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OFFENBARUNG - SIEHE, ICH KOMME BALD
Studien zum Buch der Offenbarung
BUCH 1 - SIEHE, ICH KOMME BALD! (OFFENBARUNG 1:1 - 3:22)
Teil 1.2 Die erste Vision und ihre Konsequenzen auf der Erde: Die Erscheinung des Menschen-sohnes zur Heiligung seiner Gemeinden (Offenbarung 1:9 - 3:22)
Teil 1.2.2. Die Briefe Jesu Christi an seine sieben Gemeinden in Kleinasien (Offenbarung 2:1 - 3:21)

6. Der Brief Jesu Christi an den Gemeindeleiter in Philadelphia (Offenbarung 3:7-13)


OFFENBARUNG 3:7-8
7 Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf: 8 Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.

Schreibe an den Engel der Gemeinde
in Philadelphia: Nach so viel Versagen, Leid und geistlichem Tod war es für Jesus eine Freude, sich nochmals an eine kleine Gemeinde zu wenden, der er wie derjenigen in Smyrna keinen Tadel und Bußruf mitteilen mußte. Der Name dieser Stadt hieß Philadelphia. Sie lag im Verwaltungsbereich Lysiens. Der griechische Name dieser Stadt bedeutet „Bruderliebe“, nicht im Sinne von Eros oder Agape, sondern im Sinne von Sympathie, gegenseitiger Ehrerbietung und Freundlichkeit.

Die Synagoge der Juden in Philadelphia war aufgebracht und zutiefst empört, weil die christliche Gemeinde in der Stadt aus Juden und Heidenchristen bestand und in Anspruch nahm, die Fortsetzung der alttestamentlichen Heilsgeschichte zu sein.

In diese wachsende Spannung hinein offenbarte sich Jesus Christus mit einem schützenden Wort dem Gemeindeleiter und seiner Gemeinde.

Der Heilige und Wahrhaftige hat die Schlüssel Davids in seiner Hand. Er kann auftun, und niemand kann zuschließen,
und er schließt zu, und niemand kann auftun:

Jesus stellt sich als der „Heilige“ und „Wahrhaftige“ vor und bezeugt damit, daß er der ist, den die Seraphim in Jesaja 6,3 mit den Worten anbeteten: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!“ Jesus ist der Sündlose, Lügenlose, Herrliche, der das göttliche Recht kennt und erfüllt. Der Kern seiner heiligen Herrlichkeit ist jedoch die göttliche Liebe. Deshalb hat er seine neue Weltordnung in einem einzigen Gebot zusammengefaßt, daß wir einander lieben sollen, so wie er uns geliebt hat (Joh. 13,34). Was aus dieser Lebenshaltung entsteht, heißt: Philadelphia, Bruderliebe!

Für die Griechisch-Gläubigen nannte sich Jesus den „Wahrhaftigen“. Nicht im Sinne des Wahrheitsbegriffes in einer platonischen Philosophie, vielmehr ist Jesus die Inkarnation und Personifizierung des göttlichen Rechts, der ewigen Wirklichkeit Gottes und seiner fehlerlosen Offenbarung. In ihm gibt es keine List und keinen Betrug wie in dem Listigsten von allen (Sure 3,54). Jesus ist deshalb der Maßstab des Seins. Er autorisierte mit seiner Selbstoffenbarung den Gemeindeleiter unter den erdrückenden Gegenbeweisen der jüdischen Gelehrten aufs neue und versicherte ihm, daß er mit seinem Glauben und seinem Zeugnis nicht irre, sondern richtig liege.

Jesus stellte sich als der Besitzer der Schlüssel Davids vor. Dieser Begriff steht in Jes. 22,20-22 und bezeugt, daß Eljakim, dem Sohn des Hilkija, die Schlüsselgewalt zu allen Türen des Königspalastes und zu allen Vorratsräumen in Jerusalem übergeben wurde. Außer ihm konnte auch in Notzeiten niemand eine Tür öffnen. Wenn er ein Tor verschloß, vermochte niemand mehr es zu öffnen. Er wurde der Vater der Bewohner Jerusalems und Judäas genannt.

