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THEMA 5: DAS GESETZ DES GEISTES - für ein Leben in Christus
Meditationen, Gebete und Fragen zu den apostolischen Ermahnungen in den Briefen des Neuen Testaments
IV. Unsre neue Lebensordnung
Zweiter Teil: Pflichten von Christen und Muslimen den Menschen gegenüber (al- Mu’amalat)

Jesus, der Weinstock und wir, seine Reben


Unser Heiland hat in bildhaften Zeugnissen immer wieder seine völlige Einheit mit seinen Jüngern, der Keimzelle seiner Gemeinde bezeugt:

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie müssen brennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren“ (Johannes 15,5-7).

Wer im Herbst oder Winter einen zurückgeschnittenen Weinstock im Nahen Osten oder bei uns anschaut, denkt, aus diesem knorrigen, dunklen Stumpf wird nichts mehr herauswachsen. Im Frühjahr aber brechen Knospen mit Kraft aus der vertrockneten Rinde heraus. Bald sprießen hellgrüne Reben aus diesen Knospen hervor, saftige Blätter entstehen und dünne Aufhänger verankern die Reben wo immer sie sich festkrallen können. Die Rebe mit ihren Blättern wächst stets weiter, Zweige entstehen und kleine Blüten erscheinen, aus denen sich in der strahlenden Sonne des Orients saftige Trauben entwickeln.

Der Herr Jesus benützte dieses bekannte Bild, um seinen Zuhörern zu erklären, dass seine Gemeinde nicht aus sich selber entsteht, auch nicht aus dem Dienst eifriger Zeugen, sondern dass sie von ihm persönlich hervorgebracht wird. Wie Knospen, Reben, Blätter, Aufhänger, Blüten und Trauben nicht aus sich selber entstehen können, sondern aus dem Saft des alten Weinstocks nach einem heimlichen Programm wachsen, so ist auch eine echte Gemeinde von Anfang an in allen Details eine Frucht, die aus dem Herrn Jesus selbst herauskommt. Er ist der Weinstock, wir sind lediglich seine Reben. Es gehört zu unserer Buße, dass wir Christus für die Existenz einer Gemeinde und für ihr Wachstum allein die Ehre geben, wie der Pastor Cornelius Krummacher dichtete:

Nichts hab ich zu bringen
alles Herr bist du!

Alle Superintendenten, Kirchenräte, Synoden und Aufbaustrategen in den Kirchen sollten erkennen und bekennen, dass nicht sie ihre Kirche geschaffen haben, noch erhalten können, sondern der Herr Jesus allein Quelle und Garant seiner Gemeinde ist. Nicht die Finanzpolster der Kirchenleitungen garantieren den Segen und die Wirkung des Heiligen Geistes, sondern umgekehrt, wo dieser Geist wirkt und die Gemeindeglieder treibt (Römer 8,14), dort sind Opfer und Spenden etwas Selbstverständliches. Leitende Verantwortliche in Kirchen und Gemeinschaften sind im besten Fall Reben am Weinstock, nicht aber der Weinstock selber! Das Buch des schweizer Professors Emil Brunner: „Das Missverständnis Kirche“ zeigt, dass der vertrauensvolle Glaube von Witwen und Waisen, die aktive Liebe einiger Gemeindeglieder, und das tägliche Lesen in Gottes Wort viel mehr die Substanz der Gemeinde Jesu ausmachen, als manche verehrten Geistlichen von sich selbstbewusst denken.

Wer darüber hinaus versucht, seine Gemeinde mit einem fremden Aufbausaft zu beleben, irrt gewaltig. Niemand kann eine Rebe in eine Kaktusfeigenhecke oder in einen Brombeerstrauch einpfropfen. Sie würde sofort welken und absterben. So ist auch im multikulturellen Zeitalter die Vermischung von Religionen mit dem Evangelium ein Sakrileg, das den geistlichen Tod einer Kirche mit sich bringt. Wer von den so genannten Wahrheiten in anderen Religionen träumt, und sich ihnen öffnet (wie das Zweite Vatikanische Konzil), hat noch nicht begriffen, dass „der Listigste von allen“ biblische Worte und geistliche Begriffe in seine raffinierten Weltanschauungslehren einbaut, die in Wirklichkeit mit Gift und Geist seiner Lügen erfüllt sind. So bedeuten auch indische Gebetstänze, oder andere orientalische Belebungsaktivitäten in evangelischen Kirchen eine Verführung naiver Gemeindeglieder.

