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THEMA 5: DAS GESETZ DES GEISTES - für ein Leben in Christus
Meditationen, Gebete und Fragen zu den apostolischen Ermahnungen in den Briefen des Neuen Testaments

IV. Unsre neue Lebensordnung

Der Allbarmherzige (al-Rahman)


Der Herr Jesus offenbarte seinen wiedergeborenen Nachfolgern eine überragende Eigenschaft Gottes, seines allmächtigen Vaters:

„Euer Vater im Himmel
''ist barmherzig

(Lukas 6,34).

Diese dominierende Eigenart unseres himmlischen Vaters beeinflusst seine anderen Eigenschaften. Sie zielt nicht zuerst auf eine soziale Gleichstellung der Gläubigen und nicht auf eine Angleichung ihrer Einkommen, sondern kümmert sich vor allem um die Vergebung ihrer Verfehlungen und ihre Befreiung vom gerechten Gericht Gottes.

Als die Kinder Jakobs nach ihrer Erlösung aus der ägyptischen Sklaverei in der Steppe am Berg Horeb um das Goldene Kalb herumtanzten, wollte der zornige HERR das eigensinnige ab-gefallene Volk vernichten. Er bot dem glaubensmutigen Mose an, aus ihm ein gehorsames Volk zu entwickeln. Der treue Mittler lehnte dieses Gnadenangebot jedoch ab und erbettelte die Barmherzigkeit des Allmächtigen und die Begnadigung seines störrischen Volkes.

„Der HERR erhörte seinen Knecht, und ging vor seinem Angesicht vorüber, und er rief aus:

HERR, HERR, Gott,
barmherzig und gnädig und geduldig
und von großer Gnade und Treue,
der da Tausenden Gnade bewahrt
und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde,
aber ungestraft lässt er niemand,
sondern sucht die Missetat der Väter heim
an Kindern und Kindeskindern
bis ins dritte und vierte Glied!

Und Mose neigte sich zur Erde und betete an“ (2.Mose 34,6-8).

Diese kaum verständliche Begnadigung eines ganzen Volkes prägte im Alten Testament das Verständnis der Barmherzigkeit Gottes. Der König David jubelte nach seiner intensiv erbetenen Vergebung seines Ehebruchs und Mordes:

„Barmherzig und gnädig ist der HERR,
geduldig und von großer Güte.
Er wird nicht für immer hadern
noch ewig zornig bleiben.
Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden
und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
lässt er seine Gnade walten über denen,
die ihn fürchten.
So fern der Morgen ist vom Abend,
lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der HERR über die,
die ihn fürchten“

(Psalm 103,8-13).

Der Prophet Jesaja versicherte seinem verhärteten Volk auch in ihrer Verbannung Trostworte seines Herrn:

„Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen,
aber mit großer Barmherzigkeit
will ich dich sammeln.
Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns
ein wenig vor dir verborgen,
aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, \\ spricht der HERR, dein Erlöser.
Denn es sollen wohl Berge weichen
und Hügel hinfallen,
aber meine Gnade soll nicht von dir weichen,
und der Bund meines Friedens
soll nicht hinfallen,
spricht der HERR, dein Erbarmer“

(Jesaja 54,7.8.10).

Wer die Barmherzigkeit des HERRN weiter kennen lernen will, findet in der Bibel über 100 Verse, die die Güte, das Erbarmen und die Gnade Gottes für bußfertige Sünder bezeugen (Nehemia 9,14; Psalm 51,3; 78,38; Klagelieder 4,16; Micha 7,14 u.a.)


Die Inkarnation der Barmherzigkeit Gottes in Jesus, seinem Sohn


Die Väter des Glaubens bezeugen einen Heilsplan Gottes: Seine Verheißungen im Alten Testament, ihre teilweise Erfüllung im Neuen Testament, und gewaltige Offenbarungen für die Zukunft unserer verdorbenen Welt, versichern uns das Heil und die Errettung jener, die das Erbarmen Gottes in Jesus Christus annehmen.

Im Sohn Gottes
ist die Barmherzigkeit unseres himmlischen Vaters sichtbar geworden.

Er hatte Mitleid mit den Kranken, und heilte jeden, der zu ihm gebracht wurde. Ihn jammerte das verlorene Volk, das keine treuen Hirten hatte. Er befreite Besessene von unreinen Geistern. Er hatte Mitleid mit den Leiden und der Einsamkeit von Witwen und Waisen. Er litt mit den Armen und Verachteten. Was er sagte und tat, war letztlich Barmherzigkeit. Mit ihm drang die Atmosphäre des Paradieses in die erbarmungslose Härte unserer Erde. Er besuchte selten Reiche und Angesehene. Die Führer seines Volkes kannten ihn nicht. Er kam zu den Büßenden um Johannes den Täufer und berief solche, die ihre Sünden bekannt hatten. Er nahm die Sünde der Welt auf sich und erfüllte die Weissagung des Jesaja:

„Fürwahr, er trug unsre Krankheit
und lud auf sich unsre Schmerzen.
Wir aber hielten ihn für den, der geplagt
und von Gott geschlagen und gemartert wäre.
Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet
und um unsrer Sünde willen zerschlagen.
Die Strafe liegt auf ihm,
auf dass wir Frieden hätten,
und durch seine Wunden sind wir geheilt

(Jesaja 53,4-5).

