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EPHESER - Werdet voll Geistes!
Meditationen, Gebete und Fragen zum Brief des Apostels Paulus an die Gemeinden in und um Ephesus

Die Empfänger des Briefes (Epheser 1:1b)


Epheser 1:1
1 ... An die Heiligen in Ephesus und Gläubigen in Christus Jesus

Die Anschrift dieses Briefes „An die Heiligen in Ephesus“ ließ Juden und Judenchristen in der römischen Provinzhauptstadt wahrscheinlich zuerst an Verse im Alten Testament denken, denn das Neue Testament als Buchrolle oder als ein gebundenes Buch gab es zur Zeit des Paulus im Mittelmeerraum noch nicht. Seine Briefe aber verkündigten den Anbruch einer neuen Zeit.

Der Herr sagte seinem Volk: „Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein“ (2.Mose 19,5-6). Er befahl ihnen: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott“ (3.Mose 19,2). Er offenbarte seine Heiligkeit dem Propheten Jesaja: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre (seiner Herrlichkeit) voll!“ (Jesaja 6,3).

Wer diese und ähnliche Verse mit ihren Auslegungen im Alten Testament liest erkennt, dass die Kinder Jakobs sowie alle Völker niemand töten sollen, nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht lügen, ihre Eltern ehren, keine Götzen anbeten, Gott lieben und jede Begierde in ihren Herzen überwinden. Wenn Paulus also den Titel „Heilige“ für die Gemeindeglieder in Ephesus und Umgebung benützte, so kannten und erfüllten die Ältesten dort diese Gebote bereits als eine Selbstverständlichkeit.

Orthodoxe Juden meiden darüber hinaus noch verbotene Speisen, wie Schweinefleisch oder das Fleisch aasfressender Vierfüßler und Vögel. Alle Tiere müssen bei ihrer Zubereitung geschächtet und ihr Fleisch darf nicht mit Milchspeisen zusammen angeboten werden. Jesus hat diese zusätzlichen Verbote aufgehoben und erklärte: „Was zum Mund hineingeht, das macht den Menschen nicht unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein … Was zum Mund hineingeht, das geht in den Bauch und wird danach in die Grube ausgeleert. Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung. Das sind die Dinge, die den Menschen unrein machen“ (Matthäus 15,11.17-20). Diese Anordnungen Jesu hat Paulus stets beachtet und kämpfte gegen den Versuch, durch besondere Enthaltungen von Speisen eine eingebildete Heiligkeit zu schaffen. Die griechischen Christen aber bat er, um der Liebe willen, auf alles zu verzichten, was judenchristlichen Gemeindegliedern ein Greuel sei.

Durch das Kommen des Messias brach eine neue Erkenntnis der Heiligkeit an. Als er dem erfahrenen Fischer Petrus eine Menge Fische in sein leeres Netz zuführte, fiel dieser Jesus zu Füßen und stammelte: „Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten“ (Lukas 5,8.9).

Die Dämonen erkannten Jesus schneller als die meisten Menschen. In einer Synagoge saß ein Mensch, besessen von einem unreinen Geist; der schrie: „Was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Du bist gekommen, uns zu vernichten. Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und der unreine Geist riss ihn und schrie laut und fuhr aus von ihm. Und sie entsetzten sich alle, so dass sie sich untereinander befragten und sprachen: „Was ist das? Eine neue Lehre in Vollmacht! Er gebietet den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm!“ (Markus 1,23-27).

Einer der zwei Verbrecher am Kreuz hatte die Hoheit Jesu aus seinem Fürbittegebet erkannt und sagte: „Wir empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Und er sprach: ‚Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!’ Und Jesus sprach zu ihm: ‚Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein’“ (Lukas 23,41-43). Der Schuldige hatte sich selbst und seine Schuld durch die Schuldlosigkeit und Heiligkeit Jesu am Kreuz erkannt und vertraute sich seiner Majestät an. „Der Glaube“ rechtfertigte den unheiligen Verbrecher, viele Fromme und scheinbar Heilige aber lästerten ihren gekreuzigten König.

