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EPHESER - Werdet voll Geistes!
Meditationen, Gebete und Fragen zum Brief des Apostels Paulus an die Gemeinden in und um Ephesus

Teil 3 - Eine Einführung in die Ethik des Apostels Epheser 4:1 – 6:20)
B - Die christliche Haustafel (Epheser 5:21 - 6:9)

Exkurs: Die Waffenrüstung Gottes (Epheser 6:10-18)


Wie sieht die vollkommene Waffenrüstung Gottes aus? (Epheser 6:14-18)

Epheser 6:14-18
14 „So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit, 15 und an den Beinen gestiefelt, bereit, einzutreten für das Evangelium des Friedens. 16 Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, 17 und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. 18 Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet für alle Heiligen“.

Paulus wurde während seiner langen Gefangenschaft von Soldaten bewacht, die die ankommenden und weggehenden Gäste zu kontrollieren und auf ihre Reden acht zu geben hatten, die sie mit dem Gefangenen austauschten. Auf diese Weise bekam der Apostel Einblicke in die typische Bewaffnung seiner Wächter, was ihn zum Schluss verlockte die Namen ihrer Waffen in sein Evangelium zu „übersetzen“, ohne dass der Wachmann befürchten müsse, dass er einen Aufstand plane. Dabei hat Paulus sieben geistliche Waffen herausgestellt, die er als die komplette Rüstung eines Dieners Christi bezeichnete. Vier oder fünf dieser Waffen dienten der Verteidigung und dem Schutz des geistlichen Kämpfers und seiner Kollegen, während zwei oder drei für den Angriff und die Verbreitung des Reiches Gottes vorbereitet waren.

Interessant ist, dass der „Gürtel der Wahrheit“ zuerst genannt wird, da ein Gürtel um die Hüfte geschnallt, die Uniform des Soldaten und seine Waffen zusammen hält. Die Lüge war die Ursünde Satans. Sie ist eine seiner raffinierten Waffen, weshalb umgekehrt die Wahrheit die umfassende Macht Gottes darstellt. In ihr ist kein Betrug, keine List und keine Verdrehung zu finden. Alles ist klar, gradlinig und zuverlässig. Diese Wahrheit erscheint nicht nur hörbar oder sichtbar, sondern kommt aus dem Inneren, aus dem Herzen ihrer Zeugen heraus. Sie werden von keiner Lüge und keinem Trick regiert und in ihren Augen flackert keine Unsicherheit. Diese Bekenner sind zuverlässig.

Im Übrigen heißt „Wahrheit“ im Semitischen auch „Wirklichkeit“. Das könnte bedeuten, dass ein Zeuge Christi die Wirklichkeit der Welt und der Menschheit durchschauen kann. Falls er von der Sündhaftigkeit der Menschen redet, stimmt dies. Wenn er von der Auferstehung und Himmelfahrt Christi spricht, hat sie sich real ereignet, und wenn er es wagt, Gott zu definieren, dann ist der dreimal Heilige eine Dreieinigkeit ohne viel Diskussion! Ein Diener Christi besitzt den richtigen Durchblick und eine zuverlässige Beschreibung der Wirklichkeit.

Falls das Wort „Wahrheit“ als „Recht“ verstanden wird, heißt das, dass die heilige Liebe Gottes das Grundrecht des Daseins ist. Alles was nicht in diese heilige Liebe hinein passt ist Unrecht, Sünde und Schuld. Die Lehre von der Rechtfertigung aus Gnade ist die Basis des Heilsplanes Gottes. Die Erfüllung des Gesetzes Christi durch die Kraft des Heiligen Geistes hat Priorität, wie Paulus schreibt: „Das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus hat euch befreit vom Gesetz der Sünde und des Todes“ (Römer 8,2).

Wird die Wahrheit aber als eine Eigenschaft Gottes bezeugt, so ist Christus die Wahrheit in Person (Johannes 14,6), sein Geist ein „Geist der Wahrheit“ (Johannes 14,17; 15,26; 16,13), und Gott der Vater die Urquelle der Wahrheit (Johannes 17,17.19). Wer aus der Wahrheit ist der „hört“ seine Stimme (Johannes 18,37) und wird wahrhaftig.

