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THEMA 7: PSALM 23 - Der Herr ist mein Hirte
Gedanken zu Psalm 23 und zu den Hirtenworten Jesu
1. Der Herr ist mein Hirte

Der Gute Hirte läßt dich in der Todesgefahr nicht allein


PSALM 23,4
4 Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Wir leben noch nicht im Paradies. Wie eine Schafherde von wilden Hunden, Schakalen, Hyänen, Wölfen und Löwen angegriffen werden kann, so wird der Gläubige von Menschen, Geistern, Krankheiten, Kriegen und durch geschichtliche Veränderungen bisweilen in große Not gestürzt. Wer je das Entsetzen eines Krieges erlebt hat, wem bei einem Erdbeben der Boden unter den Füßen wankte, wer den Tod einer geliebten Mutter oder des treu sorgenden Vaters erleiden mußte, wer je auf dem Operationstisch lag und nicht wußte, ob er den nächsten Tag noch erleben würde, der weiß, was das Tal der Todesschatten praktisch bedeuten kann.

In Todesgefahr drängen sich Schafe eng zusammen und schieben sich instinktiv an ihren Hirten heran. Sie sind im Notfall sehr furchtsam. Es ist nicht verwunderlich, wenn in Krisenzeiten dogmatische Zerwürfnisse und organisatorische Trennungen zwischen den Kirchen unbedeutender werden oder beinahe verschwinden, wenn dann die Gläubigen einander als Gläubige anerkennen, miteinander reden und beten, ja einander brauchen und sich gegenseitig vertrauen lernen. Die Not lehrt aufs Wort des Hirten zu hören! Seine Trostworte und Verheißungen, ja allein schon sein Rufen in der Nacht beruhigt die Herde. Er hält sie mit seiner Stimme zusammen und schützt sie mit seinem Wort. Seine Gegenwart ist ihr Trost.

Gerade in der größten Not erkennen die Schafe: Unser Hirte ist da. Wir sind nicht allein. Zuvor graste jedes Schaf vor sich hin und achtete kaum auf den Hirten. Es folgte ihm im Trab und Trieb der Herde und lief ihm nach, ohne viel dabei zu denken. Aber in der Not wird den Schafen die Gegenwart des Hirten bewußt; seine Autorität steht tröstend vor den Augen seiner Nachfolger.

Angesichts solcher existentieller Erfahrung änderte David den Stil seines Psalms. Sang er bisher ein Bekenntnis und ein Zeugnis voller Dank für die Leitung und Fürsorge des Guten Hirten, so formen sich im Angesicht der Todesnot und im Entsetzen des Untergangs die Worte des Sängers zum Gebet. Fortan redet er nicht mehr über Gott in der dritten Person. Jetzt spricht er Ihn persönlich an. Er stammelt das größte Bekenntnis, das je ein Mensch zu Gott sagen kann:

PSALM 23,4
4 … Du bist bei mir! ...

David wußte, daß Beten kein Schrei ins Leere ist. Der ewige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde hört den Schrei des Glaubens.

Ein Moslem entgegnete einmal aufgeregt: Wie könnt ihr sagen: „Gott redet mit mir, hört mir zu und antwortet mir? Das ist Überheblichkeit! Gott ist größer! Er kümmert sich nicht um die sechs Milliarden zweibeiniger Ameisen, die auf der Erde übereinanderkrabbeln und sich bekämpfen. Er kann zuhören, wem er will; aber er steht keinem von euch nahe oder zur Verfügung! Wer seid ihr denn, und wer ist Allah?“

David und die Gläubigen im Alten und Neuen Bund wissen mehr. Jeder von ihnen hat die innere Gewißheit, daß Gott existiert, daß er da ist, mir persönlich nahe ist, daß er mich nicht verlassen hat. Er ist bei mir geblieben oder ist zu mir gekommen.

Diese Erkenntnis bedeutet Vergebung der Schuld. Die Sünde trennt den Sünder nicht mehr von dem heiligen Gott. Vielmehr ist der Herr selbst zu dem Sünder gekommen, nicht als Richter, sondern als Retter und Hirte.

Dieses Gebet bedeutet, juristisch verstanden, die Bundesschließung Gottes mit dem Gläubigen. Der Beter bekennt: Du der Ewige und Heilige hast dich über mich schuldigen und sterblichen Menschen erbarmt, hast mich aus Gnaden erwählt und dich an mich in einem heiligen und ewigen Bund gebunden. Meine Untreue hielt deine Treue nicht auf, und deine Güte überwindet meinen Mangel an Glauben, Lieben und Hoffen.

Wohl dem Menschen, der zu dem lebendigen Gott sagen kann: „Du bist bei mir!“ Er hat den geistlichen Tod überwunden und das ewige Leben aus Gott als eine gewisse Hoffnung empfangen. Er erfuhr die Reinigung seines Herzens mitten im Unflat dieser Welt. Sein Gewissen ist zur Ruhe gekommen, nicht weil er gut oder gar gerecht ist, nein, sondern weil ihm Gott seine eigene Gerechtigkeit zugerechnet hat – und zwar für immer und ewig!

Jeder Mensch hat in bestimmten Situationen seines Lebens Angst; etwa bei einem Autozusammenstoß, in schwerer Krankheit, bei Katastrophen und bei hereinbrechender Hungersnot. Angst ist natürlich und kreatürlich. Wer jedoch in der Angst verharrt, verliert den Mut und die Hoffnung. Wer sich in die Angst hineinsteigert, wird schuldig. Allein der Blick auf den lebendigen Gott überwindet die Angst. Schafe haben schnell Angst und rennen dann kopflos durcheinander. Der Hirte aber ruft sie und treibt sie zusammen. Gerade in der Gefahr bewährt sich seine Autorität und Treue.