Jesus verhieß seinen Jüngern vor seiner Himmelfahrt: „Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde“ (Apostelgeschichte 1,8). Das Kommen des Heiligen Geistes in seine Jünger hinein heiligte sie, öffnete ihnen die Augen ihrer Herzen und schenkte ihnen die Kraft, seinen Willen zu tun. Seither erkennen und bekennen sie sich als verlorene Sünder, glauben jedoch an die rechtfertigende und heilende Kraft des Blutes Christi und sehen die Früchte des Heiligen Geistes in ihrem Leben aus der Gnade heraus reifen. Von Natur aus waren sie alle unheilig, ihr Glaube an Jesus aber machte sie zu Heiligen.

Der Apostel Johannes schreibt in diesem Sinn: „Wenn wir im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns“ (1.Johannes 1,7-10). Dieses wichtige Bekenntnis des späteren Patriarchen von Ephesus, in der Wir-Form geschrieben, erhellt die nötige Selbsterkenntnis aller Heiligen, ihre Erfahrung mit dem heiligenden Blut Christi und die Treue Gottes den büßenden Gläubigen gegenüber. Je mehr ein an Jesus Glaubender in die Heilige Dreieinigkeit hineingezogen wird, desto mehr erkennt er seine eigene Mangelhaftigkeit und Bosheit in seinen Träumen, Absichten und Erbanlagen. Er wird jedoch durch die Gnade immer wieder gereinigt und mit neuen Diensten der Liebe Gottes beauftragt. Wer seinem betrügerischen Stolz zerbricht, wird in Gottes Erbarmen erneut geheiligt. Er ist nicht heilig in sich selbst, sondern allein durch die Gnade, die ihn mit der Heiligkeit Jesu überkleidet. Ihm wird das rettende Heil zugesichert, wie der Schreiber des Hebräerbriefes offen bekannte: „Mit einem Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden“ (Hebräer 10,14).

Die Glaubenden in Christus

Paulus hat das rechtfertigende Wagnis des Glaubens erkannt und seine heilige Frucht persönlich erlebt: „Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Römer 5,1-5b). Die Glaubenden im Neuen Testament empfangen etwas, was ihren Verstand übersteigt: „Die Kraft und Liebe des Heiligen Geistes!“ Sie dürfen aber diese Erfahrung nicht mit einem Adrenalinstoß verwechseln, denn es handelt sich dabei um die von außen kommende Einwohnung des heiligen Gottesgeistes in einen büßenden Glaubenden, als seinen Trost und seine neue Substanz.

Paulus bestätigt diese rettende Handlung Gottes mit vielen Hinweisen: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2.Korinther 5,17). Der Botschafter Christi erklärt mit diesem Zeugnis nicht nur den Glauben an Christus, sondern weist auf das Geheimnis hin, dass Gläubige an Jesus „in ihm“ leben. Sie haben Eintritt in sein geistliches Dasein bekommen, leben mit ihm in einem geistlichen Raum und erfahren seine Kraft. Jesus ist ihre feste Burg, ihr Schutz und ihre Hoffnung. Er hat ihnen Anteil an seinem ewigen Leben gegeben. Etwas völlig Neues ist dadurch in ihr Dasein hereingekommen.

Der Glaube an Christus stellt aber keine Fahrkarte in den Himmel dar, die nie verfällt. Ein solches Vertrauen will immer wieder mutig erneuert werden. Der Glaube bleibt eine Gewissheit von etwas, was man nicht sieht. Unser Vertrauen in den lebendigen Christus aber wird vielseitig angefochten und muss immer wieder neu gewagt werden. Wegen seiner Liebe und seiner Barmherzigkeit zu den Elenden vertrauen wir den Worten Jesu. Er ist die Wahrheit. Seine Verheißungen wanken nicht. Sein Geist, den er seinen Nachfolgern schenkt, bleibt unser Tröster und Rechtsanwalt, der uns durch das Geplänkel der Geister hindurch trägt. Wir bleiben in ihm geborgen. Jesus versichert uns:

„Dies habe ich mit euch geredet,
damit ihr in mir Frieden habt.
In der Welt habt ihr Angst;
aber seid getrost,
ich habe die Welt überwunden“

(Johannes 16,33).