Jesus hatte diesen Begriff im Blick auf seine eigene Schlüsselgewalt zuvor erweitert, indem er bezeugte, daß er die Schlüssel der Hölle und des Todes besitzt (Offb. 1,18). Schon zu seinen Lebzeiten hatte er Petrus, in der Form und Kraft seines Christuszeugnisses, die Schlüssel des Himmelreichs anvertraut (Mt. 16,19). Diese Schlüsselvollmacht hat Jesus außerdem zweimal (Mt. 18,18; Joh. 20,22-23) allen seinen Aposteln übertragen; sie gilt, solange die Jünger in der Leitung des Heiligen Geistes blieben.

Den judenchristlichen Gemeindegliedern in Philadelphia wurde mit diesem Selbstzeugnis Christi darüber hinaus deutlich gemacht, daß David im Heiligen Geist den Gläubigen aller Zeiten durch seine Lieder die Türe zum Lob Gottes, zur Buße und Beichte, zur Bitte um Hilfe und zur Erkenntnis des Sohnes Davids, der gleichzeitig der Sohn Gottes ist (2. Sam. 7,12-14; Ps. 2,7-12; 110,1ff), weit öffnete. Die Bekehrung eines jeden Juden zu Jesus, dem wahren Sohn Davids, ist deshalb der einzig richtige Schritt.

Das Wort Jesu vom Aufschließen, so daß niemand mehr zuschließen kann, und vom Zuschließen, so daß niemand mehr öffnen kann, hat im Laufe der Kirchen- und Missionsgeschichte seine große Macht bewiesen. Der Schlüssel Christi, sein Wort, ist mächtiger als alle satanischen Kräfte und Hinderungen. Er eröffnete das Zeitalter der Gnade für jeden, der es hört, annimmt und tut. Ein unbegrenzter Fortgang seiner Rettungswunder wird jedem Volk oder Haus zugesichert, wo das Wort Christi ein Herz aufschließen konnte und dieses Schlüsselereignis im Dominoeffekt weiterläuft.

Das Wort vom Zuschließen besitzt gleichzeitig einen trostvollen und einen erschreckenden Inhalt. Jesus vermag die Tür zum Bösen, zur Macht der Versuchung und der Verfolgung zuzuschließen, so daß seine Gemeinde gedeihen und wachsen kann. Wo aber Menschen willentlich den Schlüssel Jesu wegwerfen, entzweibrechen oder mißachten, da fällt die Tür der Gnade langsam ins Schloß. Dort beginnt in Gottlosigkeit und im Haß die Verhärtung gegen den Gekreuzigten zu wachsen. Die Kinder Israels leiden unter der Selbstverfluchung ihrer Väter (Mt. 27,25; Apg. 5,28). Die Muslime sind kollektiv gebunden durch den antichristlichen Geist Muhammads. Rußland litt siebzig Jahre lang im Gefängnis des Kommunismus, und China ist noch immer eine Bastion Satans. In Indien leben nur 3 Prozent Christen, und in Europa und den USA dehnt sich der humanistische Synkretismus aus.

Aber Gott sei Dank! Die Gnadenzeit ist noch nicht abgelaufen! Der Schlüssel Christi dreht sich sichtbar im Herzen von Juden, Muslimen, Hindus, Kommunisten und Humanisten. Verschlossene Gebiete öffnen sich. Laßt uns Jesus bitten, daß er offene Gebiete nicht zuschließt.

Ich kenne deine Werke: Jesus bezeugte dem Gemeindeleiter in Philadelphia, daß er ihn, seinen Lebenslauf und seine Werke, genau kenne. Der Herr sprach dabei nicht über die Vergangenheit dieses Mannes, seine Absichten, seine Schwächen oder sein Versagen, sondern er redete von Frucht.

