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EPHESER - Werdet voll Geistes!
Meditationen, Gebete und Fragen zum Brief des Apostels Paulus an die Gemeinden in und um Ephesus

Einleitung


Die Provinzhauptstadt Ephesus, ein Zentrum der frühen Christenheit

Der Apostel Paulus war von dem alttestamentlichen Gelehrten Gamaliel in Jerusalem als Torajurist unterrichtet worden. Er verfolgte später fanatisch die Judenchristen der Urgemeinde in Jerusalem. Ihm ist jedoch der auferstandene Christus in blendender Herrlichkeit vor Damaskus erschienen. Jesus aber begnadigte seinen Verfolger und berief ihn, die von konservativen Juden verachteten nichtjüdischen Völker zu missionieren und sie in den Bund mit dem lebendigen Gott hinein zu führen.

Gottes Geist versperrte den Weg nach Ephesus

Auf seiner zweiten Missionsreise von Antiochien aus reiste Paulus mit Silas, einem erfahrenen Judenchristen, und dem jungen Timotheus durch einige der römischen Provinzen Kleinasiens, um die bei seiner ersten Missionsreise in Pisidien und Lykaonien neu entstandenen Gemeinden zu stärken. Ihr Reiseziel war die Provinzhauptstadt Ephesus, dem Tor Kleinasiens. Dort trafen und vermengten sich hellenistische Bildung, römische Besatzungsmacht und weltweite Offenheit. Der Heilige Geist aber wehrte ihnen, in diese hoch entwickelte Provinz des römischen Reiches einzureisen (Apostelgeschichte 16,6-7). Vor ihrem Dienst in Ephesus sollten sie noch bittere Erfahrungen in den Zentren des multikulturellen Hellenismus machen und erst später in die damals wichtige Stadt Kleinasiens einziehen.

Der Geist Jesu leitete dieses missionarische Team zwischen Mysien und Bithynien hindurch nach Troas, ermutigte sie dann zu einem Sprung nach Mazedonien, ins heutige Europa, und über Thessaloniki nach Beröa, um sie in Athen mit den stolzen griechischen Philosophen zusammen zu bringen. Vielleicht hatte Paulus gehofft, mit seinem energiegeladenen Evangelium vom lebenden Christus, einige der intelligenten Denker und begabten Redner zum Dienst für das Reich Gottes zu gewinnen. Er musste jedoch erleiden, dass die meisten Genies ihn auslachten und verspotteten, als er von der Auferstehung Christi und der Auferstehung der Toten redete. Am Gespenst des Todes hörte das Denken der Meisten von ihnen auf (Apostelgeschichte 17,32-34). Außerdem kann die Vernunft des Menschen von sich aus die Realität des Heiligen Geistes nicht erkennen. Irdische Intelligenz hat mit der Erkenntnis und Kraft des Evangeliums wenig zu tun (Matthäus 11,25-27), vielmehr kämpft sie bewusst oder unbewusst dagegen.

Den pragmatisch gesinnten Gemeindegliedern der Hafen- und Handelsstadt Korinth schrieb Paulus später: „Seht doch, liebe Brüder, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Angesehene sind berufen. Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist, damit sich kein Mensch vor Gott rühme“ (1. Korinther 1,26-29).

Nach dieser geistlichen Umschulung und ernüchternden Erfahrung reiste Paulus später nach Ephesus, der damals modernen und prächtigen Provinzhauptstadt Kleinasiens (Apostelgeschichte 18,19), mit ihrem weltweit bekannten Tempel der Fruchtbarkeitsgöttin Diana. Paulus war nach der vorhergehenden Hinderung durch den Heiligen Geist vorsichtig geworden und blieb nur kurze Zeit in dieser Stadt. Er fuhr mit dem Schiff nach Cäsarea in Judäa, stieg hinauf nach Jerusalem und wanderte dann nach Antiochien, um die verantwortlichen Brüder in diesen Zentren der Urchristenheit zu informieren, was der lebendige Herr Jesus durch sie alles getan hatte (Apostelgeschichte 18,21b-22).

Das alttestamentliche Erbe in Ephesus und Umgebung

Die Juden in der Provinzhauptstadt Ephesus aber hatten Paulus nach seinem kurzen Besuch in ihrer Synagoge eingeladen, längere Zeit bei ihnen zu bleiben, um seine aufregende Botschaft über den im Alten Testament verheißenen Messias detailliert vorzutragen und mit ihnen in Ruhe zu bedenken (Apostelgeschichte 18, 20-21a).