„Du bist bei mir im Tal der Todesschatten,“ bekannte der Prophet. Er klammerte sich im Glauben an den Guten Hirten und ließ ihn nicht mehr los. Er drang mit diesem Wort ins Herz des Guten Hirten hinein. Er bekannte seine Gegenwart, Gnade und Vergebung. Er befestigte den Bund durch sein glaubensvolles Gebet.

Unzähligen Menschen ist dieses Psalmwort zum Trost in Leiden und zur Kraft beim Schritt über die Todesschwelle geworden. Kein Mensch kann mehr aussagen oder bekennen als uns dieses Bekenntnis in den Mund legt: „Du Heiliger Gott, du, der Gute Hirte, du selbst bist bei mir. Du läßt mich nicht allein, wo immer ich auch bin und was immer auch meine innere oder äußere Not ist.“

Der Ruf des Herzens „Du bist bei mir“, ist ein Fanfarenstoß des Glaubens; er erhellt die dunkelste Nacht wie das Fernlicht eines Autos, das plötzlich eingeschaltet wird und schenkt einen Trost, der selbst in den Schatten des Todes Lebenshoffnung weckt. Dieses Gebet der Verheißung ist ein Anker, der uns in der Ewigkeit festhält. Eine solche Erfahrung kann nicht nur der Starke, Gesunde, Reiche und Fromme besitzen. Sie bewährt sich besonders bei Müden, Schwachen, Kranken, Kleinen, Armen, Verachteten und Verworfenen. Sie wissen und bekennen: „Du, Gott, bist unser einziger Trost und unsere Hilfe. In dir, du naher und erbarmungsvoller Gott, ist für uns Leben, Hoffnung, Kraft und Hilfe.“

Selbst der Tod zerschellt an diesem Bekenntnis. Das unsterbliche Leben Gottes schimmert durch das Zeugnis seines ewig gültigen Bundes hindurch. Satan flieht, wo Gott gegenwärtig ist, und das Gericht Gottes endet, wo der gnädige Gott den Elenden erwählt hat.

Wenn du am Ende deines Lebens am Tor des Todes anlangst und angstvoll zitternd nicht mehr weiter weißt, so ruft dir der Psalmist zu: Sei getrost, habe keine Angst! Du bist nicht allein; dein Herr ist bei dir. Er nimmt dich bei deiner rechten Hand und führt dich auf ewigem Wege. Und wenn du so schwach bist, daß du nicht mehr gehen kannst, so nimmt er dich auf seine Arme und trägt dich ins ewige Leben, in seine Gegenwart.

Wer mit Gott stirbt, lebt weiter. Wer ohne Gott stirbt, sieht sich umgeben von Entsetzen, Verderben, Angst und Plage. Wer aber weiß und bekennt, daß Gott ihm aus Gnaden alle seine Sünden vergeben hat, der erfährt die Gegenwart Gottes gerade auch im Tod und im Grab. Hier wird sich das Sprichwort als wahr erweisen: Ein gut Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen. Nicht nur im diesseitigen Leben, vielmehr auch in der Ewigkeit wird sich dieses Wort bewahrheiten. Mögen Teufel kommen und Dämonen auf uns einstürmen – Gott ist mit uns, und sein Wort belebt uns, so daß wir uns auf die Verheißungen des Bundes stützen können wie auf eine stabile Krücke. Gottes Wort beweist auch im Tod seine Macht. Es weckt uns auf und beschützt uns. Sein Heiliger Engel schafft uns Raum. Mit seinem Stecken und Stab öffnet er uns die Bahn. „Und wenn die Welt voll Teufel wär‘“ und alle wie ein blutgieriges Wolfsrudel von rechts und links, von oben und unten auf uns einstürmten, so bleiben wir trotzdem geborgen. Gott ist mit uns. Sein Wort bannt die Macht der Hölle und macht uns frei.

Es ist bedeutsam, daß der König und Prophet hier einen Begriff verwendet, der in den Neuen Bund hineinreicht. Er spricht davon, daß uns der Stecken und Stab Gottes tröstet. Jesus Christus hat uns versichert, daß Gottes Geist unser Rechtsbeistand und Tröster ist. Dieser Geist tröstet uns mit göttlichem Trost. Er ist das Leben Gottes, sein Licht und seine Kraft. Er ist die göttliche Natur, die in jeden Gläubigen hineinkommt, der sich Jesus Christus zuwendet. Jeder Mensch, in dem der Geist Gottes Wohnung macht, trägt nicht nur einen bleibenden Trost im Herzen, sondern lebt auch ewig. Der Empfang des Geistes Gottes bedeutet den Durchbruch vom ewigen Tod zum ewigen Leben, von der Verzweiflung zum Trost und von der Angst zur Freude. Bitte Gott bewußt um ein reines Herz und einen neuen gewissen Geist, so wie David in seiner Buße gerufen hat (Psalm 51,12): Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, gewissen Geist, verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.

Wenn du diese Worte gläubig betest, wirst du erfahren, daß deine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gereinigt wird und du in der Gegenwart des lebendigen Gottes heilig wirst.

Prüfe dich, ob Gottes Geist, der heilige Tröster, in dir wohnt. Wenn du dessen nicht gewiß bist, so rufe Gott im Vertrauen auf sein Wort um Erbarmen an, und er wird dir die Gnade der Gewißheit der Vergebung deiner Sünden und den Trost seines Geistes schenken. Dann weißt Du – ohne daß es dir jemand sagt – von allein, daß Gott bei dir ist, mehr noch, daß Gott in dir ist, das heißt in dir Wohnung gemacht hat und daß das Wort des Psalmisten auch für dich gilt: Du bist bei mir.

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