Die Heiligen in Ephesus hatten vor bald 2000 Jahren ihre Rechtfertigung durch das Sühneopfer Christi real erlebt. Sie sind gerecht geworden durch ihren Glauben an den auferstandenen Gekreuzigten. Sie haben dabei die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und sind in die Gemeinschaft seiner Heiligen geistlich hineingeboren worden. Die Verantwortlichen in Ephesus und Umgebung, die diesen Brief erhielten, waren keine Anfänger im Glauben, sondern Männer Gottes, die manchen Sturm und sogar Schläge erlitten hatten. Der Brief an sie stellt deshalb keine Evangelisation Fernstehender dar, sondern bedeutet eine Stärkung der Gläubigen in Christus.

Paulus hat den Verantwortlichen für die Hauskreisgemeinden in und um Ephesus die Summe seiner Erfahrungen mit ihnen zum Schluss in seiner Abschiedsrede bezeugt „Ihr wisst, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich in die Provinz Asien gekommen bin, die ganze Zeit bei euch verhalten habe, wie ich dem Herrn gedient habe in aller Demut und mit Tränen und unter Anfechtungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfahren sind. Ich habe euch nichts vorenthalten, was nützlich ist, dass ich’s euch nicht verkündigt und gelehrt hätte, öffentlich und in den Häusern, und habe Juden und Griechen bezeugt die Umkehr zu Gott und den Glauben an unsern Herrn Jesus.

Und nun siehe, durch den Geist gebunden, fahre ich nach Jerusalem und weiß nicht, was mir dort begegnen wird, nur dass der heilige Geist in allen Städten mir bezeugt, dass Fesseln und Bedrängnisse auf mich warten. Aber ich achte mein Leben nicht der Rede wert, wenn ich nur meinen Lauf vollende und das Amt ausrichte, das ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes. Und nun siehe, ich weiß, dass ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, ihr alle, zu denen ich hingekommen bin und das Reich gepredigt habe. Darum bezeuge ich euch am heutigen Tage, dass ich rein bin vom Blut aller; denn ich habe nicht unterlassen, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen.

So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat. Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied reißende Wölfe zu euch kommen, die die Herde nicht verschonen werden. Auch aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes lehren, um die Jünger an sich zu ziehen. Darum seid wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht abgelassen habe, einen jeden unter Tränen zu ermahnen. Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und euch das Erbe zu geben mit allen, die geheiligt sind.

Ich habe von niemandem Silber oder Gold oder Kleidung begehrt. Denn ihr wisst selber, dass mir diese Hände zum Unterhalt gedient haben für mich und die, die mit mir gewesen sind. Ich habe euch in allem gezeigt, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen muss im Gedenken an das Wort des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: „Geben ist seliger als nehmen“.

Und als er das gesagt hatte, kniete er nieder und betete mit ihnen allen. Da begannen alle laut zu weinen, und sie fielen Paulus um den Hals und küssten ihn, am allermeisten betrübt über das Wort, das er gesagt hatte, sie würden sein Angesicht nicht mehr sehen. Und sie geleiteten ihn auf das Schiff“ (Apostelgeschichte 20,17-38).

Gebet: Vater im Himmel, wir danken Dir und beten dich an, weil du die Dienste des Paulus in Ephesus und Umgebung gesegnet hast, so dass Heilige und Gläubige in Christus das Rückgrat der Gemeinden bildeten. Gewähre auch heute deinem Evangelium, dass Heilige und Gläubige in Christus als Gemeindeleiter und Älteste dir mit Freude dienen. Amen.

Fragen:

  1. Wie konnten die Heiligen in Ephesus heilig sein?
  2. Was bedeutet Glaube und Leben „in Christus“?

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