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auf unserer Erde in den Schriften des Alten Testaments)

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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung

BUCH 7 - JA ICH KOMME BALD (OFFENBARUNG 19: 11 - 22: 21) - Der Triumph Christi bei seiner Wiederkunft und die Erschaffung einer neuen Welt
TEIL 7.3 - 
Das Tausendjährige Reich (Offenbarung 20,1-10)

1.Verheißungen zum Messiasreich 
auf unserer Erde in den Schriften des Alten Testaments


Einleitung

Der eigenartige Begriff der „Tausend Jahre“ kommt in der Offenbarung (und nur dort) in sechs aufeinander folgenden Versen vor, dreimal unbestimmt, ohne Artikel (Offenbarung 20,2.4.6), und dreimal mit Artikel (Offenbarung 20,3.5.7). Im orientalischen Sprachbereich beschreiben diese Angaben keine konkrete Zahl, sondern sind ein Sammelbegriff für eine nicht näher bestimmte große Zahl wie in „Tausendundeiner Nacht“ oder in der Aussage eines Dämons vor seiner Austreibung durch Jesus: „Wir sind Legion (=Tausend)“ (Markus 5,9.15; Lukas 8,30). Die Unbestimmtheit dieser Zahl wird auch an der Aussage deutlich, dass Gott „tausend Jahre wie ein Tag“ erscheinen (Psalm 90,4; 2. Petrus 3,8).

Wenige Texte der Bibel haben so viele emotionale Spekulationen, geistliche Erwartungen und heftige Widersprüche hervorgerufen wie diese sechs Verse (Offenbarung 20,2-7). Die Confessio Augustana, eine Bekenntnisschrift der evangelischen Kirchen in Deutschland aus dem Jahre 1530 n. Chr., lehnte in Paragraph 17 die Lehre vom Tausendjährigen Reich als „jüdisch“ ab. Das herzogliche Pietistenedikt von 1694 dagegen erlaubte in Württemberg eine „gemäßigte Anschauung“ vom Tausendjährigen Reich.

Wer die biblischen Hintergründe des Glaubens an das Tausendjährige Reich verstehen will, sollte zuerst die Endzeit-Verheißungen in den Schriften des Alten Testaments lesen, in denen das Reich des Messias auf dieser Erde definitiv verheißen wird.

Wer sich im Wartesaal des Flugplatzes in Tel Aviv umschaut, findet einen Kiosk mit Schriften und Büchern orthodoxer Juden, in denen mit begeisterten Worten die Messias-Verheißungen des Alten Testaments als sich gegenwärtig erfüllende Ereignisse dargestellt werden. Die Frage nach dem Inhalt und der Realisierung dieser Endzeit-Verheißungen der alttestamentlichen Propheten ist in erster Linie kein christliches Thema, sondern unauflöslich mit Israel verbunden.

1. Verheißungen zum Messiasreich 
auf unserer Erde,in den Schriften des Alten Testaments

Die kraftvollen Offenbarungen zum Kommen des Messias als König und Herrscher enthalten meistens sowohl einen irdischen als auch einen geistlichen Ewigkeitsaspekt. Wir sollten keines dieser beiden Offenbarungsziele gesondert zu betrachten suchen, sondern sie so akzeptieren, wie sie uns im Textzusammenhang gegeben sind: „Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.“ (Jesaja 9,5-6; siehe auch: 2. Samuel 7,12-14a; Psalm 2,7-9; 97,1; Jesaja 11,1-5; 33,17; 60,1-3; Jeremia 33,15-17; Daniel 7,13-14; Micha 5,1; Sacharja 2,14-15; 6,12-13; 14,9 u. a.) Nach diesen Verheißungen wird der Messias als politischer und religiöser König kommen und das Reich Davids auf dieser Erde wieder aufrichten.

• Ein besonderes Kennzeichen des Messias besteht nach diesen alttestamentlichen Verheißungen darin, dass er die zerstreuten Söhne Jakobs aus der Fremde in ihre Heimat zurückführen wird. Orthodoxe Juden sagen dazu, dass ein Teil von ihnen schon vor dem Kommen des Messias ins verheißene Land zurückkehren werde, den Rest aber werde ihr Herr und König selbst befreien und zurückführen. Der Prophet Jesaja hörte jedoch, wie der Herr den Messias persönlich ansprach: „Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, dass du seist mein Heil bis an die Enden der Erde.“ (Jesaja 49,6) Dieser spezielle Vers wird von vielen orthodoxen Juden nicht besonders geliebt, weil er das Heilswirken des Messias nicht auf Israel allein beschränkt, sondern es allen Völkern anbietet. Ähnliche starke Verheißungen werden wortgetreu geglaubt (Jesaja 11,11-16; 35,8-10; 43,5-7; 49,9-12; 60,3-9; Jeremia 30,10.16; 31,8-14; Hesekiel 37,21-27; Sacharja 8,7-8 u. a.).

• Der Messias wird nach den Weissagungen des Alten Testaments in Jerusalem regieren und diese Stadt zum Mittelpunkt der Erde machen: „Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. (…) Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.“ (Sacharja 9,9-12, hier V. 9.10b; siehe auch Jesaja 4,2-6; 11,1-5.9; 33,20-22; 62,6-7; Jeremia 3,16-17; 31,1-7.23; Hesekiel 40,1 – 43,7; Sacharja 12,8 u. a.)