Der Herr Jesus geht in seinem Zeugnis weiter, und erklärt mit einfachen Worten das Wunder seiner Gemeinde. Nicht nur das Entstehen und Wachsen der Reben gehen allein auf ihn zurück, sondern auch ihr Bestand und die Frucht, die sie bringen. Er bezeugte:

Wer in mir bleibt und ich in ihm,
der bringt viel Frucht;
denn ohne mich könnt ihr nichts tun

(Johannes 15,5b)

Diese Worte sind so groß und reich, dass niemand sie ausreichend erklären kann. Über hundert Mal steht in den Schriften des Neuen Testaments, dass echte Christen „in Jesus“, ihren Herrn, eingepflanzt worden sind. Sie leben nicht mehr verirrt oder für sich selbst, sondern befinden sich im Schutzraum, im Machtbereich und in der Gnadenregion des Sohnes Gottes. Ihm wurden sie als sein Besitz übergeben, und leben geborgen in seinem Namen und in seiner Kraft. Sie existieren und wirken nicht mehr aus sich und ihren begrenzten Begabungen heraus, sondern sind eingepfropft worden in den Allmächtigen, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist. Sie haben das Vorrecht „in Christus“ zu sein, und lernen, in ihm zu bleiben, und keine Sekunde sich von ihm zu trennen.

Ihr Herr Jesus wusste, dass seine Nachfolger dies alles nicht aus sich selbst vollbringen können, deshalb vertiefte er ihre geistliche Existenz und erläuterte ihnen, dass „ER selber in ihnen wohnt“! Diese Offenbarung ist die andere Sensation. Wir leben nicht allein „in Christus“ geborgen, sondern der Messias wohnt bereits mit allen seinen Gnadengaben „in jedem“, der sich ihm öffnet und ihm sein Leben übergeben hat. Der Apostel Paulus betete auf seinen Knien, dass der auferstandene herrliche Christus durch seinen heiligen Geist in jedem Glied seiner Gemeinden wohne, und seine Fülle ihren Alltag präge (Epheser 3,14-19).

Seine Gegenwart in ihren Herzen soll ihnen helfen, in ihm zu bleiben, damit keine irdische Beeinflussung die Kraftzufuhr aus ihm, ihrem Weinstock, unterbreche. Nur so kann erwartet werden, dass in ihrem Leben gesegnete Früchte reifen. Der Herr erwartet aber nicht nur einige wohlschmeckende Früchte von jedem Einzelnen, sondern erhofft viele Früchte seiner Barmherzigkeit bei allen seinen Nachfolgern zu ernten. Orientalen sind selten vom Blütenmeer im Frühling begeistert, sondern erwarten viele Früchte von ihren Bäumen und Gärten.

Dabei schärft der Herr über Leben und Tod seinen Jüngern ein, dass ihre Begeisterung und ihr guter Wille nicht ausreichen, für ihn gute Früchte in ihrem Leben zu erzeugen. Deshalb sagte er ihnen: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“. Eine solche ernüchternde Realität kann den Eifer bei manchen erlahmen lassen. Die Klugen aber sagen: Der Herr allein hat die Möglichkeit ewiggültige, heilige Früchte in uns zu erzeugen. Wir sollten uns mehr als bisher seinem Handeln öffnen, damit er in uns die Früchte seiner Gnade reifen lassen kann.

Der Herr Jesus aber geht in seiner Erklärung weiter, und warnt seine Nachfolger vor jeder Form des Abfalls. Manche Ausleger behaupten, dass wiedergeborene Christen nie abfallen werden, da der Herr Jesus sie bewahre und niemand sie aus seiner Hand reißen könne. Der Herr erklärte jedoch in seinem Gleich-nis vom Sämann und dem vierfachen Ackerfeld (Matthäus 13,1-23), dass manche Hörer sein Evangelium begeistert anneh-men, aber in ihren Herzen nicht genügend Tiefgang haben, so dass die aufgehende Saat schnell wieder verdorrt und stirbt. Andererseits können dornenähnliche Sorgen und Probleme den Glauben in einem Menschen ersticken, falls er seine Sünden und Bedrückungen nicht alle Jesus, seinem Retter übergibt. Manche Freunde öffnen sich der Botschaft vom Reich Gottes aus politischen Gründen, stellen gesellschaft-liche Erwägungen an, oder hegen finanzielle Hoffnungen. Sie glauben, lieben und hoffen wie die anderen Gemeindeglieder. Wenn jedoch ihre geheimen Träume nicht in Erfüllung gehen, fallen sie zornig ab, oder verraten selbst ihre verborgene Hauskreisgemeinde. Da wir alle in Versuchungen leben, werden Stolz, Ehrgeiz, Empfindlichkeiten, sexuelles Fehlver-halten, und Vertrauen auf Geld und Gold, zu einer akuten Gefahr in denen, die sich nicht von Jesus überwinden lassen, und von ihm letztlich abfallen.