Die zweite geistliche Waffe, die Paulus nennt, ist der „Panzer der Gerechtigkeit“ oder die schützende Brustplatte für die Innereien eines Kämpfers. Diese Bewaffnung bezeugt, dass der heilige Gott auch dann gerecht bleibt, wenn er verdorbene Sünder, durch den Sühnetod seines geliebten Sohnes rechtfertigt (Römer 1,17; 3,23.24; 5,1; 2.Korinther 5, 21). Er bleibt auch dann gerecht, wenn er das auserwählte, aber ungehorsame Volk Israel verstockt, um aus den unreinen Völkern zu retten, wer sich durch seine Gnadengerechtigkeit rechtfertigen lässt. Wer in dieser unanfechtbaren Gerechtigkeit Gottes Zuflucht sucht, erkennt sie als Glaubensgerechtigkeit, die die Vertrauenden heiligt. Alle Angriffe und Waffen des Urfeindes werden an dieser Umsonstgerechtigkeit Gottes wirkungslos, stumpf und zerbrochen.

Die dritte geistliche Waffe, die der Völkermissionar nennt, der lange im Untersuchungsgefängnis saß, heißt „gestiefelt und sprunghaft bereit zu sein, das Evangelium des Friedens zu verbreiten“. Diese pragmatische Formulierung bedeutet Weltmission, Bekanntmachung des Heils, das Christus am Kreuz vollendet hat, und bedeutet eine Überwindung aller Religionen und Weltanschauungen. Diese Formulierung beinhaltet auch, eine wache Bereitschaft zum Angriff zu besitzen, willig zu sein, den Vorstoß zu wagen, und keine Angst vor opponierenden Mächten in sich zu dulden. Der Wachsoldat hätte vielleicht aus solchen Worten eine Vorbereitung zum Aufstand heraushören können, deshalb fügte Paulus verschmitzt hinzu: „um das Evangelium des Friedens zu verbreiten!“ Das Wort „Evangelium“ bedeutete damals eine positive Sondermeldung aus dem Regierungssitz des Cäsar, wobei die „Gute Botschaft des Friedens“ ein balsamartiges Wort für jeden Soldaten war, der nach diesem Stichwort mit keinen langen Märschen bei jedem Wetter, mit keinem Nahkampf und mit keinem möglichen Tod rechnen musste. Somit war die Bereitschaft zum Angriff durch das Wort des Friedens entschärft worden.

Wir sollten uns von dem gefangenen Apostel sagen lassen, dass ein lebendiges Christsein immer damit verbunden ist, dass wir wach und bereit bleiben, unwissenden Ungläubigen das Evangelium des Friedens nahe zu bringen. Unsere eigene Rettung ist ein Gnadengeschenk Gottes, das uns jedoch „Beine machen sollte“, verlorenen Hoffnungslosen Mut zum ewigen Leben zu machen. Das Heil in Christus ist für Jedermann bereitet worden. Jesus braucht für die Türken, für andere Gastarbeiter und ausländische Studenten in unserem Land, nicht nochmals extra zu sterben. Sein Tod hat auch sie gerechtfertigt, doch sie kennen ihr Glück nicht, oder lehnen den Sühnetod Jesu Christi strikt ab. Die meisten von ihnen antworten jedoch: „Mit mir hat noch keiner in Europa über Christus gesprochen!“ Wollen wir dieses Schandwort weiterhin auf uns sitzen lassen?

Paulus geht in der Beschreibung der Waffenrüstung Gottes weiter und redet viertens vom großen „Schild des Glaubens“, der in der Lage ist, alle Brandpfeile des Feindes aufzufangen und verlöschen zu lassen. Wer Jesus als Zeuge, Diakon oder Lobsänger dient, muss damit rechnen, verleumdet und mit Verdrehungen oder Lügen angegriffen und verdächtigt zu werden. Dadurch werden freundliche Mitarbeiter in misstrauische Skeptiker verwandelt. Neben solchen persönlichen Anfeindungen gibt es aber auch objektive Angriffe auf Jesus, auf unseren Glauben und auf die Gemeinde oder Hauskreise. Wir haben nicht immer eine logische und zufrieden stellende Antwort bereit, dürfen aber im Glauben das Problem mit Blitzgebeten an unseren auferstandenen Retter weitergeben und siehe: Er inspiriert selbst einfache Menschen oft mit geistgeleiteten, treffenden Antworten. Der Glaube an Christus, das Lamm Gottes, löscht nicht nur alle lügenhaften Anfeindungen gegen uns selbst, sondern auch alle antichristlichen Angriffe Satans gegen die Wahrheit des Evangeliums aus. „Unser Glaube ist der Sieg der die Welt überwunden hat“ (1.Johannes 5,4). Der Glaubende an Christus, den Sohn Gottes, erfährt den Heiligen Geist als ewiges Leben (Johannes 3,15.16). Der Liedvers bekennt:

Wenn einer nichts als glauben kann,
so kann er alles machen.
Der Erde Kräfte sieht er an,
als ganz geringe Sachen!

Wir müssen nicht nur für uns und unser eigenes Heil in Christus glauben, sondern können auch für andere Brüder und Schwestern mit ihnen und für sie glauben. Die Proklamation der drei Artikel unseres Glaubens und ihrer Erklärung im Katechismus sind so massiv und dicht, dass sie wie ein Schild die feurigen Pfeile des Bösewichts auffangen und auslöschen können. Wir sollten diese Texte immer wieder auswendig repetieren, damit sie in unserem Unterbewusstsein wirksam bleiben und die stoische Inspiration der Computer durchdringen. Wer noch weitere Erklärungen für den Schutzschild der Gläubigen sucht, findet die Verheißung Gottes an Abraham: „Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn“ (1.Mose 17,1). Wer diese Verheißung versteht, glaubt und für sich in Anspruch nimmt, wird ruhig und still mitten im wildesten Kampf.

Paulus geht in seiner Beschreibung der Waffenrüstung der Diener und Dienerinnen Gottes weiter und redet fünftens vom „Helm des Heils“. Heutzutage muss bereits ein Fahrradfahrer einen Schutzhelm aufsetzen, damit er bei einem Fall seinen Kopf nicht verletzt. Wer auf einem Neubau arbeitet, bekommt einen Helm gegen herabfallende Bauteile aufgesetzt. In den Tropen schützt ein Tropenhelm gegen ultraviolette Strahlen der Sonne, und im Krieg hat der Stahlhelm schon manchem Soldaten das Leben gerettet. Falls er probehalber seinen Helm auf einen Stab steckte, ihn in die Höhe hob und nach kurzer Zeit wieder zurückzog, war er bisweilen durchlöchert, weil der Feind wie wild auf den Helm geschossen hatte.

Manche Helme sind für Paraden geformt und glänzen im Hochglanz für einen Vorbeimarsch an der Tribüne des Präsidenten. Unser Helm des Heils preist die Umsonstrettung der Sünder vor Gottes Gericht, und bekennt die Veränderung der Verlorenen durch die herrliche Gnade ihres Erlösers. Das Heil Jesu Christi hat immer zwei Seiten: Zuerst kommt die gnädige und völlige Rettung von Sünde, Satan, Tod und Gottes Zorn. Dann kommt die Rechtfertigung durch den Glauben, der Friede mit Gott, die Wiedergeburt mit den Früchten des Heiligen Geistes, und die gewisse Hoffnung des ewigen Lebens. Unser geistliches Sein in Christus und unsere Berufung als Kinder unseres Vaters im Himmel sind wunderbare Herrlichkeiten aus dem Verständnis des Heils aus Gnaden. Trägst du den Helm des Heils sichtbar und hast seine eingeprägten Miniaturabbildungen zum Glänzen gebracht, oder trägst du deinen prächtigen Helm wie mit einem Tuch bedeckt und verhüllt, damit niemand sehen kann, was Gott an dir getan hat?

Paulus hat dir für die Waffenrüstung der Diener Gottes noch mehr anzubieten! Er drückt dir als sechste Waffe das „Schwert des Geistes“ in deine Hände. Dies ist kein langes Richtschwert, das im Nahkampf nicht gebraucht werden kann, sondern ein Kurzschwert, das leicht zu handhaben ist. Paulus denkt dabei an keinen Religionskrieg, wie ihn einst die Kreuzfahrer gegen den Willen Christi durchführten, sondern spricht von einem Schwert des Geistes, dem Wort Gottes, das auch die stumpfsinnigste Seele durchbohren kann. Der Schreiber des Hebräerbriefes hat die Wirkung dieses Schwertes präzise beschrieben: „Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens“ (Hebräer 4,12).

