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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung

BUCH 7 - JA ICH KOMME BALD (OFFENBARUNG 19: 11 - 22: 21) - Der Triumph Christi bei seiner Wiederkunft und die Erschaffung einer neuen Welt
TEIL 7.3 - 
Das Tausendjährige Reich (Offenbarung 20,1-10)

3. Die erste Auferstehung der Toten (Offenbarung 20,4c-6)


20,4c (...); diese wurden lebendig und regierten mit Christus tausend Jahre.

5 Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die tausend Jahre vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung.

6 Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.

Seelen wurden lebendig

Johannes erkannte nun einen kaum vorstellbaren Vorgang: viele Seelen wurden wieder lebendig und empfingen einen Geistleib, ähnlich dem Leib, den Jesus nach seiner Auferstehung besaß, mit dem er durch Mauern und Felsen lautlos hindurchgehen konnte. Die Märtyrer wurden damit dem Bild ihres Herrn angenähert (Römer 8,29; Philipper 3,21; Kolosser 3,4; 1. Johannes 3,2 u. a.).

Immer wieder versuchen moderne Zukunftsfilme darzustellen, wie Menschen in verschiedene Seinszustände transformiert werden. Das sind vergebliche Versuche dunkle Ahnungen des Menschen von der Existenz der Seelen und der kommenden Auferstehung zu erhellen. Letztlich bleiben diese Versuche Wunschträume oder verdrängte Ängste. Johannes aber sah das gewaltige Geschehen der ersten Auferstehung im Voraus.

Der Seher stellt deutlich heraus, dass die auferstandenen Märtyrer nicht unabhängig und für sich selbst leben, wirken und regieren werden, sondern nur in engster Verbindung mit und in Christus. Er ist der Weinstock, sie sind die Reben an ihm. Er wirkt und bringt durch sie hindurch viel Frucht. Ohne ihn können sie nichts tun (Johannes 15,5). J. A. Bengel weist darauf hin, dass Christus nicht mit ihnen regiere, sondern sie mit Christus. Er sieht darin einen Hinweis darauf, dass Jesus weiterhin im Thron seines Vaters im Himmel sitzt (Offenbarung 3,21; wie auch Matthäus 19,28) und mit ihm zusammen das Dasein regiert. Die lebendig gewordenen Seelen aber empfangen von ihm Anteil an seiner Majestät, Autorität und Lichtkraft.

Die treuesten der Treuen werden also mit Christus tausend Jahre lang über die restlichen Bewohner der Erde regieren, die nach den Zornschalengerichten übrig geblieben sind. Sie werden die Menschen die Gebote Moses und das neue Gesetz Christi lehren und den Segen oder die Strafen ihres Herrn auf die ihnen Anvertrauten legen. Da in dieser langen Gnadenzeit keine dämonisch inspirierte Opposition aufkommen kann, ist mit einer Segensfülle in allen Gebieten des Lebens zu rechnen.

Manche Ausleger nehmen an, dass in den tausend Jahren eine starke Missionsbewegung unter den Völkern der Erde beginnen wird. In China, Indien und den islamischen Ländern sind bislang nur drei bis fünf Prozent der Einwohner Christen. Weltweit kennen zwei Drittel der Menschheit Jesus und sein Heil noch nicht. Deshalb bleibt auch im Tausendjährigen Reich die Verkündigung des Evangeliums eine Hauptaufgabe aller durch den Heiligen Geist Wiedergeborenen. Sie werden anhaltend beten und glauben, was sie gebetet haben: „Dein Reich komme!“ (Matthäus 6,10)

Johannes sagt nicht, dass bei der Erscheinung Christi zur Vernichtung des Antichristen die Gesamtheit der Toten auferstehen werde. Auch bestätigt er nicht, dass die in Christus Gestorbenen zusammen mit den noch lebenden Gläubigen ihrem Heiland entgegen entrückt würden (1. Thessalonicher 4,15-17). Er bezeugt nur, dass die Märtyrer und alle, die um Jesu willen gelitten haben, zuerst auferstehen werden. Vielleicht wollte der auferstandene Herr seinen Gemeinden in Kleinasien durch dieses Zeugnis Mut zum Märtyrertod machen!

