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Home -- German -- The Lord is my Shepherd -- 013 (The relation of the risen Christ to His flock)

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THEMA 7: PSALM 23 - Der Herr ist mein Hirte
Gedanken zu Psalm 23 und zu den Hirtenworten Jesu
3. Ich bin der gute Hirte

Das Verhältnis des Auferstandenen zu seiner Herde


JOHANNES 10,27-28
27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; 28 und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.

Jesus nennt seine Nachfolger aus allen Völkern seine Schafe. Sie gehören ihm; sie sind sein Eigentum. Hier liegt ein Besitzverhältnis vor – ein unauflösliches Recht. Seitens der Jünger besteht ein Vertrauensverhältnis, ein Zusammengehörigkeitsgefühl, eine tiefe emotionale Herzensbindung. Der Herr plant und sorgt für sie. Er hat mehr als ein kaufmännisches Interesse daran, daß es ihnen wohl ergeht. Es hängt mit seiner Ehre zusammen, daß seine Herde gut dasteht, wohl versorgt ist und bewahrt bleibt. Wie der Hirte so die Herde!

Die erste geistliche Eigenschaft der Nachfolger Christi ist, daß sie ein Ohr für seine Stimme haben. Sein Wort fängt, wirkt und schafft in ihnen. Das Wort des Guten Hirten tröstet, ermutigt, züchtigt, vergibt, belebt und gewährt Geborgenheit. Das Wort des Guten Hirten ist wichtiger als sein Bild. Auch wenn er nicht gesehen werden kann, dringt seine Stimme durch und wirkt in den Herzen. Wo die Stimme des Herrn gehört, geliebt, akzeptiert und verstanden wird, beweist sich die Zugehörigkeit zu seiner Herde. Das Hören seiner Stimme ist ein Hinweis auf die Erwählung der Berufenen und der Beginn ihrer Rettung und Erneuerung. Wo die Stimme des Herrn nicht gehört wird, wo sie nicht fängt, vielmehr abgelehnt und von anderen Stimmen übertönt wird, dort beginnt die Verhärtung der Herzen und der geistliche Tod. Am Hören, Reagieren und Verstehen der Stimme des Guten Hirten zeigt sich die Berufung der Heiligen. Die Stimme des Sohnes Gottes bedeutet eine Direktoffenbarung, eine Inspiration. Nicht nur Propheten hören Gottes Stimme, sondern jedes Schaf in der Herde Christi vermag die Stimme des Guten Hirten für sich selbst und zusammen mit anderen Schafen zu hören und zu unterscheiden.

Der Gute Hirte kennt seine Schafe mit Namen. Sie sind für ihn keine formlose Masse, kein Gewinnobjekt, sondern ausgewählte Individuen mit Gnadengaben und Begrenzungen. Der Hirte weiß, welche Nahrung seine Schafe jeweils brauchen. Er gewährt ihnen Zeit zum Wiederkäuen und Verdauen. Er gibt ihnen die nötige Ruhe. Er weiß, wann die Zeit gekommen ist, daß die Lämmer geboren werden oder wann die Wolle zu scheren ist. Er bestimmt, wann die Schafe zusammengetrieben werden – etwa wenn ein Gewitter aufzieht oder Wölfe sich nahen. Der Herr kennt sowohl die einzelnen Schafe als auch die Gesamtsituation seiner Herde. Er kennt die Schwachen, Verwundeten und Neugeborenen. Er kennt ihr natürliches Zusammengehörigkeitsgefühl, daß sie ohne einander kaum existieren können. Er kennt seine Schafe besser als sie sich selbst.

Der Herr führt seine Herde am Abend und am Morgen, auf allen Straßen, mitten im Verkehr, zwischen den Häusern oder auf unwegsamem Feld. Er sucht den besten Weg für sie. Er schickt seine Schafe in der Stunde der Gefahr nicht allein voraus, sondern geht ihnen voran. Er tötet die Schlange mit seinem Stock oder befiehlt seinem Hund, die Herde zusammenzuhalten.

Die Schafe wissen, wem sie vertrauen. Sie folgen dem Guten Hirten ohne Zweifel. Ihr Vertrauensverhältnis zu ihm ist die Basis ihrer Existenz. Sie hören nicht nur auf seine Stimme, sie folgen ihm auch. Der Glaubensgehorsam ist in der Nachfolge Christi selbstverständlich. Der Hirte ist umgeben vom Dunst, Staub und dem Geruch seiner Schafe. Ihr Blöken und Mähen ist Musik in seinen Ohren. Er weiß es zu deuten.

Mohammed läßt Allah den Nachfolgern Jesu im Koran versichern: „Ich will diejenigen, die dir nachfolgen, höher stellen als die Ungläubigen bis an den Tag der Auferstehung“ (Al Imran 3,55). Mohammed hatte erkannt, daß einige Christen sich in der Nachfolge Jesu veränderten. In ihre Herzen war Mitleid und Barmherzigkeit gelegt worden. In der Nachfolge Christi ändern sich die Schafe. Aus mageren, kranken, verwahrlosten und verängstigten Tieren werden satte, zufriedene und gesunde Schafe. Im Raum der Fürsorge Christi gibt es auf die Dauer keine Zerstörung, keinen Haß, keinen Streit, weder Verderben noch Angst noch ewigen Tod. Der Friede des Guten Hirten prägt seine Herde.

Wenn ein Dieb oder ein falscher Hirte ruft, folgen ihm die Schafe nicht. Sie vermögen die falsche Stimme von der rechten Stimme des Guten Hirten zu unterscheiden. Sie fallen nicht auf nachgeahmte Lockrufe herein. Ihr Vertrauen und ihr Gehorsam bezieht sich allein auf ihren Hirten. Falsche Propheten, Anti-Christen, Führerpersönlichkeiten, Gaukler und Religionsstifter hinterlassen keinen bleibenden Eindruck in den Nachfolgern Christi. Sie kennen den besseren Hirten, der sanftmütig und von Herzen demütig ist, der nicht für sich lebt und nicht das seine sucht. Falsche Hirten opfern die Schafe für ihr eigenes Wohlergehen; der Gute Hirte aber handelt umgekehrt: Er opfert sich für das Wohlergehen seiner Schafe.

Ein Hirte wollte eines Tages die Probe aufs Exempel machen. Er ließ einen Fremden seine eigenen Hirtengewänder anziehen, damit jener aussehe und rieche wie er. Er lehrte ihn, die verschiedenen Lockrufe richtig auszusprechen und drückte ihm seinen Hirtenstab in die Hand. Aber die Schafe ließen sich nicht beirren. Sie grasten weiter vor sich hin. Sie eilten nicht auf den Gast zu. Sie folgten dem Fremden nicht nach. Sie waren allein auf die Stimme ihres Hirten eingestellt und folgten nur ihr.

Wenn schon Schafe an der Stimme unterscheiden können, wer der richtige und wer der falsche Hirte ist, wieviel mehr müßten sich dann die Nachfolger Jesu jeder falschen Parole oder Losung verschließen und sich von den Lügen und Verführungen unserer Zeit abwenden. Eines der Geheimnisse der Herde Christi ist, daß sie sein Wort hört, kennt, bewahrt und dieses in ihr schöpferisch, vergebend, tröstend und leitend wirkt. Jesus sagt nicht umsonst: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir.“

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