Bevor du jedoch einen anderen Menschen mit Gottes Wort richten oder beleben willst, solltest du dieses Schwert zuerst in deine eigene Seele stecken, damit es den Hochmut oder deine Depression tötet und jeden Stolz vernichtet, so dass nichts als Gnade Gottes von dir übrig bleibt. Wenn du diese Prozedur durchgemacht hast, kannst du auch deine Nachbarn und Freunde mit Liebe auf die durchdringende Kraft des Wortes Gottes aufmerksam machen und ihnen bezeugen, was dieses Wort an dir vollbracht hat.

In der Schweiz, auf einem öffentlichen Parkplatz, sahen wir einen alten Mann mit einem strahlenden Gesicht stehen, der jedem neuen Parker ein Traktat in die Hände drückte. Er war ein pensionierter Missionar, der in seine Heimat zurückgekommen war und mitten im Schnee das Wort des Lebens weitergab. Er merkte nicht, dass dabei seine Zehen von Eis und Schnee auf dem Parkplatz erfroren waren. Er wollte das Schwert des Geistes jedem Ankommenden und jedem Wegfahrenden tief in sein Herz hineindrücken.

Das Schwert des Geistes reinigt nicht nur die Gewissen und baut den „neuen Menschen“ in den Gerechtfertigten durch Christi Blut auf. Dieses Instrument der Gnade Gottes wacht auch über der gesunden Lehre des Evangeliums und schneidet weg, was sich nach menschlichem Gutdünken eingeschlichen hat.

So kämpfte Paulus mit dem Schwert des Geistes gegen jede Form der Gesetzesgerechtigkeit, nach der manche Menschen denken, dass sie gut genug wären, um ihre eigene Gerechtigkeit durch „Gute Werke“ aufbauen zu können. Das Schwert des Heils aber offenbart, dass allein Christi Blut aus seinem Sühnetod uns vor dem heiligen Gott gerecht machen kann.

Das Schwert der Gerechtigkeit hat auch die Vergottung der hochverehrten Maria, der Mutter Jesu Christi, durchbohrt. Sie war ein normaler Mensch von einem irdischen Vater und einer irdischen Mutter geboren und hat ein wunderbares Lied gedichtet:

„Meine Seele erhebt den Herrn,
und mein Geist freut sich Gottes,
meines Heilandes;
denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.
Siehe, von nun an werden mich selig preisen
alle Kindeskinder.
Denn er hat große Dinge an mir getan,
der da mächtig ist
und dessen Name heilig ist“

(Lukas 1,46-49).

Die Jungfrau Maria hat den erhabenen Herrn des Alten Bundes selbst ihren Heiland und Retter genannt, der sie erwählt hat, die Mutter Jesu Christi zu werden. Ihr Sohn wurde durch den Heiligen Geist in ihr gezeugt. Er ist „wahrer Gott und wahrer Mensch“, der sündlos geboren wurde, ohne Sünde lebte, in dem der Heilige Geist jede fragwürdige Erbanlage seiner Vorväter überwunden hat. Jesus war als einziger Mensch in der Lage, sündlos als Sühneopfer anstelle aller Schuldigen zu sterben. Maria ist keine Miterlöserin, noch die Mutter Gottes, sondern musste das Schwert des Geistes mehrere Male in ihrem Herzen erleiden:

Als Jesus noch zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen, die wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden. Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er streckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter, und das sind meine Brüder! Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter“ (Matthäus 12,46-50).