Bei seiner dritten Missionsreise zog Paulus zunächst durch das wilde Galatien, dann durch Phrygien und erreichte endlich das erhoffte Ephesus (Apostelgeschichte 18,21; 19,21). Dort lehrte er drei Monate lang in der Synagoge der dort ansässigen Juden und lehrte sie wahrscheinlich was er zuvor in seinem Brief an die Römer geschrieben hatte (Römer 9,1-5). Als er jedoch die alttestamentlichen Verheißungen vom kommenden Messias auf Jesus von Nazareth bezog, spalteten sich die Glieder dieser Synagoge. Wegen ihrer zunehmenden Verspottung seines Evangeliums, verließ Paulus diese jüdische Gemeinde zusammen mit einigen neugläubigen Juden und gottesfürchtigen Griechen (Apostelgeschichte 19, 8-9).

Die Last des liberalen Hellenismus

Von da an redete Paulus zwei Jahre lang täglich im Saal des Tyrannus (Apostelgeschichte 19,10; 20,17f.31). An keinem anderen Ort vor seiner Gefangennahme wirkte Paulus so lange wie in Ephesus. Dabei musste er sich mit dem multikulturellen und religionsvermischenden Geist der Griechen und Römer öffentlich auseinandersetzen (Epheser 19,23-20,1). Diese glaubten an über dreihundert Götter und haben sich immer wieder bei Tempelfesten in ausschweifenden Orgien ergangen (Offenbarung 2,14.20). So wurde die Mischkultur des Hellenismus nach der Auseinandersetzung mit dem gesetzesbetonten Judentum die zweite Herausforderung, die Paulus in seiner Verkündigung dort und in seinem Brief zu beantworten versuchte.

Die alt- und neutestamentliche Verkündigung des Paulus, mit seinen Heilungen, Dämonenaustreibungen und Gemeindebildungen, machten die Provinzstadt zu einem Zentrum der damaligen Christenheit (Apostelgeschichte 16,16-18; 19,11.18-20). Damit hat sich der Schwerpunkt der frühen Kirchengeschichte von Jerusalem über Antiochien nach Ephesus verlagert.

Die Herrlichkeit der Gemeinde Jesu eint auch getrennte Gruppen

Der Brief an die untereinander verbundenen Hauskreisgemeinden in der Stadt Ephesus und in der römischen Provinz Asiens, enthält eine kraftvolle Verkündigung durch die Einführung in die christozentrische Glaubenslehre des Paulus, samt seiner lebensnahen Ethik. Die an Jesus gläubig gewordenen Juden in Ephesus besaßen eine solide Kenntnis des Alten Testaments, während die Neugläubigen aus den Heiden kaum einen Einblick in die geistlichen Schriften der Semiten hatten. So gab es in den neu entstandenen Gemeindekreisen immer wieder Spannungen durch die Dominanz der Judenchristen. Einige von ihnen klammerten sich dabei an das Gesetz Moses und schoben die Gnade Jesu Christi indirekt beiseite. Deshalb bemühte sich Paulus in seinem Brief, den verschiedenen Gruppen die geistliche Einheit der Gemeinde Jesu zu erklären. Er stellte ihnen die Herrlichkeit ihres auferstandenen Herrn und die verborgene Pracht ihres eigenen neuen Daseins vor Augen. Somit erklärt dieser Brief des Paulus als eines seiner Hauptthemen das neutestamentliche Verständnis der Gemeinde Christi mit ihrem geistlichen Reichtum.

Eine weitere Eigenart des Epheserbriefes ist das Fehlen der Namen der Empfänger und der Mangel von Grüßen an die Verantwortlichen und ihre aktiven Mitarbeiter, wie es der Apostel in seinen anderen Briefen getan hat. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass er in Ephesus und Umgebung Hunderte und mehr Freunde, Brüder, Schwestern und Verantwortliche kannte. Falls er einen von ihnen erwähnt hätte, wäre er um der Liebe willen verpflichtet gewesen, auch alle anderen mit Namen zu nennen. So ist der Brief an die Epheser ein sachlicher Brief mit objektiven Darlegungen geworden, ohne die gewohnten persönlichen Begrüßungen oder Worte des Lobes.

Die Einsamkeit im Hausarrest brachte dem Apostel neue Offenbarungen

Der Heilige Geist hatte Paulus während seiner letzten Reise nach Jerusalem durch inspirierte Propheten des Neuen Testaments mehrere Male sagen lassen, dass ihn dort Leid und Gefängnis erwarteten (Apostelgeschichte 20,22-24; 21,10-14 u.a.). Somit begann für Paulus in Jerusalem eine notvolle Zeit, die wahrscheinlich Jahre lang dauerte, da er von den Römern zu seinem Schutz nach Cäsarea am Mittelmeer verlegt und später nach Rom überführt wurde. Der Brief an die Gemeinden in Ephesus und Umgebung ist vermutlich von Rom aus in den Jahren 61-63 n.Chr. kurz vor dem Brand „der großen Stadt“ geschrieben und gesandt worden.

