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Home -- German -- Offenbarung -- 073 ( Die 144.000 Versiegelten 
aus den zwölf Stämmen Israels )

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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung

BUCH 3 - DIE HERAUSGERUFENEN AUS ISRAEL UND DEN VÖLKERN ANGESICHTS DER SIEBEN POSAUNENGERICHTE (OFFENBARUNG 7:1 - 9:21)
TEIL 3.1- DAS LAMM GOTTES UND SEINE GEMEINDE AUS ISRAEL UND DEN VÖLKERN (OFFENBARUNG 7:1-17)

2. Die 144.000 Versiegelten 
aus den zwölf Stämmen Israels (Offenbarung 7:4-8)


Die Gleichberechtigung der Stämme
 im Verständnis des Neuen Testaments: In der Offenbarung, die Johannes sah und hörte, zeigt sich kein Unterschied mehr zwischen den verschiedenen Stämmen Israels! Die wichtigsten Stämme der Kernländer (Juda, sowie die Kinder Rahels, nämlich Josef und Benjamin, sowie Josefs Söhne Ephraim und Manasse) stehen gleichberechtigt neben den Stämmen, die von den Sklavinnen Bilha und Silpa abstammen (Gad, Asser und Naphthali, nicht jedoch Dan). Auch Ruben, der Degradierte, und Simeon und Levi, die Zerstreuten, stellen dieselbe Zahl an Versiegelten, und selbst Sebulon und Isachar, die vom Götzendienst der Phönizier beeinflußt waren, stehen gleichberechtigt neben den Angesehenen Israels. Nur Dan der offizielle Götzenanbeter fehlt. Er hatte sich an einen Nicht-Gott ausgeliefert.

In der Gnade Jesu Christi gibt es keine Unterschiede! Alle haben gesündigt und mangeln der Herrlichkeit Gottes, und alle werden ohne Verdienst allein durch ihren Glauben an das Lamm Gottes gerecht (Röm. 3,23-24). Ohne den Glauben an das Blut Jesu Christi wird auch kein Jude gerecht. Nicht die Qualität der Abstammungslinie, nicht Ehre, Reichtum oder Frömmigkeit eines einzelnen oder eines ganzen Stammes entscheiden über den Stand im ewigen Leben, sondern allein die sich über alle Menschen erbarmende unendlich große Gnade des Dreieinigen Gottes.

Wer sind die 144.000 Versiegelten? Um ihres Glaubens willen konnte der Engel des Heils, von dem die Offenbarung berichtet, allerdings nicht die Gesamtheit der Nachkommen Israels versiegeln, sondern nur 12.000 aus jedem Stamm. In Kapitel 7,4-8 steht zwölfmal, daß eine Auswahl „aus“ jedem Stamm versiegelt wurde und nicht etwa der ganze Stamm. Steht diese Aussage der Prophetie des Paulus entgegen, daß bei der Wiederkunft Jesu ganz Israel gerettet werde? (Röm. 11,25-32)

Es erhebt sich immer wieder die schwierige Frage: Wer ist „ganz“ Israel?

Sind das alle Bürger des heutigen Staates Israel?

In diesem Fall gehörten auch Drusen und Christen, Muslime und Atheisten zu den Geretteten! Oder sind damit alle Beschnittenen in Israel gemeint? Abraham hatte seinen Sohn Ismael beschnitten, als er 13 Jahre alt war (1. Mose 17,25-26). In diesem Fall würden auch alle Muslime zu den Auserwählten gehören, die bei der Wiederkunft Jesu gerettet werden; denn sie nennen Ismael ihren Stammvater.

Oder zählen zu den Geretteten nur die orthodoxen Juden und die Fundamentalisten in Israel, die um jede Handbreit des verheißenen Landes kämpfen? Das wäre dann aber weit weniger als die Hälfte aller Israeliten.

Oder aber bedeutet „ganz Israel“ alle Juden auf allen Kontinenten? Zwei Drittel von ihnen leben außerhalb Israels und sind oft dem Gesetz Moses entfremdet. Oder sind es die 3.000 Judenchristen in Israel, zusammen mit den 50.000 messianischen Christen in den U.S.A. und anderen Ländern, bei denen Leib und Herz beschnitten sind?

