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EPHESER - Werdet voll Geistes!
Meditationen, Gebete und Fragen zum Brief des Apostels Paulus an die Gemeinden in und um Ephesus

Teil 2 - Eine Glaubenslehre des Paulus damit semitische und griechisch-römische Gemeindeglieder im Frieden zusammenleben (Epheser 2:1 – 3:21)

Die notwendige Einheit der Gemeinde aus Juden- und Heidenchristen (Epheser 2:11-13)


Epheser 2:11-13
11 „Darum denkt daran, dass ihr, die ihr von Geburt einst Heiden wart und Unbeschnittene genannt wurdet von denen, die äußerlich beschnitten sind, 12 dass ihr zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremde außerhalb des Bundes der Verheißung; daher hattet ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. 13 Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst Ferne wart, Nahe geworden durch das Blut Christi“.

Wer lebt ohne Gott in der Welt?

Bei seiner Darstellung der unverdienten Gnade Gottes spürte Paulus, dass er den Gemeindeleitern und Heiligen in und um Ephesus klar machen musste, dass sie von Geburt aus „Heiden“ waren. Dieser rechtliche jüdische Begriff umfasst alle Einwohner aller Völker, die nicht in den alttestamentlichen Bund mit dem HERRN eingeschlossen waren. Sie wurden als unrein, unheilig und verdorben angesehen. Man sollte mit ihnen nicht an denselben Tischen essen.

Außerdem fehlte diesen Heiden nach den Verordnungen des mosaitischen Gesetzes das Zeichen des Bundes, die Beschneidung der Männer. Paulus schränkte diesen Begriff aber sofort ein und schrieb, dass nur jene dieses trennende Urteil aussprechen, die zwar äußerlich beschnitten sind, aber keine Erneuerung ihrer Herzen durch die Einwohnung des Heiligen Geistes erlebt haben (Römer 2,28.29). Der Apostel kämpfte innerhalb der Gemeinden mit aller Energie gegen diese Diskriminierung (Galater 2,11-20).

Er veränderte den Inhalt des Wortes „Heiden“ dadurch, dass er den Gläubigen in Christus sagte: „Ihr wart in jener Zeit noch ohne Christus!“ Das bedeutet jedoch, dass alle Religionen und Weltanschauungen, die Jesus Christus nicht kennen oder ablehnen, „Heiden“ im neutestamentlichen Sinn sind. Dies trifft auch auf jene Personen zu, die keiner Religion angehören und ohne das Heil in Christus leben. Im Grund genommen gehören auch alle, als Säugling getaufte Namenschristen, in diesen Begriff hinein, wenn sie nicht dem Herrn Jesus nachfolgen und nicht im Glauben an ihn dem Evangelium entsprechend leben.

Paulus musste den Heiligen in Ephesus als Torajurist aber auch schreiben, dass sie rechtlich gesehen, als Ausgeschlossene von dem Bürgerrecht Israels, als „Fremde“ außerhalb des Bundes der Verheißung angesehen wurden. Sie besaßen deshalb kein Recht, den Gott Israels anzubeten, anzusprechen oder an ihn zu glauben. Sie lebten zwar inmitten von mehr als dreihundert griechischen und römischen Göttern und Götzen, von denen jedoch keiner in Wirklichkeit Gott war. Sie lebten wie in einem Nebel, ohne ein klares Ziel, hoffnungslos, ohne den lebendigen Gott. Ihre Philosophen und Priester hatten das Unmögliche versucht und sich mit ihrem Verstand auf das Jenseits konzentriert, oder probierten mit Hilfe ihrer Geister den unbekannten Schöpfer und Weltenregierer zu erfassen, doch blieben sie ohne Gewissheit, ohne Substanz und ohne Kraft.

