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 der aus den Völkern Herausgerufenen 
vor dem Thron Gottes und seines Lammes)

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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung

BUCH 3 - DIE HERAUSGERUFENEN AUS ISRAEL UND DEN VÖLKERN ANGESICHTS DER SIEBEN POSAUNENGERICHTE (OFFENBARUNG 7:1 - 9:21)
TEIL 3.1- DAS LAMM GOTTES UND SEINE GEMEINDE AUS ISRAEL UND DEN VÖLKERN (OFFENBARUNG 7:1-17)

3. Die unübersehbar große Zahl
 der aus den Völkern Herausgerufenen 
vor dem Thron Gottes und seines Lammes (Offenbarung 7:9-17)


Priesterdienste im Allerheiligsten

Der Älteste versicherte Johannes, daß die verfolgten Heiligen nur deshalb das Recht besaßen, den Himmel zu betreten, weil sie an die reinigende Kraft des Blutes Christi glaubten (Hebr. 9,14). Sie bekamen Zutritt ins Allerheiligste wie im Alten Testament der Hohepriester (Mt. 27,51; Eph. 2,18). Sie wurden nicht von dem Strahlenkranz des Heiligen getötet, denn das Blut Jesu Christi wusch sie rein. Nun leben sie ständig vor dem Thron Gottes und seines Lammes. Der Heilige Geist füllt ihr Herz mit Erbarmen und Barmherzigkeit (Röm. 5,5), so daß sie als bevorzugte Königspriester vor Gott und seinem Lamm dienen. Sie flehen unablässig für ihre Völker, Nationen, Sprachgruppen und Stämme, damit die Blutskraft des Lammes die ihnen Anvertrauten rette, belebe und heilige. Sie bitten um die Ausgießung des Heiligen Geistes in die Herzen und Sinne der geistlich Toten, damit diese umkehren, glauben, lieben und hoffen können (Eph. 3,14-21). Die Offenbarung redet hier nicht von einer Fürbitte der Heiligen, als ob Sünder ihre Bitten nicht direkt an Jesus richten könnten. Nein! Aber Gott beteiligt diejenigen, die im Geringsten treu waren, an den geistlichen Aufgaben seiner Weltregierung (Mt. 25,14-30).

Der Tempel Gottes im Himmel wird in der Offenbarung öfters erwähnt (11,1.2.19; 14,15.17; 15,5.8; 16,1.7). Der Tempel ist dort, wo Gott und sein Sohn wohnen. Paulus schreibt dazu: „Wißt ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1. Kor. 3,16; 2. Kor. 6,16) Gott bleibt seinen geheiligten Dienern nicht fern, sondern wohnt über ihnen, bei ihnen, ja in ihnen (Joh. 14,23). Die Formulierung, daß Gott „über ihnen wohnt“, kann auch heißen: „er spannt sein Zeltdach, seine Herrlichkeit, über ihnen aus“, wie wir es in Ps. 91,1-2 bekennen. Die Gerechtfertigten bleiben in der Gegenwart des Höchsten geborgen. Sie sind in der Familie ihres Vaters zu Hause! (Eph. 2,19-22). Dabei liegen sie nicht faul und träge herum, als ob sie nicht wüßten, was sie tun sollen. Sondern sie sind aktiv an der Durchsetzung des Heilsplanes Gottes beteiligt. Sie leben und dienen in der Kraftzentrale des Ewigen. Seine Heiligkeit und Liebe durchpulsen sie. Sie werden von seinem Heiligen Geist getrieben (Röm. 8,14) mitten im Untergang der alten Welt am Bau seiner neuen mitzuarbeiten. Sie, die Verfolgten, Kleinen und Verachteten, tragen das weiße Ehrenkleid (Jes. 61,10) und haben allezeit Zutritt zu Gott, ihrem Vater! Die Herrlichkeit des Herrn leuchtet über ihnen.

Im Islam wohnt Gott nicht im Paradies der Muslime. Er wohnt in der Vision Muhammads auch nicht im „Himmel“ der alt- und neutestamentlichen Zeugen. Allah schwebt hoch über allem Geschaffenen. Muslime kennen keine Gemeinschaft zwischen dem Schöpfer und seinen Geschöpfen. Da gibt es keine Rechtfertigung und kein weißes Ehrenkleid. So bleiben sie in Ewigkeit vom wahren Gott getrennt, ohne seinen Schutz, seine Wärme, sein Leben.

Die sieben Gnadenerweise 
für die große Zeugenschar: Der Älteste im Thronsaal Gottes offenbarte Johannes sieben Gnadenerweise, die den Auserwählten in ihrem neuen Dasein gewährt werden. Es handelt sich dabei um drei verneinende und drei bejahende Aussagen sowie eine Zusammenfassung dessen, was zuvor gesagt wurde.

Welche Not wird die Zeugen im Thronsaal Gottes nie mehr treffen? Die Gerechtfertigten leiden keinen Hunger und keinen Durst mehr wie diejenigen, die aus ihren Häusern vertrieben wurden und in Einöden oder Wüsten herumirren. Der Herr sorgt für seine Zeugen. Sie haben Mangel gelitten um der Ehre seines Namens willen. Jetzt schenkt er ihnen alles, was sie in ihrer neuen geistlichen Existenz brauchen (Jes. 49,10).