Wer ist „das ganze Israel“? Wir sollten auf diese Frage vorsichtig antworten: Paulus schrieb deutlich, daß nicht alle Israelis Israeliten sind, sondern nur solche, die am Herzen beschnitten sind (Röm. 2,25-29; 4,11-12; 10,6-13, 1. Kor. 7,18-19; Gal. 5,2-6; 6,13-16; Eph. 2,11-18; Kol. 2,11). Und der auferstandene Christus diktierte dem Seher Johannes in seiner Offenbarung zweimal (2,9; 3,9), daß nicht alle, die sagen, sie seien Juden, wirklich Juden sind!

Für Paulus und Johannes waren nur diejenigen Juden echte Juden, die Jesus als ihren Messias erkannten und annahmen, ihm ihre Sünden bekannten, im Sinne von Jesaja 53 an seine Vergebung durch seinen Kreuzestod glaubten und durch die Kraft des Heiligen Geistes aus ihrem geistlichen Tod ins ewige Leben auferweckt wurden. Mit dieser Auffassung korrespondiert die Formulierung, daß „aus“ jedem der zwölf Stämme Israels in der Endzeit „nur“ 12.000 Christusgläubige mit dem Heiligen Geist versiegelt werden.

Falsch ist sicher die Deutung der Zeugen Jehovas, die meinen, daß lediglich ihre besten Glieder sich in der Zahl 144.000 widerspiegeln

Was bedeuten die Zahlen 
12.000 und 144.000? Einige jüdische und arabische Ausleger nehmen an, daß in Zahlen versteckte Bedeutungen zu finden sind:

Zwölf ist das Produkt von Drei und Vier. Sieben ist die Summe aus denselben Zahlen. Wenn Drei für die Heilige Dreieinigkeit stünde und Vier für die vier Himmelsrichtungen der Erde, dann könnte im Sinne einer Addierung oder Zusammenfügung Sieben das Herabkommen des Gottesgeistes auf die Schöpfung bedeuten. Als Produkt aus Drei und Vier stünde die Zahl Zwölf für eine Vermischung des Göttlichen mit dem Irdischen, so wie Mehl, Wasser und Hefe zu einem Teig zusammengeknetet werden.

Tausend ist der Inbegriff einer großen Zahl, gleich einem Regiment. So könnte 12.000 als Tausend mal Zwölf die Vermischung der göttlichen Absichten und Kräfte mit Irdischem bedeuten, die sich in jedem der zwölf Stämme in einer großen Zahl von geistdurchwirkten und erneuerten Personen realisiert. Die geheimnisvolle Zahl 144.000 mag zunächst aus Zwölf mal Zwölf mal Tausend entstehen. Diese Zahl kann jedoch auch anders verstanden werden, nämlich als Neun (also Drei im Quadrat) mal Sechzehn (also Vier im Quadrat) mal Tausend! In der Zahlensprache des Nahen Ostens kann diese Rechnung dafür stehen, daß die potenzierten Eigenschaften der Heiligen Dreieinigkeit in der Vollzahl der Auserwählten aus den Stämmen Israels deren vervielfachte Schwachheiten und ihre gesteigerte Bosheit und Verdorbenheit überwunden haben (außer im Stamm Dan, der sich willentlich unter die Herrschaft eines toten goldenen Götzen stellte). Jesus ist der Beweis für diese völlige Heiligung der Erbanlagen der Söhne Jakobs, da er sagte: „Seid getrost, ich habe die Welt (in mir) überwunden“ (Joh. 16,33). In jedem Fall kann die Zahl 144.000 in der Offenbarung nur die Vollzahl der Versiegelten aus den Stämmen Israels bedeuten und nicht den Staat Israel als Ganzes!

Die Vollzahl der messianischen Juden

Viele Ausleger sehen in den 144.000 die Vollzahl der messianischen Juden, die gleichzeitig echte Juden und wahre Christen sein wollen. Falls sich diese Zahl bereits seit der Vision des Johannes summiert, gehören die Apostel und die Urgemeinde mit Silas, Barnabas, Stephanus und Paulus zu den Versiegelten, an denen der böse Feind keine Macht findet. Auch Jakobus und Timotheus zählen zu ihnen.