Wir sollten nüchtern bleiben und erkennen, dass wir heute in einer ähnlichen multikulturellen Gesellschaft leben, in der Tausende gleichgültig ohne Gott leben und Hunderte in den verschiedenen Weltreligionen nach der Wahrheit suchen. Aber sie finden keine zufrieden stellende Antwort, da Jesus die Wahrheit, das göttliche Recht und die bleibende Wirklichkeit ist. Auch der Heilige Geist ist ein Geist der Wahrheit der den Nachfolgern Christi Stufe um Stufe der Wirklichkeit Gottes und seines Sohnes offenbart. Wer versucht ohne Jesus ein neues Weltbild und einen eigenen Glauben aufzubauen wird versagen, denn niemand kennt Gott den Vater, außer sein Sohn und wem es der Sohn will offenbaren (Matthäus 11,25-30; Johannes 1,18 u.a.). Wer darüber hinaus versucht alle Religionen zu vereinen und unter einen Hut zu bringen, bahnt letztlich dem Antichristen den Weg, der am Ende der Tage von jedem Erdenbewohner die Anbetung verlangen wird (Offenbarung 13,1-8 u.a.).

Paulus konnte eine solche trostlose Bilanz von der Vergangenheit der Gläubigen in Christus im Raum von Ephesus aufstellen, da sich ihre Situation grundlegend verändert hatte. Er schrieb ihnen: „Jetzt aber seid ihr in Christus!“ Sie hatten ihre Religionszugehörigkeit mit Willen geändert, nachdem sie Jesus von Nazareth geistlich erkannt und an ihn geglaubt haben. Dadurch sind sie in seinen geistlichen Körper einverleibt worden. Seither waren sie nicht mehr einsam, verlassen, wertlos und verachtet. Sie hatten ein Ziel gewonnen, wurden in eine geschichtliche Dynamik eingegliedert und lebten in der Kraft und im Segen Gottes, ihres himmlischen Vaters. Der Herr Jesus hat sie mit seinem Sühnetod durch sein vergossenes Blut stellvertretend mit dem heiligen Gott versöhnt. Er hat ihre Eingliederung in die Familie Gottes teuer für sie bezahlt.


Christus ist unser Friede (Epheser 2:14-18)


Epheser 2:14-18
14 „Denn Er ist unser Friede, der aus beiden eines gemacht hat und den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft. Durch das Opfer seines Leibes 15 hat er abgetan das Gesetz mit seinen Geboten und Satzungen, damit er in sich selber aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache, 16 und die beiden versöhne mit Gott in einem Leib durch das Kreuz, indem er die Feindschaft tötete durch sich selbst. 17 Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. 18 Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater“.

Paulus war zu einem der Hauptthemen seines Briefes an die Heiligen in und um Ephesus angekommen. Er wollte die herzliche Vereinigung der Judenchristen mit den hellenistischen Gläubigen in Christus einleiten und bewerkstelligen. Diese Vereinigung war durch den Versöhnungstod des Lammes Gottes möglich geworden. Es hat nicht nur mit dem heiligen Gott an unserer Stelle einen ewig gültigen Frieden geschaffen, sondern auch den Geist seines Friedens in alle Christusgläubigen hineingebracht. Darüber hinaus hat sein Sühnetod die gesetzliche Trennwand zwischen den Angehörigen des alttestamentlichen Bundes und den neugewonnenen Liebhabern Christi niedergerissen. Alle 613 Verordnungen des mosaischen Gesetzes sind durch den Opfertod Jesu am Kreuz erfüllt worden. Sie haben dadurch ihre richtende Macht verloren. Die Feindschaft zwischen den Beschnittenen und Unbeschnittenen ist „in Christus“ beendet worden. Er hat alle Menschen von ihrer Schuld und ihren Übertretungen erlöst. Das Gesetz Moses hat kein Anklagerecht mehr. Seit dem Tod Jesu existiert die von dem Gesetz begründete Feindschaft zwischen Judenchristen und den Gläubigen aus den unreinen Völkern nicht mehr. Juristisch gesehen hat seither ein gerechter Friede zwischen beiden Gruppen begonnen.

