie in der Liebe bleiben! Hier liegt das Geheimnis ihrer Vollmacht, ihres Segens und ihres Friedens.

Die Gerechtigkeit allein aus Gnaden: Der Älteste stellt die Heiligen in der Endzeit nicht als unfehlbare Helden heraus oder als solche, die auf Grund ihrer eigenen Leistungen siegreich waren. Jesus hatte klargestellt: „Weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden“ (Mt. 24,12-13). Die Sieger im Thronsaal Gottes standen nicht dort, weil sie ihren Lauf fehlerfrei und tadellos vollendet hätten. Sie haben jedoch ihre Kleider im Blut des Lammes reingewaschen. Sie haben sich nicht auf ihre eigene Gerechtigkeit, auf ihre Ehre und Heiligkeit berufen; vielmehr ist das Opfer des Lammes Gottes ihr einziger Ruhm. Sie haben geglaubt und erfahren: Das Blut Jesus Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde (1. Joh. 1,7-10; Hebr. 12,1-2).

Indem die unübersehbar große Zeugenschar ihre Gerechtigkeit und Reinheit allein auf das Sühneopfer des Lammes Gottes zurückführt, bekennt jeder von ihnen gleichzeitig seine eigenen Sünden, seine Unwürdigkeit und seine Schuld. Keiner von ihnen ist gut, gerecht und heilig in sich selbst (Röm. 3,23-24; Mk. 10,18). Der Herr allein ist ihre Gerechtigkeit (Jer. 23,6). Ihr Stolz ist längst zerbrochen, ihre Ehre wurde ihnen wie ein unreines Kleid. Grundlage und Basis ihres geistlichen Lebens ist, was bewußte Christen im zweiten Glaubensartikel und der Auslegung Martin Luthers bekennen. Sie singen:

Nichts hab ich zu bringen, alles, Herr, bist du!

Durch dieses Bekenntnis der Verfolgten und Bedrängten wird deutlich, daß kein Muslim, kein Hindu, kein Buddhist, kein Animist unter der Zeugenschar vor Gottes Thron stehen kann. Warum? Die Muslime etwa leugnen die Geschichtstatsache der Kreuzigung Christi (Sure 4,157) und sein Sühneopfer. Sie versuchen, sich durch das Halten ihrer Gesetze eine eigene Gerechtigkeit zu erwerben (Sure 11,114; 35,29-30). Niemand jedoch wird durch das Halten der Gesetze gerecht (Röm. 3,20; Gal. 2,16; Eph. 2,8.9). Ohne das Lamm Gottes gibt es vor Gott keine Gerechtigkeit oder Heiligkeit. Dies gilt nicht nur für Muslime, sondern ebenso für die Anhänger aller anderen Religionen und Kulte, einschließlich aller Juden, es sei denn, daß einzelne von ihnen das Ehrenkleid Christi anziehen (Jes. 61,10).

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