• Die Königsherrschaft des Messias wird eng mit einer geistlichen Erneuerung des Volkes Israels verknüpft sein. Aber nur ein „heiliger Rest“ wird im Reich des Messias leben. Denn die andern Israelis verstockten sich selbst und wurden durch die Gerichte Gottes weggerafft. Für den heiligen Rest aber gilt: „Über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen.“ (Sacharja 12,9-14, hier V. 10; siehe auch Jesaja 6,9-13; 10,20-21; 44,3; Jeremia 31,31-34; 33,14-17; Hesekiel 36,26-32; 37,1-28; 39,29; Joel 3,1-5; Amos 9,11; Sacharja 4,6 u. a.) Dass „alle, die ihn durchbohrt haben“ den Messias sehen werden, hatte der Patriarch Johannes bereits in seiner Einleitung als einen der Höhepunkte der Offenbarung Christi an ihn angegeben (Offenbarung 1,7).

• Das erneuerte Restvolk Israel wird im Reich des Messias eine priesterliche Funktion unter den Völkern der Erde ausüben: “Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ (2. Mose 19,5-6; siehe auch 5. Mose 7,6; Jesaja 4,3; 6,1-13; 61,6-7; Sacharja 8,13 usw.) Wir können die teilweise Erfüllung dieser Verheißung bereits in den Aposteln Jesu Christi sehen, die alle Juden und Königspriester im weiteren Sinne des Wortes waren.

• Mit dem Kommen des Messias beginnt ein neuer Abschnitt in der Weltmission: „In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über die Hügel erhaben. Und die Völker werden herzulaufen, und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des HERRN gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.“ (Micha 4,1-2; siehe auch Jesaja 11,10; 42,6-7; 49,6.23; 55,5; 60,3; 66,19; Jeremia 16,19-21; Sacharja 2,15; 8,20-23; 14,16-19 u. a.) Die hier verheißene weltweite Wirkung des Wortes Gottes wird allerdings von manchen Juden als eine Verbreitung des Gesetzes Mose mit seinen 613 Geboten und Verboten verstanden.

• Die Friedensherrschaft des Messias wird alle politischen Kriege zwischen den Völkern beenden: “Er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ (Jesaja 2,4; siehe auch Jesaja 9,4; 11,13 u. a.)

• Kosmische Entwicklungen und klimatische Veränderungen im Heiligen Land werden der Erde zu gesteigerter Fruchtbarkeit verhelfen: “Ich will Wasserbäche auf den Höhen öffnen und Quellen mitten auf den Feldern und will die Wüste zu Wasserstellen machen und das dürre Land zu Wasserquellen. Ich will in der Wüste wachsen lassen Zedern, Akazien, Myrten und Ölbäume; ich will in der Steppe pflanzen miteinander Zypressen, Buchsbaum und Kiefern, damit man zugleich sehe und erkenne und merke und verstehe: des HERRN Hand hat dies getan, und der Heilige Israels hat es geschaffen.“ (Jesaja 41,18-20; siehe auch Jesaja 4,2; 30,25; 32,15; 35,1-2.6-7; Hesekiel 47,7-12; Hosea 2,23-24; Amos 9,13; Sacharja 8,12 u. a.) Manche Kibbuzbewohner „sehen und erkennen und merken und verstehen“ die Hand des Herrn jedoch nicht, sondern behaupten, dass die teilweise Erfüllung dieser Verheißungen ihrem eigenen Einsatz und ihrem Opfer an Zeit und Kraft zu verdanken sei!

• In der Zeit des Messias werden die Einwohner seines Landes gesunden und lange leben: „Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht.“ (Jesaja 65,20; siehe auch 1. Mose 15,5; Jesaja 29,18-19; 33,24; 35,4-6; Jeremia 30,17; 33,6.22; Sacharja 8,4-6; 12,8 u. a.)

• Auch Tiere werden im Zeitalter des Messias vom Geist des Friedens angesteckt werden und ohne Kampf ums Dasein friedlich zusammen leben. „Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. Kühe und Bären werden zusammen weiden, dass ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder. Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter.“ (Jesaja 11,6-8; 65,25)

Angesichts dieser daseinsverändernden Verheißungen zum Kommen des Messias ist verständlich, dass diese Texte kontrovers ausgelegt werden:

Arabische Christen beteuern, dass alle Verheißungen zur Rückführung der verschleppten Juden mit ihrer Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft schon längst abgeschlossen worden seien.

Kibbuzbewohner beteuern, dass die Wüste nicht ohne ihren Schweiß und Fleiß blühe.

Der katholische Bischof Augustin soll gesagt haben, dass diese Verheißungen im Alten Testament geistlich zu verstehen seien, da mit der Ausgießung des Heiligen Geistes das Reich Gottes in der Kirche begonnen habe.

Im Gegensatz dazu träumen manche Phantasten von haushohen Weizenhalmen mit sieben Ähren, von Riesentrauben an den Reben und Zuständen wie im Schlaraffenland im Zeitalter des Messias.

Der Patriarch Johannes in seiner Verbannung auf der öden Insel Patmos würdigt im Buch der Offenbarung alle diese Verheißungen und Spekulationen zum Tausendjährigen Reich mit keinem einzigen Wort! Er setzt jedoch die Kenntnis dieser mehr als hundert Textblöcke im Alten Testament bei den jüdischen Lesern seines Buches als selbstverständlich voraus. Vielleicht wollte er auch die Gemeindeglieder aus dem griechischen Hellenismus nicht brüskieren, da die Mehrheit dieser Verheißungen dem Volk des Alten Bundes gilt!

Es ist gewagt und beinahe spekulativ zu versuchen, diese Verheißungen der Propheten zum Messiasreich auf der Erde in die Verse der Offenbarung hineinzupressen. Wir wollen uns deshalb auf den Text der Offenbarung beschränken und von den Verheißungen des Alten Testaments nur dann Gebrauch machen, wo der Text dies nahe legt.

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