Paulus aber ging in seiner Meditation im Untersuchungsgefängnis noch weiter und schrieb den Heiligen in Ephesus, dass Jesus mit seinem Sühnetod auch „die Feindschaft“ getötet habe! Der Apostel war berechtigt diesen harten Satz auszusprechen, denn als junger Torajurist hatte er im Übereifer die Judenchristen in Jerusalem und Umgebung verfolgt, gefoltert und getötet, um sie von Jesus weg zum Gesetz Moses zurückzuzwingen (1.Timotheus 1,13-18).

Aber dann erschien ihm Jesus in seiner Herrlichkeit vor Damaskus. Da zerbrachen der Stolz und der Übereifer des Saulus schlagartig, und er begriff, dass eine falsche Interpretation des Gesetzes eine bittere Feindschaft mit Gott einerseits und zwischen den Gläubigen andererseits bewirke. Jesus aber lebt! Er war und ist der König der Juden und der Herr aller Herren! Er betete für seine Verfolger: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“ (Lukas 23,34). Zu dem ausländischen Verbrecher aber, der neben ihm gekreuzigt wurde, konnte er sagen: „Wahrlich ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lukas 23,43). Der „Lump“ wurde gerettet, den fanatischen „Frommen“ aber konnte nur vergeben werden! Das verursachte eine Revolution im Herzen und Kopf des Saulus. Die 365 Verbote und 248 Gebote im Alten Testament wurden in ihm umgestülpt. Dabei erfuhr er persönlich: Jesus liebt seine Feinde! Der Herr, dessen Gemeinde er verfolgte, tötete ihn nicht. Er erfüllte sein eigenes Gebot: „Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen die euch hassen, und bittet für die so euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel“ (Matthäus 5,44). Das war das Gegenteil der im Gesetz verordneten Kämpfe gegen die Feinde Israels und die Verfolgung der Abgefallenen. Das war neu und übermenschlich. Das Alte war vergangen, etwas völlig Neues war geworden. Jesus in seiner Person hatte „die Feindschaft“ getötet und den Frieden verkündigt. Sein Sühnetod für alle Sünder hat die Anklagemacht des Gesetzes Mose gestoppt. Er hat uns von der Verdammungsvollmacht des alten Gesetzes befreit.

Damit begann für den gefangenen Paulus der positive Teil der Versöhnung. Jetzt mussten beide Gruppen, die durch das Gesetz getrennt waren, „Ja“ sagen zu ihrer Befreiung vom Gesetz Moses, aufeinander zugehen und sich als versöhnte Brüder und Schwestern akzeptieren. Aber diese Vereinigung vollbrachte Jesus selbst, indem er beide in seinen geistlichen Leib eingliederte. Er schuf nicht nur den juristischen Frieden, sondern begründete in sich selbst auch die geistliche Einheit. Christus ist der neue Mensch, in den seine Nachfolger eingepfropft und einverleibt werden. In ihm lernen sie, wie man sich gegenseitig ertragen kann. Dabei gibt es in dieser Vereinigung bisweilen kräftige Missverständnisse, Empfindlichkeiten und Traditionen, die den Frieden ernsthaft stören können. Doch das Blut Jesu aus seiner Kreuzigung bleibt die Garantie unserer Versöhnung mit Gott und treibt uns zum Frieden mit allen anderen Gläubigen.

Christus ist gekommen und hat ewigen Frieden in die Welt gebracht. Er sagte zu seinen Jüngern: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht“ (Johannes 14,27). Paulus schrieb deshalb den Philippern auch von seinem Gefängnis aus: „'Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus'“ (Philipper 4,7).

Jesus hatte den Juden die Versöhnung mit Gott verkündigt und durch seinen stellvertretenden Sühnetod gestiftet, aber nur wenige Prozente seines Volkes haben ihren Friedefürsten und seine Botschaft angenommen. Die ihn aber von Herzen angenommen haben, wurden Friedensstifter, die Jesus selig gesprochen hatte (Matthäus 5,9). Sie haben uns das Evangelium weitergesagt, uns den unreinen Schuldigen aus den nichtsemitischen Völkern. Jesus aber hat uns, den Fernstehenden, durch sie den Frieden Gottes geschenkt, wie Paulus schrieb: „Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird“ (Römer 5,1.2).