Was bleibt von deinem Leben übrig? Was kann Jesus durch dich tun? Was hat Bestand in Ewigkeit?

Jesus erklärte dem Gemeindeleiter weiter, daß seine Werke und Erfolge im Grund genommen nicht seine eigenen Leistungen waren, sondern eine Wirkung Jesu Christi. Der Gemeindeleiter in Philadelphia war nicht besser als andere Menschen. Er hinderte jedoch seinen Herrn nicht, in ihm und durch ihn zu wirken.

Jesus sagte deshalb zu ihm: „Mach deine Augen auf! Siehe und begreife!“ Viermal lesen wir diesen Befehl in diesem Brief, und er weist jedes mal auf ein spezielles Wunder Jesu Christi hin. Wir sollten um Augensalbe bitten, damit wir das gnädige Wirken Jesu erkennen und die Wirkung seiner Gnade nicht uns selbst oder anderen Menschen zuschreiben.

Nachdem der Prediger bildlich gesprochen seine Augen weit aufgerissen hatte, um zu sehen, was jetzt geoffenbart wurde, sagte Jesus: Siehe, ich! Siebenmal redet Jesus in diesem Brief in der Ichform als der Handelnde, Rettende, Bewahrende und Siegende. Jesus sagt auch zu uns: „Sieh mich an! Ich bin die Antwort auf dein Problem. Ich bin die Kraft in deinem Erfolg. Ich bin die Hoffnung deiner Zukunft“. Mach deine Augen auf und erkenne Jesus immer deutlicher, so empfängst du große Kraft für dich und für deine Gemeinde.

Jesus versicherte seinem Knecht in Philadelphia:

Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie zuschließen: Jesus erklärte dem Verantwortlichen, daß seine Werke eine Wirkung der Gnade Jesu blieben. Er hatte dem Mann bereits zuvor einmal eine Chance gegeben. Dieser hatte sie ergriffen und festgehalten. Jesus war es, der ihn geschoben hatte, durch die offene Türe hindurchzugehen und nicht zögernd stehenzubleiben. Der Leiter war gehorsam und zweifelte nicht. Er wuchs im Glauben und erkannte die Fußspuren Jesu Christi, der ihm voranging. Er folgte ihm nach zur Freude seines Herrn und zum Fortgang des Reiches Gottes!

Mit der Entdeckung des Seeweges nach Indien 1497 und der Überquerung des Atlantiks zu den amerikanischen Kontinenten hat Jesus nicht nur eine, sondern mehrere Türen gleichzeitig aufgetan. Viele Missionare ließen sich von der Unruhe des Heiligen Geistes anstecken, der nur eines will, daß alle Menschen gerettet werden und alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1. Tim. 2,4). Jesus hat alle fünf Kontinente für sein Evangelium weit geöffnet. Kein Verstand, kein Parteiprogramm, keine Regierung und kein Geheimdienst kann die Radiomission, die Verkündigung im Internet und den Einsatz von Facharbeitermissionaren oder das Zeugnis einheimischer Christen heute stoppen oder hindern. Kein Feind und kein kurzsichtiger Freund kann die Türen zur Weltmission schließen, die Jesus mit großer Macht geöffnet hat. Heute wird sein Wort auch bei den Kindern Abrahams gehört. Einzelne Juden und mehrere Muslime kommen zu Jesus. In den Ländern des Kommunismus, der sich als hohl und leer erwiesen hat, fragen Tausende nach Gott und seinem Geist. Wer erkennt die offenen Türen heute? Wer geht durch sie hindurch und zögert nicht?

