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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung

BUCH 6 - DIE HURE BABYLON UND DIE ANBETUNG GOTTES (OFFENBARUNG 17: 1 - 19: 10) - Das Ende der großen Verführerin und Vorbereitungen zur Hochzeit des Lammes
TEIL 6.2 
Das große Halleluja
 im Himmel 
(Offenbarung 19,1-10)

1. Der Siegesjubel vor Gottes Thron 
(Offb. 19, 1-4)


19,1 Danach hörte ich etwas wie eine große Stimme einer großen Schar im Himmel, die sprach: Halleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Kraft sind unseres Gottes!

2 Denn wahrhaftig und gerecht sind seine Gerichte, dass er die große Hure verurteilt hat, die die Erde mit ihrer Hurerei verdorben hat, und hat das Blut seiner Knechte gerächt, das ihre Hand vergossen hat.

3 Und sie sprachen zum zweiten Mal: Halleluja! Und ihr Rauch steigt auf in Ewigkeit.

4 Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier Gestalten fielen nieder und beteten Gott an, der auf dem Thron saß, und sprachen: Amen, Halleluja!

Noch während auf der Erde der Rauch der brennenden Großstadt Babylon in dichten Qualmwolken aufstieg, begann im Himmel bereits ein umfassender Siegesjubel. Dieser vielstimmige Lobpreis Gottes vereinigte zahllose Gruppen und Chöre im Lob des Vaters und des Sohnes. Der Siegesjubel über den Fall der großen Verführerin aller Menschen stellt eines der bedeutendsten Ereignisse der Heilsgeschichte Gottes dar. Denn die sich so fromm gebende Religionsvermischerin hatte mehr Menschen von Gott und seinem Lamm abgezogen und verführt, als der Antichrist und sein falscher Prophet getötet hatten. Das Ende dieser listigen Supermacht musste gefeiert werden.

Johannes hörte im Himmel eine große Stimme, die zu ihm redete (Offenbarung 19, 1). Fünfmal in diesem Anbetungsgottesdienst werden "Stimmen" ausdrücklich erwähnt (Offenbarung 19, 1.5-6). Denn die Stimme artikuliert die Gedanken des Herzens: "Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über." (Matthäus 12, 34) “Person” zu sein bedeutet, Gedanken und Gefühle durch Worte zum Ausdruck zu bringen ("Per sonare" ist ein Begriff aus dem griechisch-römischen Theater: Die Schauspieler trugen dort Masken mit kleinen trichterförmigen Mundöffnung, durch welche die Stimme des Schauspielers “hindurchtönte und verstärkt wurde”).

Bei den Himmelsbewohnern explodierte die Hochspannung der Freude in einem Wort: “Halleluja!” Dieser Jubelruf heißt: Gepriesen sei Jahwe! Ursprünglich war das “Halleluja” der Lob- und Willkommensruf für den Bundesgott im Alten und Neuen Testament; ein “Freudentriller” vieler sich harmonisch ergänzender Stimmen. Dank, Jubel, Freude, Ruhm, Preis und Ehre sind in diesem Begrüßungsjubel enthalten. Solche Freudentriller sind heute noch bei Hochzeiten im Nahen Osten oder bei der Begrüßung politischer Führer in Äthiopien zu hören. Frauen, die in der semitischen Welt wenig zu sagen haben, können mit ihrem durchdringenden Trillern alle anderen Stimmen übertönen und ihrer überschwänglichen Freude Ausdruck geben. Im letzten Drittel der Psalmen lesen wir den Ruf "Halleluja" zweiundzwanzigmal: Psalm 104, 35; 105, 45; 106, 1.48; 111, 1; 112, 1; 113, 1.9; 115, 18; 116, 19; 117, 2; 135, 1.21; 146, 1.10; 147, 20; 148, 1.14; 149, 1.9; 150, 1.6.

Alle Chöre im Himmel sangen zusammen und bekannten das große Wort "Heil", das Befreiung, Rettung, Sieg, Heilung und Friede beinhaltet. Die von Gott abgefallene Welt ist eine heillose Welt, in der Krieg, Hass und Tod herrschen. Wenn in diesen Raum der Sünde das Heil Gottes eindringt, so bedeutet das Erlösung, Versöhnung, Neuschöpfung und Geburt einer neuen geistlichen Welt. Mit der Vernichtung der Verführerin Babylon hatte eine umfassende Errettung begonnen.