Jesus warnt seine Gemeinde mit Ernst vor jeder Form des Abfalls, da derselbe den geistlichen Tod der Gläubigen nach sich ziehe, und in der Ewigkeit mit dem zweiten Tod bestraft werde. Wir sollten nicht oberflächlich der Meinung sein, dass uns so etwas nie passieren könnte (2.Mose 17,7; 4.Mose 14,20-23.29; 20,2-5.10-13; Hebräer 3,7-19). In Zukunft wird der Antichrist jeden treuen Nachfolger Christi foltern, sein seelisches Gleichgewicht pharmazeutisch zerstören, und ihn bestialisch töten lassen, wenn er diesen Sohn Satans, nicht als „wahren Gott“ anbeten wird (2.Thessalonicher 2,3-12; Offenbarung 13,5-10). Wer wird in dieser bitteren und nahen Anfechtung „das ewige Leben in Christus“ wertvoller erachten, als die grauenhaften Plagen der Hölle, mit denen der Böse versuchen wird, jede gute Rebe vom göttlichen Weinstock wegzureißen? Jesus warnt: Alle, die nicht eng mit ihm verbunden bleiben, und von ihm abfallen, müssen brennen! (Offenbarung 14,9-13).

Andererseits verheißt der Sohn Gottes seinen treuen Nachfolgern, dass er sie an seiner Vollmacht durch ihre Gebete beteiligen wird: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren“. Diese Verheißung des Herrn Jesus ist so mächtig und groß, dass wir darüber betend nachdenken sollten. Wer kann so erhörlich beten, dass der Vater im Himmel die Bitte erfüllen wird? Wer in Jesus bleibt, und seine Worte in seinem Herzen bewegt und bewahrt, bekommt einen neuen Sinn und einen geistlich orientierten Willen. Er beginnt wie Gottes Sohn zu denken, und betrachtet die irdischen Probleme als zweitrangig.

Der Herr Jesus hat seinen Jüngern diesen Grundsatz bereits im Vaterunser deutlich gemacht. Nach der einzigartigen Anrede: „Unser Vater“, kommen zuerst die Himmelreichsbitten, danach Alltagsbitten, und zum Schluss die Bitten um Bewah-rung vor dem Bösen. Zuerst soll der Name des Vaters durch das biblische Benehmen seiner Kinder geheiligt werden, damit sie ihm keine Schande bereiten. Dann folgt die Bitte um das Kommen und die Ausbreitung des Vaterreiches durch Opfer, Glaube und Einsatz in allen Ländern der Erde. Danach bitten wir, dass sein Vaterwille bei allen seinen Kindern real ge-schehe, und wir nicht länger von frommen Absichten reden, sondern tun, was er will. Der Herr Jesus hatte gesagt: „Trach-tet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das „Übrige“ alles zufallen“ (Mat-thäus 6,33). Wir sollten lernen zu glauben was unser Herr sagt und seine Verse nicht nur auswendig lernen, sondern dem Ziehen des Heiligen Geistes gehorchen, dann werden unsere Gebete erhört werden.

Wir können uns prüfen in allem, was wir unseren Vater im Himmel oft bitten. Beten wir meistens für uns selber, für die Glieder unserer Familie und für die Ehre unserer Sippe, oder beten wir für die Verkündigung des Evangeliums in Afrika und Asien? Haben wir uns orientiert über die Leiden und Verfolgung der Diener Christi in den Ländern des Islams, in Indien und China, oder begnügen wir uns mit den Problemen unserer Gemeinschaft, der Hauskreise und den schockierenden Ereignissen in unserer Umgebung? Spüren wir was Gott in unserem Dorf, in unserer Stadt und in unserem Land tun will, oder sehen wir die oft aufregenden Nachrichten im Fernsehen ohne Gebetsreaktion an? Begreifen wir, dass viele Katastrophen, die über unsere Erde gehen, Gerichte Gottes sind und beten um Buße, um Glauben und um Opfer der Liebe für die Leidenden, oder begnügen wir uns mit gleichgültigem Mitleid und vergessen, was gestern noch gelitten wurde? Sind wir geistliche Egoisten in unseren Gebeten, oder leben und lieben wir nach den Bestrebungen des Heiligen Geistes?

Gebet: Vater im Himmel, wir lieben dich, weil du uns immer liebst. Du hast deinen heiligen Sohn in unsere boshafte Welt gesandt, damit er in uns Wohnung mache und seine Liebe unseren Egoismus überwinde. Dann lernen wir denken, wie du denkst und tun was du willst. Dein Sohn ist unser Kraft spendender Weinstock, wir sind seine Reben. Er erzieht uns, deinen Namen zu heiligen, zu bitten, dass dein Reich komme und zu dienen, damit dein Wille bei uns geschehe. Amen.

Frage:

  1. Was erklärt uns das Wortbild Jesu vom Weinstock und seinen Reben?

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