Du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet: Wir wissen nicht, ob der Hinweis auf die „kleine Kraft“ des Gemeindeleiters sich auf Muskeln, Zeugnisse, Finanzen, Schönheit, Stimme oder Ansehen in der Bevölkerung bezieht. Vielleicht besaß der Gemeindeleiter auch wenig geistliche Gaben, so daß ihm nur wenige Anhänger folgten. Vielleicht hatte er keine Verbindungen und besaß keinen Einfluß auf die Öffentlichkeit.

Er hatte nichts außer Jesus. Er hörte ihn und lebte von seinem Wort. Dieses Wort des Herrn aber ist geistliches Dynamit, wie schon Paulus sagte: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben“ (Röm. 1,16). In diesem göttlichen Wort ist die Vollmacht Christi enthalten: seine schöpferische Macht, seine heilende Liebe, seine Autorität zur Vergebung der Sünden, sein tröstendes Gotteswort und seine erneuernde Kraft. Wer an das Wort des Herrn glaubt und es bewahrt, hat damit Gott und seinen Sohn selbst in sich aufgenommen.

Jesus bezeugte seinem Diener, daß er sein Wort nicht nur las, darüber meditierte und es an andere weitersagte, sondern daß er es bewahrte. Er nahm es sich zu Herzen. Das Wort blieb bei ihm kein theologischer Gedanke, sondern wurde zur Triebkraft und Weisheit seines Lebens. Auswendig lernen ist gut, das Wort Gottes tun ist besser. Beides zusammen multipliziert den Segen Jesu. Wir müssen uns Zeit nehmen, Christi Worte durchzudenken, aufzuschreiben, zu bewegen und mit anderen zu besprechen, damit der ganze Reichtum Jesu Christi in unseren Gemeinden zur Auswirkung kommen kann. Bibelverse zu vertonen und zu singen, heißt das Wort des Herrn zu vervielfältigen.

Jesus bezeugt dem unscheinbaren Gemeindewächter, daß er seinen Namen festhielt, verteidigte und nicht verleugnete. Dieser Name Jesu steht 975mal im griechischen Neuen Testament. Sein Titel „Christus“ wird 569mal darin bezeugt und seine Autorität als „Herr“ 260mal erwähnt.

Wahrscheinlich haben sich die traditionellen Juden in Philadelphia gegen das Bekenntnis des Christuszeugen aufgelehnt, der ihnen sagte, daß Jesus der Herr und der Messias ist. Dieses Zeugnis klang in ihren Ohren wie eine Blasphemie und bedeutete einen Angriff auf die lange Geschichte ihres Volkes, ihrer Religion und damit auf ihre Ehre. Der Gemeindeleiter aber berief sich auf die Berichte der Augenzeugen und bezeugte die Worte und Taten Jesu, seine Liebe und seine Heiligkeit, seine Kraft und seine Hoheit. Er liebte Jesus. Er glaubte an seine Auferstehung, seine Himmelfahrt und an sein Amt als Hoherpriester für alle seine Nachfolger vor Gottes Thron. Er hatte die Vergebung seiner Sünden erlebt und die Kraft des Heiligen Geistes erfahren. Er bezeugte Jesus nicht nur vom Hörensagen, sondern lebte mit ihm und lobte ihn. Um des Namens Jesu willen wurde er angefochten, gehaßt, verleugnet, geschnitten und ins Abseits manövriert. Er ertrug dies alles, denn er war in Jesus verliebt.

Das ist die Grundfrage an unser Zeugnis und Gewissen: Wie sehr lieben wir Jesus? Wie oft denken wir an ihn? Wieviel Zeit nehmen wir uns, seine Liebesbriefe an die Menschheit zu lesen, durchzudenken und begeistert weiterzusagen? Wie gründlich bewahren wir sein heiliges Wort und verteidigen seinen Namen? Wer Jesus vergißt, verleugnet oder ablehnt, verurteilt sich selbst. Dabei ist Jesus unser Leben, unser Friede, unsere Kraft. Ohne ihn können wir nichts tun.

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