Der energiegeladene Völkermissionar, der gewohnt war, kämpfend zu predigen oder feinfühlig und emotional seelsorgerliche Gespräche zu führen, musste umdenken lernen, stille werden, lange meditieren, für die verlassenen Gemeinden beten und an ihre Rettung und Bewahrung durch den auferstandenen Herrn glauben. Aus dieser geistgeprägten Stille heraus redete Paulus in seinen letzten Briefen nicht nur mit den vereinsamten Gemeinden im nordöstlichen Mittelmeerraum, sondern predigte „in den vergangenen 2000 Jahren“ unzähligen Lesern seiner Briefe, wie auch bei großen und kleinen Versammlungen in allen Ländern der Erde. Seine dreizehn im Neuen Testament gesammelten Briefe stellten für viele Gläubige das erste Evangelium dar, das sie erreichte, denn in den Tagen des Paulus waren die Hauptevangelien noch nicht in die griechische Sprache übersetzt, abgeschrieben und verbreitet worden. Der griechische Arzt Lukas, ein früherer Begleiter des Paulus, war während dessen Aufenthalt in Untersuchungsgefängnissen damit beschäftigt die Worte Jesu und seine Lebensführung aus dem Aramäischen übersetzen zu lassen und in Griechisch zusammenzustellen.

Paulus glaubte in seiner Abgeschiedenheit weiterhin an die völlige Kontrolle des Daseins durch seinen Schöpfer. Er verstand sich nicht als ein Gefangener der Römer, oder als ein Verleumdeter durch die Juden, sondern als ein Gefangener in seinem Herrn (Epheser 3,1; 4,1). In seiner belastenden Einsamkeit beschäftigten ihn die Fragen nach den Hintergründen des Heils, wie bei dem Herrn der Welten neben der einzigartigen Erwählung der Kinder Abrahams die Erwählung der Gemeinde Christi entstehen konnte, und wie sich diese Erwählungen zueinander verhalten. Selbst die „Guten Werke“ eines Gläubigen in Christus verstand er nicht als seine eigene Leistung, sondern als Frucht seines Prädestiniertseins durch Gott (Epheser 2,10). Manche Semiten besitzen auch heute noch ein intensiveres Bewusstsein von der Gegenwart des Allmächtigen und seiner lückenlosen Überwachung der Geschichte, so dass diesbezügliche Fragen im Brief an die Epheser einen besonderen Platz einnehmen, damit die Hauskreisleiter in Kleinasien ihren Gemeinden geistgegründete Antworten auf kritische Fragen geben konnten.

Die Einteilung des Briefes kann folgendermaßen verstanden werden:

 Der Briefkopf 1:1-2
I.Gebete am Anfang des Briefes 1:3-23
    
II.Eine Einführung in die Glaubenslehre 2:1 - 3:21
 Die Beurteilung des natürlichen Menschen 2:1-3
 Gottes Gnade erneuert Sünder 2:4-10
 Die Einheit von Juden- und Heidenchristen 2:11-22
 Die Vollmacht des Apostels in seinem Amt 3:1-13
 Das „Vaterunser“ des Paulus 3:14-21
   
III.Eine Einführung in die christliche Ethik 4:1 - 6:20
 Einheit trotz Vielfalt von Begabungen 4:1-16
 Wandelt als neue Menschen 4:17-24
 Habt Barmherzigkeit und Geduld miteinander 4:25 - 5:2
 Unzucht, Habgier und taktloses Reden 5:3-5
 Wandelt sorgfältig als Kinder des Lichts 5:6-20
 Das christliche Familienleben 5:21 - 6:4
 Worte für an Jesus gläubige Arbeitssklaven 6:5-9
 Die vollkommene Waffenrüstung Gottes 6:10-20
    
IV.Der Schluss des Briefes 6:21-23

Nachdem Paulus noch vor dem Jahr 65 n.Chr. vermutlich in Rom enthauptet wurde, sandte der auferstandene Christus Jahre später seinen Apostel Johannes als Patriarchen nach Ephesus und diktierte ihm in sieben Sendschreiben seine ermutigende und kritische Botschaft an die Gemeindeleiter der römischen Provinz „Asien“ (Offenbarung 2,1-3,22).

Wahrscheinlich ist in Ephesus, einem Zentrum der frühen Christenheit, auch „das Evangelium Jesu Christi nach Johannes“ entstanden. Außerdem wurde de Apostel nach seiner Deportation auf die nahe gelegene Insel Patmos die Offenbarung Jesu Christi über die Zukunft der Welt mitgeteilt. Der so genannte Epheserbrief des Apostels Paulus stellt damit nicht nur eine grundlegende und bahnbrechende Botschaft an die Gemeinden in und um Ephesus dar, sondern bietet das Heil Christi und die Herrlichkeit seiner Gemeinde auch heute noch der gesamten Christenheit auf Erden an.

Fragen:

  1. Warum hinderte der Heilige Geist Paulus und sein Team am Anfang nach Ephesus zu gehen?
  2. Welches waren die Hauptprobleme in den Gemeinden in und um Ephesus, die in diesem Brief beantwortet werden?
  3. Was war die beherrschende Botschaft, die Paulus in seinem Brief verkündigte?

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