Falls sich die Vollzahl der Judenchristen dagegen nur auf die Endzeit bezieht, so sind die kleinen Gemeinden in Israel zu bedenken, die an einigen Orten trotz wachsendem Druck und Verfolgung zusammenkommen. Ihnen könnte legal jederzeit die israelische Staatsbürgerschaft entzogen werden, nur weil sie Jesus, ihren Messias, lieben. Ein arabischer Christ, der früher Muslim war, bezeugte ihnen: Diese messianischen Juden haben mehr Feuer, Liebe und Schwung in sich als wir alle zusammen! Vielleicht muß in der Endzeit eine wachsende Verfolgung die sich bedeckt haltenden Liebhaber Jesu in Israel in die offene Entscheidung für oder gegen den gekreuzigten und auferstandenen Gottessohn treiben.

Auch die wachsende Zahl der Gläubigen in der „Juden für Jesus“-Bewegung in den U.S.A. wird viele zur Vollzahl der Versiegelten hinzufügen, wie auch die Heimkehr der Juden aus dem Jemen, aus Äthiopien, Ägypten, Tunesien, Marokko, Rußland und aus den sieben neuen islamischen Staaten Zentralasiens nach Israel. Auf der Suche nach den verschollenen Stämmen Israels werden von israelitischen Fachkräften mit Hilfe der Gentechnik Nachkommen der von den Assyrern weggeführten Stämme in Indien, in Laos, im Himalaja und in Japan geortet. Diese verschollenen Stämme vegetieren teilweise in der Zerstreuung dahin. Der Heilsengel und seine Gehilfen aber versiegeln alle, die zerbrochenen Geistes sind (Ps. 51,3-19; Hes. 36,26-32; Joh. 1,47).

Amos hat im abgefallenen Nordreich prophezeit, daß in der Endzeit für Israel eine Erneuerung kommen werde, an der auch unreine Völker Anteil haben würden (Amos 9,9-12). Jakobus, der Gesetzesbeflissene unter den Aposteln der Urgemeinde, hat diese Verheißung im Jahr 48 n.Chr. beim Apostelkonzil in Jerusalem ausdrücklich bestätigt (Apg. 15,13-18). Die geistliche Erneuerung in Israel ist unausweichlich, wie bereits bei Hesekiel berichtet wird, der in seiner Vision den Befehl von Gott erhielt, den Totengebeinen zu gebieten, zusammenzurücken und dem Geist, in die Gebeine hineinzufahren. Und tatsächlich, der Geist Gottes blies nach dem Befehl des Propheten in die Totengebeine, die das ganze Haus Israel darstellen (Hes. 37,9-14). Die Liebe Gottes hat kein Ende. Sie erreicht und belebt selbst geistlich Tote, die in alle Völker zerstreut wurden.

Der Prophet Sacharja erkannte, daß in den letzten Tagen, kurz vor der Wiederkunft Jesu, eine besondere Geistausgießung über das Haus Davids und über die Bürger Jerusalems erfolgen wird. Sie werden dadurch geistlich Sehende werden und den kommenden Gekreuzigten mit Tränen und Weheklagen anschauen, weil ihre Väter ihn durchbohrten (Sach. 12,10; Offb. 1,7).

Es wird in Israel eine tiefgreifende Auseinandersetzung zwischen den in Sünden geistlich Toten unter dem Gesetz und den im Heiligen Geist auf den Grundlagen des Evangeliums Lebenden geben. Drehpunkt wird dabei der Glaube an die Gnade im Opfertod des Sohnes Gottes sein und nicht das tadellose Halten des Gesetzes. Alle werden stammelnd bekennen: „Jesus ist Jahwe, der Herr, der Schöpfer, unser Retter und Richter.“

Johannes wollte mit dem Niederschreiben der Vision von der Versiegelung der 144.000 den judenchristlichen Gliedern seiner Gemeinden in Kleinasien Mut zusprechen, an ihre Erwählung zu glauben und sie in Jesus, ihrem Heiland, festzumachen. Er wollte jedes Glied aus der Gemeinde der geflüchteten Juden zur Wiedergeburt und zur Versiegelung durch den Heiligen Geist führen, weil er wußte, daß es ohne den Heiligen Geist kein Leben, keine Erkenntnis, keine Kraft und keine Liebe gibt. Jesus stärkte den auf Patmos deportierten Apostel, indem er ihm versicherte, daß – außer den Gliedern des Stammes Dan, der sich dem Götzendienst geöffnet hatte – tatsächlich die Vollzahl aus allen Stämmen Israels gerettet wird.

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