Der geistliche Kampf aber geht weiter, nicht zuerst in der judenchristlichen Gemeinde Jesu, doch offen im Volk des Alten Testaments. 1998 wurde von den obersten Richtern Israels ein Antrag ihrem Parlament eingereicht, dass jeder Israelit, der mit Jesus aus Nazareth sympathisiere seine israelische Staatsangehörigkeit verlieren soll. Dieser Antrag sei die Konsequenz aus dem Beschluss des Synhedrium von Jabne im ersten Jahrhundert, dass kein Jude Christ werden könne, da die Christen an drei Götter glaubten, was einen eklatanten Verstoß gegen das erste Gebot bedeute. Dieser Antrag, der von der Knesseth bisher weder angenommen noch abgelehnt wurde, hat tief greifende Gespräche ausgelöst und benötigt in den Gemeinden Jesu eine erneute, ernsthafte Überlegung des Paulusbriefes an die Epheser.

Die Antwort des Völkermissionars ist eindeutig. Er fasste seine bisherigen Ausführungen in einem kleinen Satz zusammen: „Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater“ (Epheser 2,18). Mit diesem Bekenntnis bezeugt Paulus die Heilige Dreieinigkeit als die einzige Lösung des Problems. Er beschreibt damit, dass der Herr Jesus uns den Weg zu Gott, seinem Vater, eröffnet hat (Johannes 14,6.7), und wir in der Kraft des Heiligen Geistes berechtigt sind, uns mit unseren Gebeten und Fragen direkt an den heiligen Allmächtigen zu wenden, da dieser unser Vater ist (Matthäus 6,9-13). Dieses Vorrecht gilt nicht nur den Judenchristen, sondern gleichermaßen den Gläubigen in Christus aus den unreinen Völkern. Jesus hat uns den Weg zu seinem Vater geöffnet und uns zu dessen Kindern gemacht.

Wann wird unsere Anbetung dieser überschwänglichen Gnade genügen und entsprechen? Wann endlich werden wir mit der Mission in unserer Umgebung und in der Welt beginnen, falls wir begreifen, dass jeder, der nicht in Christus lebt, in der „Feindschaft“ bleiben muss und keine Versöhnung mit Gott finden kann. Außerhalb von Christus gibt es keinen dauerhaften Frieden!

Der Hohepriester hatte im Alten Testament nur einmal im Jahr, am großen Versöhnungstag, das Vorrecht ins Allerheiligste einzutreten, um das schuldige Volk und sich selbst mit dem dreimal Heiligen zu versöhnen (3.Mose 16,11-34). Kinder Gottes aber haben das Vorrecht Tag und Nacht, jederzeit, zu ihrem Vater in Jesu Namen und unter dem Schutz seines Blutes vorzutreten und ihren Dank, ihren Lobpreis, ihre Beichte, ihre Bitten und die Fürbitte für ihr Volk und alle Verlorenen vorzubringen. Wie der Hohepriester anstelle seines Volkes berechtigt war, die Versöhnung für alle durchzuführen, so sollen auch wir nicht ständig unsere Problemchen vor dem Vater wiederholen, sondern begreifen, dass wir als königliche Priester berufen sind, für die Schuldigen und Unwissenden zu beten. Bist du berechtigt zu Gott deinem Vater zu gehen, so bist du berufen für deine Umgebung Priesterdienste in Treue zu tun.

Gebet: Wir beten dich an, unser Vater im Himmel, weil du Jesus, deinen Sohn, gesandt hast, um Frieden zwischen den Gliedern des Alten und des Neuen Bundes zu schaffen. Hilf, dass alle Kinder Jakobs, Jesus als ihren Messias erkennen und annehmen, damit Frieden in ihren Herzen und in den Synagogen entstehen kann. Amen.

Frage 61: Warum können wir bekennen: Jesus ist unser Friede?

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