Der dritte Schutz, der den Zeugen zukommt, ist dieser: Wer einmal im Orient in der Mittagshitze ohne Hut oder Schirm, ohne Schatten und ohne Wasser längere Zeit stehen mußte, ahnt die fürsorgende Geborgenheit, die den gerechtfertigten Heiligen „im Schatten des Allmächtigen“ zukommt (Ps. 91,1-2). Auch die Hitzewellen aus dem eigenen Gewissen brennen nicht mehr in ihnen. Und selbst die strahlende Herrlichkeit Gottes ist für sie keine Last, sondern eine Quelle ewiger Freude (Phil. 4,4). Sie leben beim Heiligen in einer geistlichen Existenz als Wiedergeborene und Erneuerte, die nicht wie die Muslime in ihrem Paradies irdischen Begierden folgen, sondern durch die Heiligkeit Gottes heilig leben (Offb. 21,3-7).

Die positiv formulierten Gnadenerweise bestehen darin, daß das Lamm Gottes mitten im Thron sie weiden und leiten wird zu den Quellen des lebendigen Wassers (Jes. 49,10-14; 48,21).

Seit Jesus Christus in den Himmel aufgefahren ist und von seinem Vater durch die Übergabe der siebenfach versiegelten Buchrolle inthronisiert und bevollmächtigt wurde (Offb. 5,1-14), lebt er mitten im Thron seines Vaters (Offb. 3,21). Er steht nicht irgendwo am Rande des Thrones, sondern hat sich zusammen mit seinem Vater auf dessen Thron gesetzt. Er bleibt mitten im Thron. Er und der Vater sind eins (Joh. 10,30). Der Vater ist in ihm und wirkt seine Werke (Joh. 14,10). Die Zeugen Christi im Thronsaal sehen ihren Heiland und seinen Vater mit ihren eigenen Augen. Das bedeutet die Erfüllung der sechsten Seligpreisung: „Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“ (Mt. 5,8)

Wir lesen hier ein tiefsinniges Wortspiel: Jesus, das Lamm Gottes, wird die unübersehbar große Schar seiner Herde weiden. Der Hirte ist das Lamm, und das Lamm ist der Hirte. Ein Lämmlein führt die Herde an, die Herde der Erlösten. Jesus hat sich selbst für seine Nachfolger geopfert. Er ist ihr Sühneopfer und ihr Hohepriester in einer Person. Jesus bleibt für seine ganze Herde der alleinige Mittler und Hohepriester. Nur durch ihn, mit ihm und in ihm haben sie Rechtfertigung, Zutritt zum Thron und ewiges Leben. Die Gemeinde der Vollkommenen trägt kein Leben, kein Recht und keine Kraft in sich selbst. Nur „in Christus“ finden sie geistliche Nahrung, Vollmacht, Licht und Segen.

Die Worte des Ältesten erinnern uns an Ps. 23,2, wo der Herr, der Bundesgott, als Hirte seine Herde zum frischen Wasser führt. In der Offenbarung wird diese Weissagung vertieft. Das Lamm Gottes führt seine Nachfolger direkt zur Quelle des lebendigen Wassers. Er selbst ist diese Quelle, von der Ströme frischen Wassers fließen.

Die Bibel redet oft in Bildern. In Hesekiel lesen wir von der Quelle des lebendigen Wassers, die aus dem Tempel Gottes quillt und zum breiten und tiefen Strom wird, der Wüsten bewässert und selbst das Tote Meer belebt (Hes. 47,1-12; Joel 4,18; Offb. 22,1).

Das Wasser des Lebens ist der Heilige Geist, der vom Gekreuzigten ausgeht. Weil Jesus unsere Sünden tilgte, kann der Kraftstrom Gottes in alle eindringen, die sich seiner vollendeten Versöhnung öffnen (Joh. 3,15-16). Dieses Wasser des Lebens stillt ihren Durst ewiglich (Mt. 5,6; Joh. 4,14; 6,35; 7,38-39). Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahrt ihre Herzen und Sinne in Christus Jesus (Phil. 4,7; 1. Thess. 5,23-24).

Die zusammenfassende Verheißung schließlich lautet: Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Diese Verheißung von Jes. 25,8 und 66,13 wird in der Offenbarung zweimal wiederholt (7,17; 21,4) und vertieft. Wie eine Mutter ihr Kind auf den Schoß nimmt und durch Herzen und Küssen die Erinnerung an den Schmerz lindert und die Tränen des Kindes von seinen Wangen wischt, so umarmt uns in einer geistlichen Weise unser himmlischer Vater und tilgt die Erinnerung an das vergangene Entsetzen aus unserem Bewußtsein. Seine Nähe und Gegenwart ersetzen und überwinden auch das größte Grauen, das die Geschichte der Menschheit kennt.

Unser Gott schwebt nicht unendlich hoch und fern über uns wie Allah im Paradies der Muslime. Nein, unser Vater hat einen neuen Bund mit uns geschlossen (Mt. 26,26). Er reinigt uns durch das Blut seines Sohnes und belebt uns mit der Kraft seines Heiligen Geistes. Er will, daß wir bei ihm wohnen und in ihm leben. Johannes selbst bezeugte:

„Gott ist die Liebe;

und wer in der Liebe bleibt,

der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1. Joh. 4,16)

Gebet: Unser Vater im Himmel, wir danken Dir durch Deinen Sohn Jesus Christus, daß Du uns zu Deinen Kindern gemacht hast und wir ewig geborgen in Deinem Schoß sitzen dürfen. Rette unsere Freunde und Feinde und ziehe sie mit den Seilen Deiner Liebe zu Dir. Amen.

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