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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung
BUCH 1 - SIEHE, ICH KOMME BALD! (OFFENBARUNG 1:1 - 3:22)
Teil 1.2 Die erste Vision und ihre Konsequenzen auf der Erde: Die Erscheinung des Menschen-sohnes zur Heiligung seiner Gemeinden (Offenbarung 1:9 - 3:22)

Teil 1.2.1 Die herrliche Erscheinung des auferstandenen Herrn (Offenbarung 1:9-20)

4. Die Deutung der sieben Sterne und der sieben Leuchter (Offenbarung 1:19-20)


OFFENBARUNG 1:19-20
19 Schreibe, was du gesehen hast und was ist und was geschehen soll danach. 20 Das Geheimnis der sieben Sterne, die du gesehen hast in meiner rechten Hand, und der sieben goldenen Leuchter ist dies: Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden.

Schreibe, was du gesehen hast: Johannes hörte zum zweiten Mal den Befehl zum Schreiben. Er lag nicht mehr am Boden wie ein Toter, denn sein Herr hatte ihn zu einem neuen Zeugnis erweckt. Johannes sollte nicht als Mystiker über Gegenwart und Zukunft spekulieren, und keine Angst vor den kommenden Gerichten haben, sondern genau bezeugen, was er gesehen und gehört hatte. Alle Erscheidungen prägten sich blitzschnell in seine Erinnerung ein, die er später im Detail genau niederschrieb.

Johannes hatte schon als junger Mann die Herrlichkeit Jesu erkannt und bezeugt. Jetzt war er von der Herrlichkeit seines treuen Herrn und Heilands neu überflutet worden. Er erkannte und bezeugte in neuer Weise, daß der gekreuzigte Auferstandene der kommende Weltenrichter und König aller Könige ist. Vor ihm erscheinen alle Fürsten und Verantwortlichen auf Erden als Nichtse, denn sie alle müssen sterben. Allein der Herr bleibt ewig, da er das Leben in Person ist.

Schreibe, was du sehen wirst: Johannes wußte anfangs noch nicht, was er alles schreiben sollte. Stufe um Stufe wurde ihm offenbart, wie die Welt- und die Heilsgeschichte unausweichlich auf ihr Ziel zueilen. Das Böse muß seine Bosheit ganz offenbaren und versuchen, sich in den Massen der Menschen zu verwirklichen. Die Guten aber werden geläutert wie Gold im Feuer, so daß alle Schlacken und Fremdstoffe aus ihnen herausgebrannt werden.

Die Beschreibung des ausufernden Bösen, die Ausgießung des Zornes Gottes auf alle Unbußfertigen und Lästerer, die Leiden der Gemeinden und ihre Bewahrung bis zum Hereinbrechen einer neuen Welt in der Gegenwart Gottes waren dem Seher am Anfang seiner Visionen noch verborgen. Er sollte Bild um Bild, Wort um Wort wiedergeben, wie sie ihm geoffenbart wurden.

Gott sieht und kennt die Zukunft des Universums im voraus. Die Weltgeschichte liegt vor ihm wie ein durchsichtiges Meer. Er bietet jedoch der aufrührerischen und hartherzigen Welt ununterbrochen sein Heil an. Zwar bekehren sich nur wenige, doch um dieser Wenigen willen zerstört der Herr das All nicht. Die Gemeinde Jesu Christi ist das Geheimnis und der Sinn der Weltgeschichte: Sie ist das aufhaltende Element, das den Zorn Gottes aufhält. Jesus rettet noch den letzten seiner Auserwählten, auch wenn die Hölle tobt und immer mehr Macht in Politik, Religion und verweltlichter Kirche gewinnt. Gottes Heilsgeschichte wird vollendet. Niemand kann seinen Triumphzug aufhalten. Je mehr der Herr Jesus aus Juden und aus den Völkern Christen beruft und sammelt, desto mehr verhärtet sich die Mehrheit der Welt gegen das Evangelium und wird durch die Existenz einer geistlichen Gemeinde in Frage gestellt und gewogen. Das Heil und das Gericht drängen auf ihr Ziel zu.

Die sieben Sterne sind die Engel der sieben Gemeinden: Das griechische und hebräische Wort für Engel bedeutet jeweils „Bote“. Wahrscheinlich sind mit den Engelsboten in der Offenbarung die verantwortlichen Leiter der sieben Gemeinden in Kleinasien gemeint.

Engel, Apostel, Gemeindeleiter und Gemeindeglieder sind alle Gesandte Jesu Christi, der seinen Nachfolgern sagte: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“ (Joh. 20,21). Alle Gesandten Christi ruhen in seiner Hand. Durch sie verwirklicht Jesus seinen Willen. Sie sind seine bevollmächtigten Zeugen. Durch sie will er heute handeln. Jesus baut seine Gemeinde nicht in erster Linie durch Engel, sondern durch wiedergeborene, gehorsame Nachfolger.