Wahrscheinlich wollte die Familie ihren Jesus von seinen Diensten zurückhalten und sich dadurch selbst und seine Verwandten retten, da der Hohe Rat (Synhedrium) in Jerusalem beabsichtigte ihn zu verurteilen und zu töten (Matthäus 12,14; Johannes 5,16-18). Jesus aber ging seinen Weg zum Kreuz zu Ende. Seine Muter stand später unter dem Fluchholz und akzeptierte die Fürsorge des jungen Johannes, die der Gekreuzigte für sie bestimmte (Johannes 19,26.27). Deshalb behaupten einige Kirchen, dass Maria mit diesem Patriarchen nach Ephesus gezogen und dort gestorben sei. Aber dies sind Luftgespinste, denn die letzte biblische Nachricht über die Mutter Jesu lesen wir in der Apostelgeschichte: „Die Jünger Jesu „waren stets beieinander einmütig im Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern“ (Apostelgeschichte 1,14). Vermutlich war Maria am Pfingstfest bei der Ausgießung und dem Empfang des Heiligen Geistes anwesend. Doch Lukas erwähnt ihren Namen in seinen Schriften nicht weiter, da sie keine Vermittlerin des Heils war noch ist.

Das Schwert des Geistes hat sich auch in anderen geistlichen Kämpfen bewährt. Dazu gehört die Überwindung der islamischen Lüge, dass Gottes Wort im Alten und im Neuen Bund zwar verbal inspiriert worden sei, aber seine jetzige Ausgabe sei eine Fälschung. Jesus hat diese dämonische Anschuldigung genial gelöst und bezeugte:

Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht.“ (Matthäus 5,17.18). Jesus hat nicht nur die Texte der Tora, der Psalmen und der Propheten mit diesem Bekenntnis garantiert, sondern auch seine eigenen Worte hoch über alle menschlichen Verdächtigungen gestellt: „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen“ (Matthäus 24,35; Markus 13,31; Lukas 21,33). Darüber hinaus bat Jesus seinen himmlischen Vater in seinem hohenpriesterlichen Gebet für seine Jünger: „Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit“ (Johannes 17,17). Indem Jesus bezeugte, dass alle Worte Gottes Wahrheit sind, hat er das Geschwätz über die Fälschung der Bibel oder die göttliche Inspiration anderer Religionen und Weltanschauungen weggewischt. Es gibt nur eine Wahrheit, die von dem Schwert des Geistes erkämpft wurde, das ist die Bibel, die in Jesus Christus Mensch wurde: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Johannes 1,14).

Paulus war pragmatisch und kannte die Empfänger seines Briefes. Deshalb drückte er ihnen die siebte geistliche Waffe der göttlichen Rüstung in die Hände mit der Aufforderung, in der „Fürbitte für alle Heiligen“ treu zu sein. Der Apostel umschrieb mit drängenden Worten diese Waffe der geistlichen Waffenrüstung, weil er wusste, dass unzählige Probleme des Lebens die Gläubigen von einer regelmäßigen Fürbitte abhalten. Andererseits war ihm klar, dass die Fürbitte für alle Heiligen vordringlich ist, da diese Personengruppe die Hauptzielscheibe Satans ist.

Paulus schrieb deshalb, dass die Gemeindeleiter lernen sollten, mit Bitten und Flehen, in der Leitung und Kraft des Heiligen Geistes, wachsam und beharrlich für ihre Gemeindeglieder zu beten. Wer diese fünf oder mehr Eigenschaften der Fürbitte bedenkt, bekommt ein mulmiges Gefühl ins Herz, weil wir zwar in der Fürbitte aktiv sind, aber nicht mit der Intensität, wie sie der Apostel von uns verlangt. Wer einmal in einen irdischen Krieg verwickelt war, weiß, dass kein Beteiligter darin zur Ruhe kommt, sondern jeder ständig gespannt in Richtung zum Feind denkt, fühlt, prüft und sich auf alle Möglichkeiten vorbereiten muss. So sollten wir lernen zu beten, wie der Dichter Friedrich Oser am Ende des ersten Verses seines Liedes „Zeuch an die Macht, du Arm des Herrn“ geschrieben hat:

“Wir sind im Kampfe Tag und Nacht,
o Herr nimm gnädig uns in acht
und steh uns an der Seiten.“

Erst wenn wir begreifen, dass wir als Gemeinde der Geretteten durch Christus, das Hauptärgernis Satans darstellen, können wir begreifen, dass wir inmitten eines Schlachtfeldes stehen und keine Zeit und kein Recht haben, nur an unser eigenes Wohlergehen zu denken. Die Fürbitte um Schutz und Heiligung eines jeden Gliedes in der Gemeinde, sowie in jeder Mission, ist eine vordringliche Gebetsaufgabe, für die uns der Heilige Geist bereiten will.