Danach jubelten die Chöre über die Herrlichkeit Gottes, die strahlende Summe aller seiner Eigenschaften, Namen und Kräfte. Die Verherrlichung Gottes bleibt ein Grundelement jeder biblischen Anbetung. Ihm gebührt alle Ehre, Glanz und Hoheit. Jesus hatte allezeit seinen Vater verherrlicht (Matthäus 6, 9; 16, 27; Johannes 5, 19-23; 14, 10.16.26; 15, 26). Deshalb war er berechtigt, ihn zu bitten, dass er ihn auch verherrliche mit der Herrlichkeit, die er besessen hatte, bevor er Mensch wurde (Matthäus 17, 2; 25, 31; Johannes 17, 4-5; Philipper 2, 5-11; Offenbarung 1, 13-16; 20, 11-13). Jesus wird wiederkommen in seiner eigenen Herrlichkeit (Matthäus 25, 31) und in der Herrlichkeit seines Vaters (Matthäus 16, 27), um uns zu sich zu ziehen (Johannes 14, 3), damit wir seine Herrlichkeit sehen (Joh. 17, 24) und wie Spiegel dieser Herrlichkeit in sein Ebenbild verwandelt werden (Römer 8, 29; 1. Johannes 3, 2). Die Sänger im Himmel spiegelten die Herrlichkeit des Vaters und des Sohnes bereits wider.

Der Chor sang von der Kraft und Macht Gottes. Es gibt keine andere aufbauende Kraft im All, nur die Kraft des allmächtigen Vaters, die Kraft seines lieben Sohnes Jesus, dem der Vater alle Gewalt im Himmel und auf Erden übergeben hat (Matthäus 28, 18), und die Kraft des Heiligen Geistes (Apostelgeschichte 1, 8). Warum erscheinen wir Christen oft so kraftlos, obwohl unser dreieiniger Gott die Urkraft, die Vollmacht und das ewige Leben ist? Jesus sagte: "Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein." (Matthäus 17, 20) Ein tansanischer Christ betete darum inbrünstig: “HERR, wirf den Islam, der sich vor uns aufbaut wie der Berg Kilimandscharo, ins Meer der Vergessenheit!” Wir glauben mit diesem Christen an die Erhörung seines Gebetes. Jesus versicherte uns: "Wahrlich, ich sage euch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." (Matthäus 7, 7-11; 18, 19-20)

Der Lobgesang der Himmelschöre stachelt uns an zu vermehrtem Glauben, zu ungeheuchelter Liebe und zu einer wagemutigen Hoffnung, sodass wir von Herzen gemeinsam unseren Schöpfer, Erlöser und Tröster verherrlichen, denn von ihm allein kommt das Heil, die Herrlichkeit und die Kraft.

Die Chöre des Himmels begründeten ihr großes Halleluja weiter: Alle Ehre und Macht gebühren Gott, denn er ist nicht nur der Vater, der Retter und der Erneuerer, sondern er ist auch der unbestechliche und gerechte Richter (Offenbarung 19, 2). Er richtet nicht nach dem Ansehen der Person und ist nicht käuflich. Seine Urteile entsprechen der Wirklichkeit, sie sind unfehlbar gerecht. Er kennt und durchschaut einen jeden Menschen, dessen bewusste und unbewusste Sünden, die Erbanlagen wie die Umwelteinflüsse, die ihn prägten. Da braucht es keine Worte! Die Urteile des dreimal heiligen Gottes sind unanfechtbar; er ist die letzte Instanz.

Unser Gott hat lange Geduld. Er ist nicht schnell zum Zorn. Er weiß, dass keiner gerecht ist und alle Menschen Lügner sind (Psalm 14, 1-3; 116, 11; Römer 3, 4). Deshalb hat er seinen Sohn gesandt, der als das heilige Opferlamm unsere Sünde übernahm und an unserer Stelle starb. Wer den Sühnetod Christi akzeptiert und dem Lamme Gottes glaubt und ihm dankt, der gilt vor Gott als gerecht. Wer aber die Sühne Christi nicht akzeptiert und ihm nicht dafür dankt, muss seine Sünde und das Gericht Gottes selbst tragen und wird verdammt werden. Außerhalb des Blutes Jesu Christi gibt es für uns keine Gerechtigkeit (Römer 3, 23-26; 5, 1; Epheser 2, 8; Hebräer 4, 16).