Die Erscheinung Christi zur Vernichtung des Antichristen stellt demnach nicht sein endgültiges Kommen dar, sondern bereitet es nur vor. Entweder erfolgt seine Wiederkunft nach den Berichten der Offenbarung in Etappen, oder aber sie weist verschiedene Aspekte auf, die getrennt voneinander betrachtet werden müssen.

Johannes nennt das Lebendigwerden der Seelen dieser Märtyrer die erste Auferstehung, die den Anfang des Tausendjährigen Reiches darstelle. Die zweite Auferstehung der Toten erfolgt erst nach der Interimsregierung Christi mit seinen Bevollmächtigten auf der Erde.

Wer ist selig und wer ist heilig?

Dem Patriarchen auf Patmos wurde mitgeteilt, dass die Teilhaber an der ersten Auferstehung alle „selig und heilig“ seien.

Selig ist nach diesem Text der, an welchem der zweite Tod kein Recht und keine Macht findet, welcher also nicht mehr verdirbt. Dieser Selige lebt ewig und kennt keine unterschwellige Angst vor dem Tod mehr. Er ist geborgen in Christus und seiner Gnade. In ihm wachsen die Früchte des Heiligen Geistes: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstkontrolle (Galater 5,22-23). Alle Seligpreisungen Jesu Christi realisieren sich in ihm (Matthäus 5,3-12; 13,16; 24,46; Lukas 11,28; Johannes 13,17; 20,29 u. a.). Im Blick auf das Tausendjährige Reich hat Jesus besonders die Sanftmütigen selig gepriesen und ihnen zugesagt, dass sie das Erdreich besitzen und regieren werden (Matthäus 5,5). Der Herr Jesus selbst ist das Urbild der Sanftmut (Matthäus 11,29). Ihm wird demnach die Erdkugel als Eigentum und Erbe zufallen.

Die Seligen, an denen der zweite Tod keine Macht findet, sind nach diesem Text zugleich heilig. Die Heiligen haben sich Gott und seinem Lamm als Eigentum ergeben und sich ihm ganz zum Dienst zur Verfügung gestellt. Sie werden „Königspriester des Allmächtigen“ genannt und haben jederzeit Zutritt zum Thronsaal des Allerbarmers. In dieser Eigenschaft werden sie die ihnen anvertrauten Völker vor dem dreimal Heiligen vertreten, anhaltend für sie beten und den Segen aus dem Opfertod Jesu auf die Unreinen legen. Bei allen ihren priesterlichen Handlungen bedeckt und schützt das Blut des Passahlammes die Heiligen (3. Mose 9,6-9; 16,6.11.15; Römer 3,21; Hebräer 7,26-28). Sie leben bis in alle Ewigkeiten hinein vom Segen des Sühneopfers Christi und sind heilig nur in IHM (Hebräer 10,14). Dem Lamm allein gebührt die Ehre (Offenbarung 5,9-12).

Diese königlichen Priester segnen die ihnen anvertrauten Völker nicht nur, sondern regieren und richten sie auch. Diese Vollmacht aber besitzen sie nur in und mit Christus (Johannes 15,5.16). Die tausend Jahre ihrer priesterlichen und exekutiven Dienste in der Theokratie Jesu bereiten die Neuerschaffung von Himmel und Erde vor.

Der Offenbarungsengel und der Apostel Johannes legen in diesem Abschnitt großen Wert auf bestimmte Formulierungen, die mehrmals erscheinen:

- „(...) bis vollendet wurden (die) tausend Jahre“ Offenbarung 20,3.5

- Sie „wurden lebendig“ bzw. „nicht wieder lebendig“ Offenbarung 20,4.5

- „die erste Auferstehung“ Offenbarung 20,5.6

- Die Märtyrer „regieren mit Christus“ Offenbarung 20,4.6

Wer die Verheißungen zum Tausendjährigen Reich anhand dieser vier Begriffe bedenkt und sich darauf beschränkt, erkennt die geistlichen Schwerpunkte in diesem Abschnitt der Offenbarung.

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