Bei dieser Aufgabe kommt den gewählten oder nichtgewählten Gemeindeleitern eine besondere Verantwortung zu. Ihre Erkenntnis und Treue, ihr Zeugnis, ihr Vorbild und ihre Gebete tragen viel zum geistlichen Zustand einer Gemeinde bei. Ihre Hohlheit, mangelnde Erkenntnis und Faulheit, ihr Stolz und sündiges Leben zerstören eine Gemeinde und halten sie vom geistlichen Wachstum zurück. Niemand sollte sich in ein leitendes Gemeindeamt drängen, der keine klare Berufung von Jesus dazu empfangen hat. Kein Student sollte Theologie studieren, wenn er nicht wiedergeboren und im geistlichen Dienst bewährt ist. Gemeindeleiter tragen eine große Verantwortung vor dem ewigen Richter.

Aber nicht nur Bischöfe, Prälaten, Priester, Pfarrer, Prediger oder Vorsitzende stehen in der Pflicht, vielmehr trägt auch jedes Gemeindeglied Verantwortung entsprechend seines geistlichen Reifegrades. Viele leblose Gemeinden bekommen einen geistlosen Verkündiger, wie sie ihn verdient haben. Wo Gemeindeglieder jedoch treu für ihren überlasteten Gemeindeleiter beten, mitarbeiten und anhaltend um einen vollmächtigen Nachfolger bitten, antwortet der Herr in Treue und sendet zu seiner Zeit den rechten Boten.

Gemeindeleiter und Älteste sollten sich nicht vor der steigenden Finsternis und der wachsenden Ungerechtigkeit im säkularen Bereich und in manchen Kirchenleitungen fürchten, denn niemand ist in der Lage, sie aus ihres Herren Hand zu reißen. Sie werden wie die Sterne, die Johannes sah, um so heller strahlen, je dunkler es um sie herum geworden ist - solange sie in ihres Herren Hand als ihrem einzigen Schutzraum, ihrer Kraftzentrale und Segensquelle bleiben.

Die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden: Als Johannes sich nach dem ersten Trompetensignal erschreckt umgewandt hatte, sah er sieben hohe, goldene Leuchter. Sie stellen die Vollzahl der Gemeinden dar. Die Aufgabe eines Leuchters ist es, zu leuchten und seine Umgebung zu erhellen. Meistens geschieht das innerhalb eines Raumes. Manchmal werden Kerzenständer und Lampen aber auch in die Fenster gestellt, so daß sie ihr Licht weit in die Dunkelheit hinaus strahlen lassen.

Jesus sagte seinen Aposteln und allen seinen Nachfolgern: „Ihr seid das Licht der Welt! Laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“ (Mt. 5,14-16).

Jesus hatte mit dieser Berufung eine seiner eigenen Eigenschaften auf seine Apostel und auf seine Nachfolger gelegt, denn er hatte von sich selbst bezeugt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Joh. 8,12).

Das Licht, das von Jesus ausgeht, soll von den Gemeinden widergespiegelt werden, so daß alle Menschen im Licht Jesu leben und zu Kindern des Lichtes werden. Dabei verursacht im Evangelium nicht wie es in der Natur üblich ist, das Licht das Leben, sondern umgekehrt das Leben Christi wird zum Licht in seinen Gemeindegliedern (Joh. 1,4). Seine Kraft kommt in den Schwachen zur Vollendung (2. Kor. 12,9).

Die Gemeinden sollen angesichts der wachsenden Verfolgung ihre Strahlkraft nicht dämpfen und ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen, sondern gleichmäßig weiterleuchten, wie Jesus und seine Apostel trotz ihres Martyriums Liebe und Wahrheit vorlebten und bezeugten. Christen sollen nicht ängstlich in die Zukunft blicken, denn der herrliche Könige wandelt persönlich zwischen den brennenden Leuchtern. Er versichert ihnen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Mt. 28,20). Das Vertrauen in den auferstandenen, gegenwärtigen und kommenden Christus gibt den Gemeinden Kraft, um durchzuhalten, zu segnen und zu lieben.

Die erste Vision des Johannes mit der Erscheinung des sich nahenden Weltenrichters war eine Antwort auf die Gebete des greisen Apostels, der sich um den Zustand seiner Gemeinden sorgte. Der Herr versicherte ihm seine Fürsorge, Treue und Gegenwart für alle Gemeindeglieder, in Sonderheit aber für die Gemeindeleiter. Kein einziger von ihnen werde vernachlässigt, auch er, Johannes, nicht, trotz seiner Verbannung in die Öde und Einsamkeit der Insel Patmos.

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