Die Gemeinden Jesu in Mazedonien bekannten in ihren Versammlungen:

„Er entäußerte sich selbst
und nahm Knechtsgestalt an,
ward den Menschen gleich
und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.
Er erniedrigte sich selbst
und ward gehorsam bis zum Tode,
ja zum Tode am Kreuz.
Darum hat ihn auch Gott erhöht
und hat ihm den Namen gegeben,
der über alle Namen ist,
dass in dem Namen Jesu
sich beugen sollen aller derer Knie,
die im Himmel und auf Erden
und unter der Erde sind,
und alle Zungen bekennen sollen,
dass Jesus Christus
der Herr ist,
zur Ehre Gottes, des Vaters

(Philipper 2,7-11).

Die Auferstehung Jesu von den Toten bestätigt seinen Sieg über Satan und versichert uns, dass Gott sein Sühneopfer angenommen hat. Sie offenbart außerdem unsere zukünftige Seinsweise: das Leben Gottes in den Gerechtfertigten seines Sohnes. Dieses Vorrecht wird ihnen allein aus Gnade und Barmherzigkeit gegeben.

Bevor der Herr Jesus zu seinem Vater im Himmel auffuhr, tröstete er seine Apostel, und versprach ihnen, dass sich die einzigartige „Verheißung des Vaters“ in ihnen in Kürze erfüllen werde. Die Kraft des Heiligen Geistes werde in alle hineinkommen, die sich seiner Barmherzigkeit öffnen. Damit bekommen sie Anschluss an die Kraftleitung unseres Vaters im Himmel, der seine eigene Barmherzigkeit in sie hinein-fließen lässt.

Seid barmherzig,
wie euer Vater barmherzig ist.

(Lukas 6,35-36)

Sind wir Spiegelbilder unseres Vaters im Himmel geworden? Ohne sein Erbarmen bleiben unsere Herzen hart. Einige Theologen und Erzieher träumen immer noch von dem „guten Menschen“. Sie gleichen dem Landmann, der Äpfel von seinem Baum pflücken will, den er noch nicht gepflanzt hat. Wo unser Stolz, Geiz und unsere Unreinheit nicht durch Gottes Gnade überwunden werden, kann seine Barmherzigkeit in unseren Herzen nicht Wohnung machen. Der schwäbische Liederdichter Philipp Friedrich Hiller hat diese Realität in einem seiner Lieder deutlich gemacht (EG 355):

Mir ist Erbarmung widerfahren,
Erbarmung, deren ich nicht wert,
das zähl ich zu dem Wunderbaren,
mein stolzes Herz hat’s nie begehrt.
Nun weiß ich das und bin erfreut
und rühme die Barmherzigkeit.
Ich hatte nichts als Zorn verdienet
und soll bei Gott in Gnaden sein;
Gott hat mich mit sich selbst versühnet
und macht durchs Blut des Sohns mich rein.
Wo kam dies her, warum geschieht’s?
Erbarmung ist’s und weiter nichts..

Wenn ein Mensch die unergründbare Barmherzigkeit Gottes nicht selbst erfahren hat, kann er nicht so barmherzig sein, wie unser Vater im Himmel barmherzig ist. Falls er jedoch erkennt, wie der Gekreuzigte seine Strafe erlitten hat und ihn aus Gnade rechtfertigte, begreift er, was alle seine Mitmenschen auch brauchen.

Und wenn der Heilige Geist nicht als Folge seiner Umkehr und seines Glaubens in sein Herz und seinen Sinn gekommen ist, bleibt er ein Gefangener menschlicher Ideologien. Die Barmherzigkeit des Herrn Jesus ähnelt nicht der Barmherzigkeit der „Grünen“, „Roten“, „Schwarzen“ oder der „Gewerkschaften“, sondern umfasst eine Neuerschaffung wie Paulus schreibt:

„Ist jemand
in Christus,
so ist er eine neue Kreatur;
das Alte ist vergangen,
siehe,
Neues ist geworden“

(2.Korinther 5,17).

Der Herr Jesus ändert meistens die notvollen Umstände und bitteren Verhältnisse unserer Erde nicht direkt, sondern erneuert zuerst den Menschen, da dieser die Ursache des Elends der Elenden ist.