Dabei gibt es mehrere Schwachpunkte im Leben der Heiligen, in die der Teufel immer wieder Benzin wie in eine glimmende Glut hineinschüttet: Zuerst kommt der Stolz, der Ehrgeiz und der Hochmut, die im Blut eines jeden Menschen pulsieren. Jeder denkt, er sei der Beste und der Mittelpunkt des Daseins. Diese Urkrankheit muss als die Sünde Satans in uns sterben. Dafür will die Demut und Sanftmut Jesu in uns wachsen. Das gibt einen Krieg der Geister in unseren Herzen. Deshalb ist die Fürbitte für alle Wiedergeborenen dringend nötig, damit jeder klein werden kann, so dass Jesus in ihm Herr ist und in allen Problemen und Fragen dominiert.

Die zweite Krankheit auch der gläubigen Heiligen ist ihre Liebe zum Geld. Jesus hat seinen Nachfolgern klipp und klar gesagt: „Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ (Matthäus 6,24). Nun hat der Teufel den Jesusliebhabern ins Ohr geflüstert: Ihr müsst euch gegen alle möglichen Schäden, Krankheiten und euer Alter versichern und könnt auch Jesus nebenher gern haben. Und so betrügen sich viele, dass sie mit zwei Mächten verbunden sind, obwohl Jesus ihnen versicherte: Das geht nicht! Ihr könnt nur einen Herrn wirklich lieben, nicht zwei! Die Fürbitte für „alle“ Heiligen, die Reichen und die Armen, soll diese von der Schizophrenie befreien, dass sie meinen, Gott und den Mammon lieben und ihm dienen zu können. Das bedeutet, geistlich verstanden, einen Kampf auf Leben und Tod!

Die dritte Anfechtung aller Heiligen ist ihr eigener Geschlechtstrieb. Derselbe war ursprünglich gut und eine Ehrengabe des Schöpfers an seine Geschöpfe. Da aber der Mensch selbständig sein wollte und versuchte ohne oder gegen Gott und sein Wort zu leben, ist auch das Gebiet der geschlechtlichen Begabung in den Geist des Aufruhrs und Egoismus gefallen. Die moderne Werbung heizt diese Schwachheit des Menschen auf, so dass bereits Kindern beigebracht wird, dass sie „mehr Sex“ haben, üben und durchführen sollten. Viele Heilige leiden, wenn sie gesund sind, mehr an Versuchungen und Gebundenheiten, als wir wissen. Das braucht immer wieder unsere Fürbitte, besonders für die Anfänger des Glaubens und die heranwachsende Jugend. Unsere Kultur und Erziehung verdirbt sie. In England wurden wir ohne Hemmung gefragt, ob Goethe 103 oder 104 uneheliche Kinder gezeugt hätte! Die Liebesparaden in unseren Großstädten verursachen jedoch keine Bevölkerungsexplosionen, weil nicht wenige Teilnehmer zuvor Verhütungspillen eingenommen haben. Wer für eine Hauskreisgemeinde verantwortlich ist, sollte barmherzig werden und zielklare Fürbitte üben. Paulus hat nicht umsonst die Gläubigen in Christus mit fünffacher Intensität zur Fürbitte für alle Heiligen in Ephesus und Umgebung aufgerufen!

Gebet: Vater im Himmel, wir danken dir, weil du um des Sühnetodes deines lieben Sohnes willen alle unsere Sünden, Mängel und Schuld vergeben hast. Wir beten dich an, weil du uns durch ihn auch die Kraft des Heiligen Geistes gewährt hast, damit wir in dem gegenwärtigen Heiligen Krieg geistlich reagieren, kämpfen, glauben und beten. Wir sind Nichtse, aber in Jesu Geborgenheit hast du uns eine glänzende Zukunft zugesichert. Amen.

Fragen:

  1. Welche der sieben geistlichen Waffen benötigst du am dringendsten?
  2. Was ist das Geheimnis und das Ziel der Waffenrüstung Gottes?

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