Die Hure Babylon aber behauptete, der Mensch sei gut und könne sich selbst rechtfertigen - falls es überhaupt einen Gott und ein Gericht gebe. Sie verkündete weiterhin, dass auch andere Religionen Wege in die Ewigkeit aufzeigten. Die Christen sollten nicht so hochmütig sein und das Heil für sich allein beanspruchen. Die Hure des Antichristen verführte die Massen, indem sie ihnen listig versicherte, dass beim Antichristen weiterhin gelte: "Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen!" Diese humanistische Aufklärerin war die gefährlichste Feindin der Christenheit. Sie verwässerte den Wein des Evangeliums und tröpfelte das Gift der Selbstgerechtigkeit und Hybris hinein. Millionen von Menschen löste die Hure langsam von Gott und seinem Lamm, verseuchte sie mit ihren antichristlichen Lehren, band sie an den Sohn des Bösen und an seine Institutionen und tötete sie so geistlich. Vom Evangelium her gesehen war sie die größte Massenmörderin aller Zeiten.

Gott aber hatte Geduld, auch mit ihr, und sandte ihr immer wieder seine Zeugen, die ihr das in Christus vollendete Heil anbieten sollten. Sie aber geriet außer sich vor Wut, ließ die treuen Zeugen foltern und töten und verbreitete gemeine Lügen über sie. Wer aber das Heil Christi ablehnt und nicht aufhört, es zu bekämpfen, richtet sich selbst. Mit dem plötzlichen Untergang Babylons forderte Gott schließlich das Blut seiner Knechte von ihr und rächte seine Zeugen. Die Hure wurde von ihren egoistischen Liebhabern getötet und aufgefressen. Außerhalb von Christus und seinem Reich gibt es keine selbstlose Liebe.

Erneut skandierten die Himmelschöre “Halleluja!” (Offenbarung 19, 3) Sie lobten Gott und sein Lamm über dem plötzlichen Untergang dieser Giftmischerin, Hure und Mutter aller Greuel auf Erden. Die Offenbarung versichert den Lobsängern im Himmel, dass der Rauch der Qual dieser großen Verführerin in alle Ewigkeit aufsteigen werde. Ihre Schuld sei unermesslich groß, das ewige Urteil über sie gerecht.

Die 24 Ältesten um den Thron Gottes und die vier Thronträger hatten bisher geschwiegen. Ihnen hatte das Entsetzen über die große Schuld der geistlichen Hure und das heilige Urteil Gottes über diese Schuld den Mund verschlossen! Sie waren erschüttert und getrost zugleich und stammelten nur: "Amen! Halleluja!" (Offenbarung 19, 4) Mit diesen beiden Worten sagten sie: Ja, gewiss, sicher! Das ist das einzig Richtige für die Verführerin. Gepriesen sei der Herr, der jede Schuld aufdeckt und gerecht richtet, falls ein Mensch das ewig gültige Sühneopfer Christi ablehnt oder lästert. Halleluja!

Die Anbetungsgottesdienste im Himmel rühmen nicht nur das vollendete Heil Gottes, sondern immer wieder auch seine gerechten Gerichte. Das entspricht dem Geheimnis, dass jede Evangeliumsverkündigung im Heiligen Geist immer zwei Wirkungen zeitigt: Sie löst und erlöst Sünder von ihren Bindungen, wenn diese Buße tun und an das Evangelium glauben. Dieselbe Verkündigung aber bindet und verhärtet die Ungläubigen zum Gericht, wenn sie nicht Buße von ihren Sünden tun und ihrem Retter vom Gericht Gottes nicht vertrauen. Das Lob Gottes und die Verkündigung seines Evangeliums bringen zwei sich entgegengesetzte Wirkungen hervor (Matthäus 16, 19; 18, 18).

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