Der Herr Jesus hat deshalb allen Wohlhabenden das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus geoffenbart (Lukas 16,19-31). Der erste veranstaltete in seinem Haus Parties, genoss einen schönen Urlaub und verbrachte seine Zeit und seine Begehrlichkeit in willkommenen Einladungen. Er sah den Elenden, Kranken und Armen vor seiner Haustüre nicht, oder wollte ihn nicht sehen. Der Reiche landete nach seinem Tod in der Glut der Hölle, der geplagte Lazarus aber ruhte in Abrahams Schoß. Die Buße des Reichen kam zu spät. Er erlitt das Elend, das er zu seinen Lebzeiten nicht hatte sehen wollen. Wehe allen Reichen und Wohlhabenden, wenn sie sich nicht der Barmherzigkeit ihres Vaters im Himmel öffnen! Wehe den reichen Völkern, wenn sie neben ihrem Wohlstand noch Schulden machen, und nicht zufrieden sind mit den vielen Gaben ihres Vaters im Himmel!

Den frommen Würdenträgern seines Volkes hat der Herr Jesus das Gleichnis vom barmherzigen Samariter eingehämmert (Lukas 10,25-37): Der vorbeigehende Priester hatte keine Zeit den ausgeraubten Verwundeten in der Wüste Juda zu sehen und ihm zu helfen. Er musste im Tempel zur vorgeschriebenen Zeit das tägliche Opfer darbringen. Der später folgende Levit aber dachte an die Knochen und den Mist der Tieropfer, die er wegräumen musste, damit nicht der ganze Tempelplatz mit ihrem Gestank erfüllt würde. Eilig ging er an dem Notleidenden vorbei. Nur ein verachteter heidnischer Samariter erbarmte sich über den Ausgeraubten, brachte ihn in eine Herberge, und zahlte Unterkunft und Verpflegung für den Mittellosen. Wer hilft heute den neu gewonnenen Konvertiten in der Welt des Islams und in Israel, die oft um ihres Glaubens willen Familie und Arbeitsplatz verlieren und keine hilfreichen Freunde kennen?

Es ist ernüchternd und erschütternd zu lesen, wie der Herr Jesus im Jüngsten Gericht die zu Richtenden nicht nur nach dem Glauben und der Hoffnung fragen wird, sondern vor allem nach den Werken ihrer Barmherzigkeit.

„Da wird der König sagen
zu denen zu seiner Rechten:
Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters,
ererbt das Reich,
das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!
Denn ich bin hungrig gewesen,
und ihr habt mir zu essen gegeben.
Ich bin durstig gewesen,
und ihr habt mir zu trinken gegeben.
Ich bin ein Fremder gewesen,
und ihr habt mich aufgenommen.
Ich bin nackt gewesen,
und ihr habt mich gekleidet.
Ich bin krank gewesen,
und ihr habt mich besucht.
Ich bin im Gefängnis gewesen,
und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen:
Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen
und haben dir zu essen gegeben?
oder durstig und haben dir zu trinken gegeben?
Wann haben wir dich als Fremden gesehen
und haben dich aufgenommen?
oder nackt und haben dich gekleidet?
Wann haben wir dich krank
oder im Gefängnis gesehen
und sind zu dir gekommen?

Und der König wird antworten
und zu ihnen sagen:
''Wahrlich, ich sage euch:
Was ihr getan habt einem
von diesen meinen geringsten Brüdern,
das habt ihr mir getan“

(Matthäus 25,34-40).

Es ist weise, wenn jeder sich fragt: Wo hat der Herr in seinen Offenbarungen und in diesen Warnungen mich gemeint? Bin ich noch stolz, geizig und unrein in seinen Augen, oder hat der Heilige Geist in mir die Eigenschaften unseres himmlischen Vaters aufbauen können? Bin ich sein Spiegelbild geworden oder habe ich noch ein steinernes Herz?

„Es wird ein unbarmherziges Gericht
über den ergehen,
der nicht Barmherzigkeit getan hat;
Barmherzigkeit aber triumphiert
über das Gericht.

Wenn ein Bruder oder eine Schwester Mangel hätte an Kleidung und an der täglichen Nahrung und jemand unter euch spräche zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gäbet ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat, was könnte ihnen das helfen?

So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat,
tot in sich selber“

(Jakobus 2,13.15-17).

GEBET: Unser Vater im Himmel, wir beten dich an, weil du uns liebst und dich um uns sorgst. Dein Sohn Jesus hat an unserer Stelle gelitten und unseren Tod ertragen, damit wir dein Leben empfangen können. Hilf uns, dass wir die Notleidenden in unserer Umgebung lieben und ihnen helfen, vor allem aber, dass sie die Wahrheit über dein Heil hören, und auch barmherzig werden, wie du barmherzig bist. Amen.

FRAGEN:

  1. Was umfasst die Barmherzigkeit unseres Vaters und seines Sohnes?
  2. Wie können wir barmherzig werden, wie unser Vater barmherzig ist?

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